Margreta Schmidt hat Fotos und Berichte über den alten Betrieb gesammelt. Das Buch soll im Februar erscheinen.

Margreta Schmidt vor der Mühle an der Itter. 1936 kaufte ihre Familie den Betrieb, den einst Hermann Gottschalk geführt hat.
Margreta Schmidt vor der Mühle an der Itter. 1936 kaufte ihre Familie den Betrieb, den einst Hermann Gottschalk geführt hat.

Margreta Schmidt vor der Mühle an der Itter. 1936 kaufte ihre Familie den Betrieb, den einst Hermann Gottschalk geführt hat.

Dirk Thomé

Margreta Schmidt vor der Mühle an der Itter. 1936 kaufte ihre Familie den Betrieb, den einst Hermann Gottschalk geführt hat.

Hilden. Das schmale Buch ist nur mit einer Klammer zusammengeheftet. Ein Stoß Hochglanzpapier liegt auf dem Schreibtisch – voller Bilder von altertümlich gekleideten Menschen und Zeichnungen von Mühlenmaschinen. „Nächste Woche beginnen wir mit dem Druck“, sagt Margreta Schmidt, Autorin des Buchs „Gottschalks Mühle“. Es seien die abschließenden Korrekturen, die sie derzeit vornimmt.

Der Arbeitsraum der 36-Jährigen erinnert mehr an ein Trödelgeschäft, als an ein Büro. Ein schwerer Schrank ist da und ein Esstisch. Eine Kaminuhr aus der Zeit ihres Großvaters Hermann Schmidt steht an einem Fenster, ein Foto zeigt Urgroßvater Ernst sitzend mit Gehstock und Hund.

Familienmitglieder rekonstruierten den kompletten Arbeitsablauf

Die Mühle an der Itter mit der Aufschrift „Rheinisches Mehlkontor“ ist im Besitz ihrer Familie. Nach der vier Jahre dauernden Sanierung sind die meisten Räume als Wohnung oder Büro vermietet. Schmidt hat sich in eine alte Halle zurückgezogen.

„Bei der Sanierung hätten wir viele neugierige Fragen an meinen Großvater gehabt“, sagt die studierte Medientechnikerin. Einen kompletten Arbeitsablauf vom Getreide bis zum Roggenschrot hätten die Familienmitglieder rekonstruiert – vor allem nach Angaben des Vaters, Friedrich Schmidt.

Das schieferverkleidete Hauptgebäude ist denkmalgeschützt. Das angrenzende Wohnhaus und die von „Zoo Thomas“ genutzte Halle gehören aber ebenso zum Grundstück.

Margreta Schmidt wurde von beiden Schwestern unterstützt

Die Mühle wurde im 14. Jahrhundert erwähnt. 1832 wurde Hermann Gottschalk in einem Dokument als Müller genannt. 1936 kaufte die Familie Schmidt die Mühle, bis 1995 gab es einen Mühlenbetrieb. Seit 2007 ist das mehr als 2000 Quadratmeter umfassende Haus saniert worden.

Das Buch „Gottschalks Mühle“ soll ab Februar verfügbar sein. Der Preis wird noch festgelegt. Reservierungen an Margreta Schmidt unter info@gottschalksmuehle.de.

„Beim Tag des Offenen Denkmals haben sich vereinzelt Leute gemeldet, die was zur Mühle wussten“, sagt Schmidt. Das sei Anlass für einen Aufruf gewesen: „Erzähl doch mal von früher“ - unter diesem Motto wollten die Schmidts Geschichten sammeln.

Nur wenig Resonanz habe es darauf gegeben. Immerhin gibt es in dem Mühlen-Buch eine Episode, wie der Opa einmal spielenden Kindern am Mühlteich auf die Schliche kam. Eine Zeitschrift von 1906 habe sie bekommen, in der die Einrichtung der Mühle erklärt wurde, sagt Schmidt.

Das Buchprojekt brachte ihr nach eigener Aussage einen neuen Kontakt zur Erprather Mühle bei Neuss. „Die gehörte ebenfalls der Familie Gottschalk“, erläutert Schmidt. Der Betrieb produziert noch – anders als die 1995 stillgelegte Hildener Mühle.

Überwiegend ist das Buch eine Familiensache geblieben. Margreta Schmidt hat Texte zusammengestellt, ihre Schwester Birgitta Artikel beigetragen. Die in Berlin lebende, andere Schwester Frederike Kintscher-Schmidt ist Industrie-Designerin und übernahm die Gestaltung des Bandes. „Fotografiert haben wir alle“, sagt Margreta Schmidt.

Heraus gekommen ist ein Band zur Geschichte der Familie und der Mühle, dazu eine Dokumentation der Maschinentechnik. „Man merkt, dass es sich lohnt, das weiter zu geben“, sagt Margreta Schmidt. Über Auflage und Preis sei noch nicht entschieden, aber das Buch soll ab Februar erhältlich sein.

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