Hilden und Monheim haben mit den Stadtwerken Düsseldorf einen Windpark gekauft.

projekt

schwartz, anna

Kreis Mettmann. Was nutzt es dem Verbraucher hier, wenn seine Stadtwerke Geld in einen Windpark bei Potsdam investieren? Schließlich wird der dort erzeugte Strom nicht zu uns weitergeleitet.

Jeder Partner hält ein Drittel der Anteile

„Man muss sich das vorstellen wie einen großen See, in den alle Energie hineinfließt. Und damit wird der Bedarf des Landes gedeckt.“ Das sagt Rainer Pennekamp, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Düsseldorf. Und die haben mit den kommunalen Energieunternehmen Hildens und Monheims einen Windpark im brandenburgischen Prützke erworben. Auf Augenhöhe – das betonen alle drei.

Selbstverständlich ist das nicht. Die großen Stadtwerke Düsseldorf sind sowohl in Hilden als auch Monheim mit 49,9 Prozent an den städtischen Energietöchtern beteiligt. Doch beim Windpark hält jeder ein Drittel der Anteile.

 Die Investitionskosten liegen bei zehn Millionen Euro. Die drei Windräder sollen jährlich rund zwölf Millionen Kilowattstunden produzieren und dabei mehr als 5000 Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Sie können 3400 Haushalte mit Strom versorgen. Zum Vergleich: Die Monheimer Mega bedient in Monheim 22 000 Privathaushalte.

Dass damit nicht die so gern zitierte Energiewende auf den Weg gebracht ist, wissen die Beteiligten natürlich. „Aber wir sehen das als Einstieg für weitere Projekte dieser Art“, sagt Mega-Geschäftsführer Udo Jürkenbeck. „Wir sind keine Spezialisten auf dem Gebiet. Wir nutzen das Wissen der Düsseldorfer gerne“, ergänzt Hans-Ullrich Schneider, Stadtwerke-Geschäftsführer Hildens.

Experte: Mit der Energiewende wird der Strompreis steigen

Ganz uneigennützig sind die Energieversorger nicht. Mit der Windkraft lässt sich auch Geld verdienen. Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann betont jedoch: „Mit den Renditen können wir die Kosten vor Ort hoffentlich stabil halten.“ Und Fakt ist: Jede Kilowattstunde aus Windkraft kompensiert eine aus Atom- oder Kohlekraftwerken.

Die drei 140 Meter hohen Windräder gehen im Dezember in Betrieb. Sie stehen dann in Nachbarschaft zu 16 weiteren Anlagen, die bereits Strom erzeugen. Der bestehende Windpark wird von „Grünwerke“ betrieben – einer Tochter der Düsseldorfer Stadtwerke, betrieben.

Mit dem deutschen Ausstieg aus der Kernenergie gewinnt die Nutzung alternativer Quellen Windkraft noch mehr an Bedeutung. „Doch die Energiewende wird auch dazu führen, dass der Strompreis steigt. Da bin ich mir ziemlich sicher“, schätzt es Pennekamp ein. Derzeit sei dies noch nicht in Sicht. Aber Maßnahmen der Bundespolitik könne man kaum beeinflussen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer