Die Verzögerung beim Abriss des Reichshofs kommt den dort ansässigen Vereinen entgegen.

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Nach dem ursprünglichen Zeitplan wäre bereits im Dezember mit dem Abriss des Reichshofs an der Ecke Mittel-/Hochdahler Straße begonnen worden. Die Verzögerung gibt den dort untergebrachten Vereinen mehr Luft.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan wäre bereits im Dezember mit dem Abriss des Reichshofs an der Ecke Mittel-/Hochdahler Straße begonnen worden. Die Verzögerung gibt den dort untergebrachten Vereinen mehr Luft.

Dirk Thomé

Nach dem ursprünglichen Zeitplan wäre bereits im Dezember mit dem Abriss des Reichshofs an der Ecke Mittel-/Hochdahler Straße begonnen worden. Die Verzögerung gibt den dort untergebrachten Vereinen mehr Luft.

Hilden. „Eigentlich kommt uns der vorübergehende Stopp des Reichshofs-Projekts entgegen. Denn für uns bedeutet das eine ruhigere Planung. Wir können den Umzug ins Kolpinghaus nun ohne Zeitdruck angehen“, sagt Ute Eßbach vom Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM).

Normalerweise säßen der SKFM, der Spanische Familienverein und die Portugiesische Gemeinde nämlich schon längst auf gepackten Koffern. Schließlich sollte der Abriss des Reichshofs, der durch einen Neubau mit Wohnungen, Geschäften, Tiefgarage und Gemeindezentrum für St. Jacobus ersetzt wird, bereits seit Ende Dezember in vollem Gange sein. Und die drei Vereine hätten nach und nach ausziehen müssen.

Im Februar beginnt die Sanierung des Kolpinghauses

Mit dem nur wenige hundert Meter entfernten Kolpinghaus an der Kirchhofstraße steht ihre neue Heimat zwar schon fest. Allerdings muss das Gebäude, das die Stadt im vergangenen Jahr für 380 000 Euro gekauft hatte, erst noch aufwändig saniert werden. 868 000 Euro sind dafür veranschlagt. Im Februar soll die Sanierung beginnen.

„Ich schätze, dass bis zum letzten Pinselstrich sieben, acht Monate ins Land gehen“, sagt der Amtsleiter für Gebäudewirtschaft, Ralf Scheib. Infolgedessen hätten sich SKFM, Spanier und Portugiesen durchaus auf die Suche nach Zwischenlösungen machen müssen. „Das fällt jetzt wohl weg“, sagt Scheib.

Im letzten Moment war der Vertrag zwischen der katholischen Kirchengemeinde, der das Areal gehört, und der Reichshof Hilden GmbH geplatzt. Als Frist für den Beginn der Arbeiten war der 31. Dezember gesetzt worden – ein Datum, das der Investor nicht einhalten konnte. Zwar gab es Gespräche über eine Fristverlängerung, allerdings ohne einvernehmliche Lösung. Deshalb kündigte die Kirche den Vertrag (die WZ berichtete).

Der neue Reichshof lehnt sich im Aussehen an den Altbau an. Im Erdgeschoss sind Gastronomie und Geschäfte vorgesehen, in den Geschossen darüber Wohnungen. Außerdem werden Einrichtungen von St. Jacobus wie Gemeindesaal und Bücherei integriert.


Nach der Sanierung des Kolpinghauses an der Kirchhofstraße sollen dort der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) sowie der Spanische Familienverein und die Katholische Portugiesische Gemeinde eine neue Heimat bekommen.

Mittlerweile ist der Kirchenvorstand auf der Suche nach einem neuen Investor für das 18-Millionen-Euro-Projekt, wie Pfarrer Monsignore Ulrich Hennes bestätigt: „Ich bin auch zuversichtlich, dass wir zügig jemanden finden. Er ist zwar angehalten, nicht nur Wohnungen und Geschäfte umzusetzen, sondern auch unsere kirchlichen Einrichtungen wie Pfarrgemeindesaal oder Bücherei einzubeziehen.

Aber dafür bekommt er das Grundstück umsonst – und die Lage ist ja auch nicht die schlechteste.“ Hinzu komme, dass die Planungen der Reichshof GmbH übernommen werden können. Hennes: „Der Kontrakt ist ja nicht geplatzt, weil die Planungen schlecht waren.“ Allerdings müsste die Gesellschaft für ihre geleisteten Vorarbeiten entschädigt werden. Der städtebauliche Entwurf wiederum stammt vom Hildener Architekten Christof Gmeiner. Und der könne laut Pfarrer Hennes weiter genutzt werden.

Bis zum Sommer soll der neue Investor gefunden sein.. „Wenn wir bis dahin nicht fündig geworden sind, müssen wir weitersehen“, sagt Pfarrer Hennes. Damit durch die Verlängerung des Ist-Zustandes auf die Kirche keine unnötigen Kosten zukommen, wird der Reichshof, so Hennes, „nach dem Auszug der Vereine in jedem Fall dicht gemacht“.

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