Im Kreis Mettmann stößt das Modell der rot-grünen Landesregierung auf Ablehnung. Keine einzige Stadt im Kreis Mettmann will es mit der Gemeinschaftsschule probieren, einer Schulform, bei der die Schüler länger gemeinsam unterrichtet werden.

Kreis Mettmann. Ende des vergangenen Jahres klopfte sich die rot-grüne Landesregierung für ihre Idee der Gemeinschaftsschule auf die eigene Schulter – und präsentierte dazu Zahlen: 19 Anträge von Kommunen aus ganz NRW seien gestellt worden, teilte das Schulministerium mit. Und Ministerin Sylvia Löhrmann sagte: „Viele Kommunen, nicht nur im ländlichen Raum, wollen das längere gemeinsame Lernen erproben.“

Für die Kommunen im Kreis Mettmann gilt das jedoch nicht. Keine einzige Stadt will es mit der Gemeinschaftsschule probieren, einer Schulform, bei der die Schüler länger gemeinsam unterrichtet werden.

Dabei hängt es nicht immer nur von der Kommune selbst ab. „Keine unserer Schulen hat für sich in Betracht gezogen, Gemeinschaftsschule werden zu wollen“, sagt Irene Thomanek, stellvertretende Leiterin des Schulamtes in Erkrath.

Außerdem sei in Erkrath die Frage, ob G8 oder G9 an den Gymnasien etabliert wird, dringender zu klären gewesen – die Entscheidung also, ob Schüler das Abitur nach acht oder nach neun Jahren machen.

Grundschulen statt Gemeinschaftsschule

Auch die Stadt Monheim hatte andere Sorgen, weshalb das Thema Gemeinschaftsschule nicht auf der Agenda des Schulamtes stand. „Wie es mit unseren Grundschulen weitergeht, war viel wichtiger“, sagt Michael Hohmeier, Sprecher der Stadt. Die Zahl habe sich aufgrund sinkender Schülerzahlen verringert. „Zudem waren wir mit der Fusion unserer Förderschule mit Langenfeld beschäftigt“, sagt er.

Die Ratinger Schullandschaft habe eine Gemeinschaftsschule nicht nötig, „weil wir hier viele Bildungsgänge an vielen Schulen haben und damit breit genug aufgestellt sind“, sagt der dortige Schuldezernent Rolf Steuwe.

Velbert sieht sich nicht als „ländlichen Raum“

Dies sei auch der Grund, warum keine der Schulen auf die Verwaltung zugekommen sei und darum gebeten habe, beim Land einen Antrag zu stellen. Wenn überhaupt, dann kämen nur Schulen in Frage, die drei oder vierzügig starten können. Dies sei die Voraussetzung, damit eine Schule zur Gemeinschaftsschule werden kann.

Auch Velbert will keinen Antrag stellen. „Die Gemeinschaftsschule ist ja eher was für den ländlichen Raum, indem die Schülerzahlen immer geringer werden. Wir sind eine größere Stadt, die solche Lösungen nicht braucht, damit Schulen überleben“, sagt Nicole Fabig, Sprecherin der Stadt.

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