Fünf Männer sollen unter falschen Namen mit Luxusgütern gehandelt und dabei Rechnungen nicht bezahlt haben. Der entstandene Schaden beträgt laut Polizei mehr als eine halbe Million Euro.

tatverdacht
„Jimmy“, „Yavuz“, „Ibrahim“, „Cemil“ und „Orhan“ sollen im Namen eines Hildener Unternehmens Waren bestellt und weiterverkauft haben. Während sie Gewinn machten, erhielten die Lieferanten laut Polizei keinen Cent.

„Jimmy“, „Yavuz“, „Ibrahim“, „Cemil“ und „Orhan“ sollen im Namen eines Hildener Unternehmens Waren bestellt und weiterverkauft haben. Während sie Gewinn machten, erhielten die Lieferanten laut Polizei keinen Cent.

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„Jimmy“, „Yavuz“, „Ibrahim“, „Cemil“ und „Orhan“ sollen im Namen eines Hildener Unternehmens Waren bestellt und weiterverkauft haben. Während sie Gewinn machten, erhielten die Lieferanten laut Polizei keinen Cent.

Hilden. Schmuck, Autos, edle Lebensmittel, teure Weine, und sogar Sanitäreinrichtungen – mit diesen und anderen Gütern haben Betrüger in Hilden einen großen Schaden angerichtet. Die Rechnungen für die erhaltenen Waren wurden nicht bezahlt. Der Schaden der geprellten Lieferanten beläuft sich laut Polizeisprecher Ulrich Löhe auf mehr als eine halbe Million Euro.

„Stoßbetrug“ nennen die Beamten die Art des Warenkreditbetrugs

Die Polizei in Mettmann nennt die Masche der Männer „Stoßbetrug“, eine spezielle Variante des Warenkreditbetrugs. Das bedeutet im vorliegenden Fall: Die mutmaßlichen fünf Täter haben 2009 eine seit 2005 bestehende Firma an der Straße Kleinhülsen 45 in Hilden, die Consilium GmbH, übernommen. Im Namen des Unternehmens bestellten die Betrüger Waren, die sie dann schnell wieder verkauften – meist unter dem üblichen Wert.

Gewinn machten die Betrüger, die Lieferanten sahen keinen Cent. So entstand in wenigen Wochen ein Schaden von mehreren 100 000 Euro. Die Betrüger verschwanden schließlich mit dem Geld und des restlichen Gütern.

Bereits seit Anfang vergangenen Jahres ermittelt deshalb das Kriminalkommissariat 2 der Kreispolizeibehörde Mettmann und sucht nach den fünf Haupttätern. „Die Betrüger sind unter falschen Namen aufgetreten“, sagt Ulrich Löhe. Deshalb hätten die Haupttäter noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden können. Sie gaben sich beispielsweise als Akmen Soylu, Ahmed Ibrahim oder Mehmet Boyacioglu aus und wiesen sich mit falschen Papieren aus.

Mitarbeiter des Unternehmens stellten Fotos zur Verfügung

Im Handelsregister findet sich ein Eintrag vom 7. Juli 2009, in dem Orhan Soylu, geboren am 5. Januar 1943 in Düsseldorf, die Geschäftsleitung der Consilium GmbH übernimmt. Seit Mai 2009 hatte die Gesellschaft ihren Sitz in Hilden. Der „Großhandel mit Tabakwaren, Getränken und Lebensmitteln“ wird als Geschäft der Consilium GmbH genannt; das Stammkapital auf 25 000 Euro beziffert.

Beim so genannten „Stoßbetrug“ handelt es sich um eine besondere Variante des Warenkreditbetrugs. Laut Polizei erfolgt hierbei die Gründung von Unternehmen, hauptsächlich als GmbH, unter dem Vorsatz der „betrügerischen Warenerlangung“. Sprich: Die Unternehmen geben vor, zahlungswillig und zahlungsfähig zu sein, und bestellen Waren. Diese werden unter dem regulären Marktwert weiterverkauft. Die Betrüger verschwinden dann mit dem eingenommenen Geld, ohne die Lieferanten zu bezahlen.

„Wir konnten schon einige Mittäter oder Mitläufer vernehmen“, sagt Ulrich Löhe. Die hätten zwar in dem Unternehmen gearbeitet, aber unter Umständen gar nicht gewusst, was dort vor sich gegangen sei. „Von diesen vernommenen Personen haben wir Bilder der Betrüger bekommen“, sagt Löhe. Die Fotos zeigen die fünf Haupttäter beim Feiern der „geschäftlichen Erfolge“ in einem Kölner Restaurant. Nun fahndet die Polizei gezielt nach den Männern auf den Fotos und bittet um Hinweise auf die Personen und ihren Aufenthaltsort.

Die Männer könnten ihre Masche fortsetzen, warnt die Polizei

Die Polizei geht zudem davon aus, dass die Betrüger anderen Ortes mit der gleichen illegalen Masche und unter anderen Namen sowie Firmendeckmantel betrügen. Die Kreispolizei Mettmann nimmt Hinweise unter Telefon 02104/ 98 20 entgegen.

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