Bei der Prinzenkürung besteigen Daniel I. und Sabine I. den närrischen Thron.

Brauchtum
Seit der Prinzenkürung am Samstag leiten Seine Tollität Prinz Hildanus Daniel I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Sabine I. (hier mit Hofdame Christine Ganzmann, links) das närrische Volk in Hilden.

Seit der Prinzenkürung am Samstag leiten Seine Tollität Prinz Hildanus Daniel I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Sabine I. (hier mit Hofdame Christine Ganzmann, links) das närrische Volk in Hilden.

Dirk Thomé

Seit der Prinzenkürung am Samstag leiten Seine Tollität Prinz Hildanus Daniel I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Sabine I. (hier mit Hofdame Christine Ganzmann, links) das närrische Volk in Hilden.

Hilden. Schon vor dem eigentlichen Höhepunkt des Abends ist die Stimmung bei der 61. Hildener Prinzenkürung auf dem Siedepunkt. Die Erpeler Band „Gulaschkapell“ heizt den Gästen in der ausverkauften Stadthalle ordentlich ein. Ob schunkelnd beim Heidi-Brühl-Klassiker „Wir wollen niemals auseinandergehen“, stehend und klatschend bei „Kumm, loss mer fiere, nit lamentiere“ oder alles gleichzeitig beim Bläck-Fööss-Hit „Drink doch ene met“, die Zuschauer sind von den Darbietungen der Blaskapelle begeistert. Laute Zugabe-Rufe verzögern den Einmarsch des neuen Prinzenpaares, doch kurze Zeit später ist es dann so weit. Zum Zeitpunkt ihres umjubelten Einmarsches sind Daniel Pitschke (27) und Sabine Scherf (24) noch ganz einfache Bürger, auch wenn sie in ihren Ornaten nicht mehr so aussehen. Beide werfen mit roten Rosen um sich, die angehende Prinzessin begeistert mit ihrer schönen grün-weißen Tracht, und ihr Lebensgefährte füllt den Saal umgehend mit seiner fröhlichen und stimmungsvollen Ausstrahlung. Seine Feder im Hut weht quasi im Sekundentakt hin und her, als wolle er jeden einzelnen im Publikum persönlich begrüßen.

Auch der Bürgermeister gerät ins Schwärmen Auf der Bühne schließlich strahlt das blonde Haar der angehenden Prinzessin mit dem Gesicht ihres Prinzen in spe um die Wette, was auch Bürgermeister Horst Thiele ins Schwärmen bringt: „Ich weiß nicht, ob wir das jüngste Prinzenpaar im Rheinland haben. Definitiv aber das hübscheste!“

Natürlich wurden am Samstag auch die Kinderprinzen vorgestellt. Routiniert verlasen Prinz Hildanus Tobias und Prinzessin Hildania Lena ihre Proklamation, im Gefolge ihr Hofstaat Kira und Marcel. In umgekehrter Funktion waren die Vier schließlich auch schon in der vergangenen Session dabei.

Neben der umjubelten „Gulaschkapell“ traten als externe Gäste noch die „Cölln Girls“, „Ne Knallkopp“ Dieter Röder und Lutz Kniep mit einer Lasershow auf.

Um 21.23 Uhr ist es schließlich so weit: Hilden hat seine neuen Tollitäten. Das Prinzenpaar ergreift das Mikrofon und ist sichtlich überwältigt von den zahlreichen Eindrücken. „Wir sind hier absolut bombastisch empfangen worden, vielen Dank dafür. Wir beide sind sehr stolz darauf, die Hildener Farben in den kommenden Monaten vertreten zu dürfen“, sagt Seine Tollität Prinz Hildanus Daniel I., und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Sabine I. ergänzt: „Ich habe wirklich einen dicken Kloß im Hals und bin absolut überwältigt von diesem Empfang.“ In ihrer Proklamation fordern die beiden unter anderem, dass der Stadtrat in Hilden während ihrer Regentschaft durch den Elferrat ersetzt werden soll. Der Reaktion des Publikums nach zu urteilen ist das kein so ganz unpopulärer Vorschlag. Als erste Amtshandlung verleihen die Prinzen ihre Orden an Bürgermeister Thiele und den neuen Präsidenten des Carnevals Comitees Hilden (CCH), Thomas Scharnweber. Die Tollitäten machen allerdings auch deutlich, dass nicht immer alles nur heiter und fröhlich ist. In einem dicken, roten Sparschwein werden Spenden für die Hildener Hospizbewegung gesammelt. Den gleichen Zweck erfüllen die Einnahmen durch den Verkauf eines eigens kreierten Schals. Auf der einen Seite steht „Hier schlägt ein Karnevalsherz“, auf der anderen „Itter, Itter, Helau“. „Zum Preis von 11,11 Euro können diese Schals erworben werden. Wir hoffen natürlich, dass viel Geld für den guten Zweck zusammenkommt“, sagt Seine Tollität.

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