Die Überreste müssen jetzt mühsam wieder aufgekehrt und entsorgt werden.

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Kehrmaschinen im Dauereinsatz: Was bei Schnee und Eis verteilt wurde, muss jetzt wieder aufwändig eingesammelt werden.

Kehrmaschinen im Dauereinsatz: Was bei Schnee und Eis verteilt wurde, muss jetzt wieder aufwändig eingesammelt werden.

Dirk Thomé

Kehrmaschinen im Dauereinsatz: Was bei Schnee und Eis verteilt wurde, muss jetzt wieder aufwändig eingesammelt werden.

Kreis Mettmann. Der Winter mit Schnee und Eis hat sich fürs Erste verabschiedet. Zurzeit liegen die Temperaturen bei zehn bis zwölf Grad. Nur noch vereinzelt ist hier und da ein Schneerest zu sehen, dafür kommt jetzt der Dreck, den das Winterwetter hinterlassen hat, ans Tageslicht – und zwar in Form von Splitt, der überall auf den Straßen und Gehwegen liegt. Der ist nicht nur lästig für Autofahrer, wenn sie darüber fahren und die kleinen Steinchen den Lack beschädigen, sondern auch für Fußgänger, die den Dreck mit in ihre Wohnung schleppen.

In Hilden wurden 400 Tonnen auf Straßen und Gehwegen verteilt

Die meisten Städte im Kreis Mettmann sind derzeit überall im Einsatz mit ihren Kehrfahrzeugen, um die Wege vom Splitt zu befreien. Doch das geht nicht immer schnell, und manchmal bleibt auch einiges von den Steinchen noch liegen. „Wir haben einfach so viel gestreut in diesem Winter, dass die Maschinen nicht beim ersten Mal alles an Splitt erwischen“, sagt Ulrich Hanke, Leiter des Bauhofs in Hilden. 400 Tonnen Splitt wurden in der Stadt auf Straßen und Gehwegen verteilt. „Das ist einfach eine sehr große Menge. Aber wir bemühen uns, alles innerhalb einer Woche von den Straßen zu kehren“, sagt er. Deshalb seien auch schon Sonderschichten eingeführt worden. Aufbereitet werde der Splitt nicht, nachdem er von den Kehrmaschinen eingesammelt wurde. „Das ist bei dieser Masse an Steinchen ein zu großer Aufwand, der sich nicht lohnen würde.“ Zudem sei der Neukauf günstiger, als den Splitt aufzubereiten.

„Viel Splitt hat jetzt die Gullys verstopft.“

Michael Hohmeier, Sprecher der Monheimer Stadtverwaltung

Auf die Deponie kommt auch der Splitt, der jetzt noch in Monheim auf der Straße liegt. Etliche Tonnen seien gestreut worden, teilt Michael Hohmeier, Sprecher der Stadtverwaltung, mit. Die genaue Menge ist ihm nicht bekannt. Fest steht, dass derzeit die Kehrmaschinen im Dauereinsatz seien. Dies sei aber nicht das Problem. „Die Gullys machen uns viel mehr Sorgen. Viel Splitt ist in die Abflüsse geraten und hat die Gullys verstopft, sodass sie überlaufen.“ Deshalb seien die städtischen Mitarbeiter jetzt im Einsatz, um diese zu reinigen, damit das Regenwasser abfließen kann.

In Wülfrath wird aus Split ein feines Pulver

Dieses Problem hat die Stadt Wülfrath nicht. „Wir haben vor einiger Zeit auf Eifel-Lava-Granulat umgestellt. Dies wird im Laufe der Zeit zu ganz feinem Pulver und kann so nichts verstopfen“, sagt Hans-Peter Pfeiffer, Leiter des Tiefbauamts. Trotzdem müssen auch die Mitarbeiter des Baubetriebshof ausrücken und kehren. „Wir haben so viel gestreut, dass einfach zu viel von dem Pulver jetzt auf den Gehwegen liegt. Und diese Masse wird nicht einfach so vom Wind weggefegt.“

Es gibt verschiedene Arten von Splitt, die gestreut werden können. Splitt ist sowohl natürlichen Ursprungs (Lava), wird aber auch teilweise je nach Sorte künstlich hergestellt.

Die meisten Städte im Kreis fahren den Splitt, der mit den Kehrmaschinen aufgefangen wird, zur Deponie. Möglich wäre aber auch die Wiederaufbereitung des Splitts, damit er erneut verwendet werden kann. Diese Methode ist aber kostspielig, so dass viele Städte es bevorzugen, neuen Splitt zu kaufen anstatt gebrauchten zu recyceln.

Eine Ausnahme in Sachen Aufräumarbeiten ist Haan. Dort wird noch nicht gekehrt. „Wir warten noch ab. Vielleicht schneit es noch einmal, dann würde es sich gar nicht lohnen, jetzt schon zu kehren. Wir warten, bis der Winter vorbei ist“, sagt Claus Hippel, Leiter des Baubetriebshofs. In Haan wurden bis jetzt rund 25 Tonnen Splitt verbraucht.

50 Tonnen reiner Splitt waren es in Ratingen, die jetzt dort auf den Straßen liegen – oder zumindest ein Teil davon. Denn auch dort sind in diesen Tagen die Kehrmaschinen unterwegs – sieben Tage in der Woche.

Der Kreis dagegen rückt nicht aus, um die Straßen, die vom Winterdienst des Kreises abgefahren werden, jetzt vom Split zu befreien. „Wir haben keine Kehrmaschinen“, sagt Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises. Aber es gebe Vereinbarungen mit den Winterdiensten des Landesbetriebs Straßen NRW und den Städten, die diese Aufgabe gegen Rechnung für den Kreis übernehmen.

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