Die Jury hat den Entwurf des Kölner Architekturbüros Molestina ausgewählt.

Wettbewerb
Nach Plänen des Kölner Architekturbüros Molestina soll anstelle des alten Reichshofs bald dieser Wohn- und Arbeitskomplex entstehen.

Nach Plänen des Kölner Architekturbüros Molestina soll anstelle des alten Reichshofs bald dieser Wohn- und Arbeitskomplex entstehen.

Anna Schwartz

Nach Plänen des Kölner Architekturbüros Molestina soll anstelle des alten Reichshofs bald dieser Wohn- und Arbeitskomplex entstehen.

Hilden. Die Entscheidung der Jury ist gefallen: Der neue Reichshof soll nach den Plänen des Kölner Architektenbüros Molestina gebaut werden.

„Eine wirklich gute Wahl“, sagte am Mittwoch Monsignore Ulrich Hennes, Pfarrer und Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Jacobus, im Namen des Gremiums. „Ich bin sehr zufrieden.“

So soll auf dem Gelände zwischen Mühlen-, Hochdahler- und Mittelstraße ein Komplex entstehen, der in sich zwar geschlossen ist, Wohneinheiten und Gemeindeeinrichtungen trotzdem voneinander trennt.

Rund 80 Besucher - sowohl die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, der anschließend tagte, als auch interessierte Bürger - waren der Einladung ins Jugendheim an der Mühlenstraße gefolgt, wo sämtliche Entwürfe noch bis zum 5. Mai zu sehen sind.

Insgesamt neun Entwürfe standen zur Auswahl

„Der Siegerentwurf überzeugt in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht“, sagte Martin Halfmann, selbst Architekt und Vorsitzender der Jury (unter anderem auch mit der neuen Baudezernentin Rita Hoff), die insgesamt neun Entwürfe zur Auswahl hatte.

Im neuen Reichshof sind Geschäfte und Wohnungen vorgesehen. Das Pfarrzentrum von St. Jacobus wird an der Ecke Mittel-/Hochdahler Straße entstehen. Der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer, der Spanische Familienverein und die Katholische Portugiesische Gemeinde, die noch auf dem Reichshof-Gelände ihre Domizile haben, ziehen ins sanierte Kolpinghaus an der Kirchhofstraße.

Das Gebäude an der Ecke Hochdahler-/Mittelstraße wurde im Jahr 1911 nach den Plänen des Düsseldorfer Architekten Wilhelm Sültenfuß gebaut.

Im Oktober 2008 wurde der Vertrag zwischen der Kirchengemeinde und dem Investor zum Bau des neuen Reichshof-Gebäudes unterschrieben. Nachdem die zwischenzeitlich gegründete Reichshof Hilden GmbH den für Ende 2010 geplanten Baubeginn nicht einhalten konnte, stieg die Kirchengemeinde aus dem Projekt aus. Nach langer Überlegung entschied sich das Erzbistum Köln schließlich für den Architektenwettbewerb.

Im Mittelpunkt der Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros – darunter übrigens auch Christof Gemeiner aus Hilden, dessen Vorstellung auf Platz zwei landete – stand, kirchliche Belange mit Wohnen und Arbeiten in Einklang zu bringen.

Der Molestina-Plan sieht entlang der Hochdahler Straße einen Mix aus Büros und Praxen im Erdgeschoss sowie Wohnungen darüber vor. Gleiches gilt für einen dreieckigen Gebäudeteil, der zur Mühlenstraße hin anschließt und mit dem Trakt entlang der Hochdahler Straße eine kleine Hofanlage vorsieht.

Insgesamt sind 65 Wohneinheiten in einer Größenordnung zwischen 50 und 110 Quadratmetern geplant. Unter dem Komplex soll es zudem eine Tiefgarage mit 65 Stellplätzen geben.

Teile des alten Reichshofs sollen im Neubau wiederverwendet werden

Das neue Gemeindezentrum schließt daran an und bildet die Verbindung zur St.-Jacobus-Kirche. „Eine ruhige, dennoch offene Gestaltung mit gezielter Transparenz prägt das Gemeindezentrum“, heißt es dazu in dem Entwurf des Architekturbüros.

„Große Glasflächen sind in eine plastisch gestaltete ruhige muschelartige Grundform eingesetzt, die unaufdringlich an die Historie von St. Jacobus erinnert, und den Kirchenbau ergänzt, ohne in Konkurrenz damit zu treten.“

Der Clou: Die alten Klinkersteine des heutigen Reichshofs werden gesäubert und für die Fassade des Zentrums wieder benutzt. Darüber hinaus soll ein zentrales Oberlicht Licht ins Foyer bringen. „Es ist der Kontrast zwischen Offenheit und Geborgenheit“, formulierte es Pfarrer Hennes.

Der weitere Zeitplan und die Frage, ob die Pläne auch 1:1 umgesetzt werden, ist derweil noch offen und liegt in den Händen der politischen Gremien. Erst einmal muss die Kirche einen Bauantrag einreichen, damit der Investor, die evohaus GmbH aus Karlsruhe, loslegen kann.

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