Hochbetrieb auf den Feldern: Was im Herbst geerntet werden soll, muss jetzt gesät werden.

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Denken jetzt schon an die Erntezeit im Herbst: Peter Drenker (l.) und sein Helfer Michael Gomowa bestellen ein Feld in Mettmann.

Denken jetzt schon an die Erntezeit im Herbst: Peter Drenker (l.) und sein Helfer Michael Gomowa bestellen ein Feld in Mettmann.

Stefan Fries

Denken jetzt schon an die Erntezeit im Herbst: Peter Drenker (l.) und sein Helfer Michael Gomowa bestellen ein Feld in Mettmann.

Kreis Mettmann. Jetzt rüsten sie sich, damit ab August geerntet werden kann. Überall im Kreis Mettmann sind zurzeit die Landwirte mit ihren Traktoren und Pflugmaschinen unterwegs, um ihre Felder zu bestellen – ganz getreu den ersten Zeilen eines alten Volksliedes: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt, er setzt seine Felder und Wiesen instand.“

„Wer im Herbst frische Kartoffeln will, muss einsehen, dass es regnen muss.“

Peter Drenker, Landwirt

Rösslein nutzt Landwirt Peter Drenker zwar nicht mehr, um seine Flächen für die Aussaat vorzubereiten, sondern setzt moderne Maschinen für den Ackerbau ein. Aber trotz aktueller Technologie hat er viel zu tun. Jeden Morgen um acht Uhr ist er mit seinen Mitarbeitern auf dem Feld, um Kartoffeln und Zuckerrüben auszusäen. Und die Schicht zieht sich bis in den Abend hin. „Mit der Aussaat sind wir früher dran als in vergangenen Jahren. Normalerweise werden Kartoffeln und Zuckerrüben erst Mitte April gepflanzt“, sagt er. Aber das Wetter sei so schön und trocken. „Da warten wir doch nicht länger, sondern legen los.“

Ende dieser Woche wird er 27 Hektar Fläche bewirtschaftet haben. Drenker: „Dann muss Regen kommen, damit die Saat aufkeimt. Ich weiß, dass das viele nicht gerne hören. Aber wer im Herbst frische Kartoffeln will, der muss einsehen, dass es regnen muss.“

Sollte der Sommer nicht allzu trocken und heiß werden, kann Drenker im Herbst 600 Tonnen Kartoffeln und 720 Tonnen Zuckerrüben ernten. Und das viel früher als in verregneten Jahren: „Ich rechne damit, dass wir im August anfangen können, die Ernte einzuholen. Normalerweise machen wir das erst Ende September.“

Ohne Gülle keine Nährstoffe

Die Saat für die Sommerfrüchte ist schon seit einigen Wochen auf den Feldern. Dazu gehören Hafer, Ackerbohnen und Erbsen. Und wer sich gewundert hat, warum es schon Mitte Februar mancherorts nach Gülle roch, dem gibt Landwirt Martin Dahlmann, gleichzeitig auch Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann, die Antwort: „Diese Düngergabe mit Mineraldünger oder Stallmist ist wichtig, um die Pflanzen zu Beginn der Vegetationsperiode mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.“

Im Kreis Mettmann wirtschaften nach der jüngsten agrarstatistischen Übersicht der Landwirtschaftskammer Rheinland etwa 900 landwirtschaftliche Betriebe. 56,3 Prozent der Höfe sind Haupterwerbsbetriebe. 380 Landwirte halten Rindvieh.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist knapp 23.000 Hektar groß. Damit beträgt die durchschnittliche Betriebsgröße rund 25 Hektar.

Der Vorsitzende wirbt gerade jetzt im Frühling um Verständnis bei Autofahrern. Er weiß, dass viele Landwirte mit ihren Maschinen als rollende Hindernisse im Straßenverkehr unterwegs sind. Aber: „Wenn wie jetzt die Aussaatbedingungen stimmen, müssen die Landwirte schnell handeln und auch zu ungewöhnlichen Zeiten die Felder bestellen“, sagt er. Das könne dann auch mal am Wochenende sein. Aber nur, wenn die Landwirte die stabile Witterung für eine frühe Aussaat nutzen, könnten die Bauern später hohe Erträge ernten. Und diese seien für sie wichtig, um wirtschaftlich und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Vielfalt macht den Gewinn

Dafür spielt auch das Angebot der Landwirte eine Rolle. Je abwechslungsreicher sich ein Bauer aufstellt, desto besser kann er sich von der Konkurrenz abheben. Deshalb setzt Karl-August Niepenberg sowohl auf Weizen, hat aber auch Rüben und Gerste auf seinen Feldern. „Diese habe ich aber bereits im Winter gepflanzt. Aber nicht alle auf einmal, sondern jedes Jahr eine andere Pflanze“, sagt er.

Die Aussaat der Zuckerrüben im Frühling hat Niepenberg bereits beendet. Auch seine Weiden, auf denen später Pferde stehen werden, sind gedüngt und abgeschleppt. Im Sommer wird das Heu eingefahren.

Und dann gibt es noch etwas eher Ungewöhnliches, was Niepenberg auf drei Hektar Fläche anbaut: Weihnachtsbäume. „Der Frühlingsmonat ist einfach optimal für die Anpflanzung der Tannen. Geschlagen werden können sie allerdings erst in sechs bis acht Jahren.“

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