Die Stadt entwickelt derzeit ein Konzept zur landwirtschaftlichen Nutzung des ehemaligen Segelfluggeländes.

Kesselsweier
Die Segelflieger haben den Kesselsweier vor vier Jahren verlassen. In Zukunft könnten Kühe auf dem ehemaligen Flugplatz grasen.

Die Segelflieger haben den Kesselsweier vor vier Jahren verlassen. In Zukunft könnten Kühe auf dem ehemaligen Flugplatz grasen.

Archiv

Die Segelflieger haben den Kesselsweier vor vier Jahren verlassen. In Zukunft könnten Kühe auf dem ehemaligen Flugplatz grasen.

Hilden. Kesselsweier – das ist ein fast schon verwunschenes Fleckchen mitten in der Hildener Heide. Dem alten Bauernhof an der Grenze zu Haan ist kaum noch anzusehen, dass er Teil eines alten Flugplatzes ist. Vereinshaus und Hangar der früheren Luftsportgemeinschaft Kesselsweier Hilden-Haan sind seit einigen Wochen verkauft. Aber was soll mit dem früheren Startfeld passieren?

Die Stadt arbeitet derzeit Pläne aus, wie das frühere Startfeld der Segelflieger für Freizeit und Landwirtschaft genutzt werden kann. Derzeit fahren vor allem Hundebesitzer regelmäßig zum ehemaligen Segelfluggelände, um die rund 15 Hektar Wiese als Auslauffläche für ihre Vierbeiner zu nutzen. Immer öfter sind auch Modellflieger auf dem Grasland zu sehen. Wanderer und Radler unternehmen dort Ausflüge in die Heide.

Einige dieser Freizeitaktivitäten könnten künftig eingeschränkt werden, sagt der städtische Umweltbeauftragte Achim Hendrichs vom Tiefbau- und Grünflächenamt: „Die Landwirtschaft ist sehr interessiert an dieser Fläche.“

Nach einer Idee des Amtes könnte der viel genutzte breite Fußweg über die Startbahn erhalten bleiben, sagt Hendrichs. Südlich, Richtung Elberfelder Straße gelegen, könnte eine Fläche für Tierhaltung entstehen. „Vieh, das auf der Weide steht, ist etwas, was bei uns in der Gegend heute seltener zu sehen ist als früher“, sagt der Ingenieur. Der nördliche Bereich zum Wald am Spörkelnbruch hin könnte als Grünland für die Heugewinnung genutzt werden.

Eine gewisse Einschränkung ergibt sich dadurch für die Hundehalter. „Wir haben auf der anderen Seite der Elberfelder Straße, Richtung Sandberg, eine Fläche für Hunde vorgesehen. Das ist in dieser Form einzigartig im weiten Umkreis“, sagt Hendrichs.

Das Gelände grenzt an ein Naturschutzgebiet

Segelflug gab es in der Hildener Heide seit 1926. Erste Starts wurden mit einem Gummiseil durchgeführt. Das Gelände ist bei Hildenern als Ausflugsziel beliebt.
 

Die Start- und Landebahn am Kesselsweier ist mit einer Gesamtlänge von 600 Metern kürzer als es die Sicherheitsvorschriften verlangen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat deshalb die Sondergenehmigung für den Platz ausgesetzt.

Nach dem Ende der Segelflug-Ära am Kesselsweier haben sich die Hildener und Haaner Segelflieger den Kollegen in Langenfeld-Wiescheid angeschlossen.

Die Zunahme der Modellflieger sieht die Stadt kritisch. Hendrichs: „Das Areal grenzt an ein Naturschutzgebiet, das als FFH-Gebiet zur höchsten europäischen Schutzklasse gehört.“ Zu sämtlichen Überlegungen der Verwaltung müsse der Rat noch gehört werden.

Ein kleines Stück Flugplatzleben soll künftig doch noch in der Hildener Heide präsent sein: Einige Schuppen an der Elberfelder Straße tragen noch das Zeichen der früheren Luftsportgemeinschaft Kesselsweier. Für den Nachfolgeverein Luftsportgruppe Erbslöh Langenfeld sagt Vereinssprecher Jürgen Fischer: „Diese Gebäude sind für uns sehr interessant, weil man dort Flug- und Fahrzeuge warten kann.“ Mit der Eigentümerin, der Stadt Hilden, sei abgesprochen, dass sich dafür ein neuer, kleiner Verein in Hilden gründen wird. Das Grundstück soll nämlich ausdrücklich Hildener Bürgern zugutekommen.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer