Bei einer Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs schneidet Hilden schlechter ab als vor fünf Jahren.

Test
Radfahren in Hilden hat Licht- und Schattenseiten: Die Infrastruktur und die Ausschilderung der Radwege sind laut einer Umfrage des ADFC gut, bei der Zahl der Abstellanlagen und der Breite der Radwege ist die Situation gerade einmal ausreichend.

Radfahren in Hilden hat Licht- und Schattenseiten: Die Infrastruktur und die Ausschilderung der Radwege sind laut einer Umfrage des ADFC gut, bei der Zahl der Abstellanlagen und der Breite der Radwege ist die Situation gerade einmal ausreichend.

Dirk Thomé

Radfahren in Hilden hat Licht- und Schattenseiten: Die Infrastruktur und die Ausschilderung der Radwege sind laut einer Umfrage des ADFC gut, bei der Zahl der Abstellanlagen und der Breite der Radwege ist die Situation gerade einmal ausreichend.

Hilden. Das Fahrradklima in Hilden ist befriedigend. Das hat der bundesweite Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ergeben. Dabei konnten die Radler selbst zu 27 Kriterien mit Schulnoten die Situation in ihrer Stadt beurteilen. 95 Antworten kamen aus Hilden, die im Durchschnitt eine 3,45 vergeben haben.

„Das ist keine repräsentative Umfrage“, relativiert Georg Blanchot, Vorstandsmitglied des ADFC Hilden, das Ergebnis der bundesweiten Erhebung. Aus seiner Sicht ist Hilden eine fahrradfreundliche Stadt. Deshalb würde er selbst etwas positivere Noten als der Durchschnitt vergeben. Dass die Mehrheit schlechtere Noten vergeben hat, liegt für Blanchot „sicher auch am gewandelten Selbstbewusstsein der Radler, die ihre Rechte einfordern und unzureichende Radverkehrsbedingungen nicht mehr unveränderbar hinnehmen“.

Lob für die Ausschilderung der Radwege

Auch Lothar Kliewer hält Hilden für eine fahrradfreundliche Stadt. Er ist seit 25 Jahren dienstlich jeden Tag mit dem Rad unterwegs und verteilt die Post in der Innenstadt. Auch privat steigt er oft aufs Rad und gibt dem Fahrrad-Klima in Hilden mindestens ein „gut“. Vor allem die Ausschilderung der Radwege sei beispielhaft.

Mit der aktuellen Situation zufrieden ist auch Daniel Ben-Benjamin. Der Radfahrer schätzt vor allem die gute Wegeverbindung in Hilden. Die Zahl der Abstellplätze ist für ihn „in Ordnung“, nur in einem Punkt ärgert er sich: „Manche Autofahrer halten beim Überholen nicht genug Abstand.“

Auch Blanchot sieht darin einen Knackpunkt für die relativ schlechte Bewertung. Er appelliert an die Autofahrer, den vorhandenen Platz zu teilen. „Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander“, sagt er – und verweist auf die Straßenverkehrsordnung, die besagt, dass Fahrräder auf die Straße gehören. „Bürgersteige und Gehwege gehören dem Fußgänger“, sagt Blanchot.

Bei der Umfrage 2005 gab es mit 3,08 die bisherige Bestnote

„Hilden hat schon viel gemacht“, sagt das ADFC-Vorstandsmitglied. Dies würden auch die Ergebnisse der vorherigen Umfragen belegen. Hilden war zum vierten Mal unter den gewerteten Klein- und Mittelstädten mit weniger als 100 000 Einwohnern dabei. Bei der ersten Teilnahme 1991 lag Hilden mit der Note 4,7 auf Platz 85 unter 121 Städten. Im Jahr 2003 vergaben die Radler die Durchschnittsnote 3,29, was zu Platz 16 unter 84 Städten reichte. Noch besser war das Ergebnis im Jahr 2005: Platz 24 (von 93) mit der Note 3,08.

Im Einzelnen gab es bei der jüngsten Umfrage gute Noten für die Infrastruktur wie zum Beispiel geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung sowie die gute Erreichbarkeit der Innenstadt. Nur ausreichend bewertet wurden unter anderem die Breite der Radwege, die Zahl der Abstellanlagen und die erhöhte Diebstahlgefahr von Fahrrädern. Das im Durchschnitt noch befriedigende Ergebnis zeige laut Blanchot, „dass weiterhin Bedarf an der Verbesserung der Radverkehrsbedingungen in Hilden besteht“.

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