Projekt bringt allen Beteiligten mehr als nur den ersten Platz beim WZ-Schulpreis.

Bildung
Sie freuen sich über den Erfolg beim WZ-Schulpreis: Schulleiter Karl-Heinz Rädisch, „ALmöHi“-Koordinatorin Kristine Petzold, Wolf-Achim Roland, Jürgen Carl und Gottfried Arnold (hinten von links) sowie die Schüler (von links) Julia (11), Dilara (10), Nick (10) und Robin (11).

Sie freuen sich über den Erfolg beim WZ-Schulpreis: Schulleiter Karl-Heinz Rädisch, „ALmöHi“-Koordinatorin Kristine Petzold, Wolf-Achim Roland, Jürgen Carl und Gottfried Arnold (hinten von links) sowie die Schüler (von links) Julia (11), Dilara (10), Nick (10) und Robin (11).

Selbst Mutter von zwei Kindern: Autorin Michaela Thewes, Schirmherrin des Schulpreises, betonte die Bedeutung von Bildung.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Sie freuen sich über den Erfolg beim WZ-Schulpreis: Schulleiter Karl-Heinz Rädisch, „ALmöHi“-Koordinatorin Kristine Petzold, Wolf-Achim Roland, Jürgen Carl und Gottfried Arnold (hinten von links) sowie die Schüler (von links) Julia (11), Dilara (10), Nick (10) und Robin (11).

Hilden. In ihrem Berufsleben waren sie Kinderarzt, Chemiker oder Architekt. Jetzt – im Ruhestand – geben Gottfried Arnold, Wolf-Achim Roland und Jürgen Carl ihre Erfahrung und ihr Wissen an Schüler des Helmholtz-Gymnasiums weiter. Dies machen sie ehrenamtlich – im Rahmen des Projektes „ALmöHi“ (Alternative Lernmöglichkeiten Hilden), das mit einem ersten Platz beim WZ-Schulpreis ausgezeichnet wurde.

„Es ist auch hilfreich für das weitere Leben.“

Robin (11), Schüler

Die Idee zu „ALmöHi“ hatte ein ehemaliger Lehrer des Gymnasiums: Walther Enßlin. „Er hat sich im Jahr 2004 überlegt, wie das Know-how von Berufstätigen für die Schüler genutzt werden kann“, sagt Schulleiter Karl-Heinz Rädisch. Dabei muss es sich nicht unbedingt um das Fachwissen der Dozenten handeln. Auch spezielle Fertigkeiten und Interessen können den Schülern vermittelt werden. So unterstützt etwa der ehemalige Kinderarzt Gottfried Arnold die Kinder bei Holzarbeiten. Und der gelernte Architekt Jürgen Carl übt in Rhetorik-Kursen mit den Oberstufenschülern die freie Rede bei Vorträgen sowie die richtige Gesprächsführung.

Leistungen werden nicht benotet, tauchen aber auf dem Zeugnis auf

„Es macht einfach Spaß, und es ist jemand da, der hilft“, beschreibt Dilara (10) die Vorteile, die sie in „ALmöHi“ sieht. Spaß macht es auch deshalb, weil kein Notendruck besteht – gleichwohl werden die besonderen Leistungen als solche im Zeugnis vermerkt. Allerdings, so Rädisch, „gibt es auch auf die Schule bezogene Bereiche“. So lernen die Schüler beispielsweise in den Rhetorik-Kursen auch, bei Vorträgen und in Gesprächen auf ihre Körpersprache zu achten.

„Es ist auch hilfreich für das weitere Leben“, sagt Robin. Der Zehnjährige hat in der Holz-AG eine Treppenstufe mit zusätzlicher Abstellfläche gebaut, die in seinem Elternhaus bereits eingesetzt wird. Dort hätte er seine Arbeit zwar auch erledigen können, aber „in der Schule gibt es die besseren Werkzeuge“. Damit dies auch so bleibt, wird das Gymnasium die beim Schulpreis gewonnenen 1250 Euro wieder in die Projektarbeit investieren.

„Die Arbeit bringt schnell ein Ergebnis, dass die Schüler auch anfassen können“, beschreibt Arnold die besondere Motivation für die Schüler. Aber auch die Dozenten ziehen einen Nutzen aus ihrer Tätigkeit: Ihr Wissen und ihre Erfahrungen werden weitergegeben und gehen nicht verloren. „Das Arbeiten in der Gruppe hat mir immer Spaß gemacht. Und ich wollte den Kontakt zu jungen Menschen nicht verlieren“, zählt Roland seine persönlichen Gründe auf, sich für „ALmöHi“ zu engagieren.

Mehr als 40 Schulen aus dem Kreis Mettmann hatten sich um den mit insgesamt 8000 Euro dotierten WZ-Schulpreis beworben. Der Preis ist aufgeteilt in drei Gruppen: Grundschulen, weiterführende Schulen, Berufskollegs/Förderschulen.

Bei den weiterführenden Schulen überzeugte das Helmholtz-Gymnasium mit seinem Projekt „ALmöHi“ (Alternative Lernmöglichkeiten Hilden) die Jury. Belohnt wurde dies mit 1250 Euro.

Projektkoordinatorin Kristine Petzold ist weiter auf der Suche nach neuen Dozenten, die ihr Wissen und Können ehrenamtlich an die Schüler weitergeben möchten. kristine.petzold@web.de

Wenn beide Seiten von einem gemeinsamen Projekt profitieren, wird dies neudeutsch gerne „Win-win-Situation“ genannt. Für Rädisch bietet „ALmöHi“ sogar eine Win-win-win-Situation: „Die Schüler gewinnen, die Dozenten gewinnen, und die Schule gewinnt auch. Wir können den Schülern ein zusätzliches Angebot bieten, dass die Schule nichts kostet.“

Ganztagsschule stellt „ALmöHi“ vor ganz neue Herausforderungen

Etwas kostet „ALmöHi“ alle Beteiligten aber doch: Einsatz. Und der ist in naher Zukunft besonders gefragt: „Die Ganztagsschule stellt die Arbeitsgemeinschaften vor neue Herausforderungen, denn die Schüler haben immer weniger Zeit“, sagt Roland. Auch „ALmöHi“ müsse sich dem anpassen und sich ändern. Möglichkeiten dazu würden sich beispielsweise in der Über-Mittag-Betreuung bieten. Denkbar sei aber auch, dass neben den festen Arbeitsgruppen verstärkt auch auf wechselnde Neigungsgruppen gesetzt wird. Eins bleibt aber unverändert: Ohne engagierte Dozenten läuft gar nichts. Weitere Interessenten sind daher jederzeit willkommen.

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