Der Streit um die Siedlung des Bauvereins im Hildener Süden geht weiter – mindestens noch ein Jahr.

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Die Fronten sind verhärtet. Der gemeinnützige Bauverein möchte seine Siedlung im Bereich An den Linden, Kirschenweg und Ohligser Weg neu gestalten. Die Anwohner wehren sich dagegen.

Die Fronten sind verhärtet. Der gemeinnützige Bauverein möchte seine Siedlung im Bereich An den Linden, Kirschenweg und Ohligser Weg neu gestalten. Die Anwohner wehren sich dagegen.

Dirk Thomé

Die Fronten sind verhärtet. Der gemeinnützige Bauverein möchte seine Siedlung im Bereich An den Linden, Kirschenweg und Ohligser Weg neu gestalten. Die Anwohner wehren sich dagegen.

Hilden. Für die Diskussion um den städtebaulichen Rahmenplan für den Hildener Süden ist kein Ende in Sicht. Auf der letzten Stadtentwicklungsausschuss-Sitzung des Jahres vertagten die Fraktionen die Entscheidung über einen möglichen Bebauungsplan für das Gelände des gemeinnützigen Bauvereins zwischen den Straßen An den Linden, Ohligser Weg und Kirschenweg.

Um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können, ob gebaut werden darf oder die Siedlung so erhalten bleibt, wie sie ist, wollen sich die Fratkionen erst noch einmal eine externe Fachberatung holen. Bis auf die SPD, die sich enthielt, stimmten alle Fraktionen dieser Zwischenlösung zu.

LVR soll vor den Politikern über die Erhaltungssatzung referieren

Vor allem für die Abstimmung für die von den Anwohnern beantragte Erhaltungssatzung, nach der das Viertel in seiner historischen Grundstruktur nicht geändert werden darf, brauchen die Politiker mehr Wissen.

Ob eine derartige Satzung auf den Bereich zutrifft, kann derzeit nämlich noch niemand sagen. Deswegen bittet die Stadt den Bauverein, der die Umstrukturierung realisieren möchte, das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) für einen Fachvortrag vor dem Ausschuss zu gewinnen.

Dieses solle aber nicht nur grundsätzlich über Erhaltungssatzungen referieren, sondern konkret über die Chancen der Siedlung im Hildener Süden auf eine solche.

Der gemeinnützige Bauverein benötigt Wohnraum für seine Mitglieder. Deswegen möchte er den Bereich zwischen den Straßen An den Linden, Ohligser Weg und Kirschenweg verdichten, teilweise erneuern und 160 Wohnungen bauen. 36 Neubauten sollen auf einer Gesamtfläche von 5700 Quadratmetern gebaut werden. Teilweise sollen die neuen Häuser in den großen Gärten der alten entstehen. Dafür sollen auch bestehende Häuser abgerissen und durch großflächige Neubauten ersetzt werden.

Den Anwohnern, die auch Mitglieder des Vereins sind, gefällt dieser Plan gar nicht. Sie wollen den "ursprünglichen Charakter der seit Generationen gewachsenen Siedlung" erhalten und gründeten deswegen die Bürgerinitiative LOK, benannt nach den drei Anfangsbuchstaben der Straßennamen. Die Bürgerinitiative möchte den Bau verhindern. So organisierte sie eine Ortsbegehung, ein Mitglied stellte eine Petition an den Landtag. Nun versucht sie, den Umbau über eine Erhaltungssatzung zu stoppen.

"Die Frage ist allerdings, ob der LVR dafür eine fundierte Vorarbeit benötigt", sagte Peter Stuhlträger, Leiter des Hildener Planungs- und Vermessungsamtes. Braucht der LVR Vorarbeit, werden Kosten in Höhe von rund 20000 Euro für ein Gutachten fällig.

Doch weder die Stadt noch der Bauverein, der ohnehin kein Interesse an einer Erhaltungssatzung hat, wollen diese Kosten übernehmen. Dementsprechend ist noch unklar, wie es weitergehen wird.

Die zweite Wissenslücke des Ausschusses soll durch einen Antrag der Freien Liberalen geschlossen werden. Dieser fordert ein "ökologisches Gutachten" zum Artenschutz, das sich über zwei Phasen - Frühling und Herbst - erstrecken soll.

Da der Antrag erst diese Woche eingereicht wurde, wird erst im neuen Jahr über ihn entschieden. Bis das Gutachten dann erstellt ist, und die gewonnenen Erkenntnisse zur Abstimmung vorliegen, dauert es mindestens noch zehn Monate. So geht die Diskussion um das Gesamtprojekt weiter. Eine Entscheidung ist nicht vor Ende 2011 zu erwarten - frühestens.

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