Der Hildener Bäckermeister Roland Schüren verschenkt an seiner Backstube Strom für Elektrofahrzeuge.

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Auch bei schlechtem Wetter versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Backstube die Ladestation mit Solarenergie.

Auch bei schlechtem Wetter versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Backstube die Ladestation mit Solarenergie.

Bäckermeister Roland Schüren hat selbst einen Fuhrpark von fünf Elektroautos für seinen Betrieb. Seine Auszubildenden können einen Renault Twizzy nutzen – natürlich elektrisch betrieben.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Auch bei schlechtem Wetter versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Backstube die Ladestation mit Solarenergie.

Hilden. Roland Schüren verschenkt Strom. Nicht an irgendwen, sondern ganz gezielt an Besitzer von Elektroautos. Die können bei ihm sieben Tage in der Woche rund um die Uhr kostenlos ihre Fahrzeuge aufladen. Am liebsten ist es dem Bäckermeister, der vor kurzem zum Unternehmer des Jahres im Kreis Mettmann gewählt wurde, wenn die Fahrer der geräusch- und emissionsarmen Autos zwischen 13 und 19 Uhr kommen.

„Wenn die Sonne scheint, ist das auch für mich von Vorteil, wenn nicht, gebe ich einen aus.“

Roland Schüren, Bäckermeister

Denn der größte Teil des Stroms, der aus den 14 Ladestationen am Mühlenbachweg kommt, wird von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern seines Unternehmens produziert. In erster Linie nutzt Schüren diesen Strom für seine Backmaschinen – und für die fünf Elektroautos, die zu seinem Betrieb gehören. Dass er auch Strom verschenken kann, liegt daran, „dass die Photovoltaikanlagen auch bei schlechtem Wetter mehr Strom produzieren, als wir in dem Moment brauchen“, sagt Schüren.

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Auch bei schlechtem Wetter versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Backstube die Ladestation mit Solarenergie.

Auch bei schlechtem Wetter versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Backstube die Ladestation mit Solarenergie.

Bäckermeister Roland Schüren hat selbst einen Fuhrpark von fünf Elektroautos für seinen Betrieb. Seine Auszubildenden können einen Renault Twizzy nutzen – natürlich elektrisch betrieben.

Archiv Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Bäckermeister Roland Schüren hat selbst einen Fuhrpark von fünf Elektroautos für seinen Betrieb. Seine Auszubildenden können einen Renault Twizzy nutzen – natürlich elektrisch betrieben.

55 000 Euro hat er in die Ladestationen investiert, die jeder nutzen kann. „Im Gegensatz zu den Stadtwerken, von denen viele in Deutschland bereits Ladestationen unterhalten, sind wir gastfreundlich und komplett barrierefrei“, sagt Schüren. Denn bei den Stadtwerken können nur deren Kunden laden. Bei Bäcker Schüren dürfen auch Autofahrer Strom zapfen, die ihre Brötchen nicht bei ihm kaufen oder beispielsweise auf der Durchreise sind.

Das kostenlose Angebot gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2014

Weil Schüren aber nicht weiß, was die Zukunft bringt, und ob sich die Zahl der Elektroautos in den kommenden Monaten drastisch erhöht, verschenkt er seinen Strom erst einmal nur bis zum 31. Dezember 2014. „Ändert sich bis dahin nichts, bleibt das Angebot des kostenlosen Ladens bestehen“, versichert Schüren.

Täglich kommt etwa ein Kunde zu ihm und nutzt das Angebot für sein Elektroauto. Aber Schüren ist sich sicher, dass es in den kommenden Jahren deutlich mehr werden. Dann würde er für die Abgabe für Strom auch Geld verlangen.

Roland Schüren (47) betreibt nach eigenen Angaben den zweitgrößten Ladepark in Deutschland.

In Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Düsseldorf stattet Schüren drei der 14 Ladestationen mit Girogo-Kartenlesern aus, so dass Inhaber dieser Karten (Nachfolger der Geldkarten) dort tanken können – kostenlos. Es funktioniert aber auch mit Leihkarten, die in der Bäckerei erhältlich sind, oder der Back-Bäck-Karte des Unternehmens.

Schürens Anlage hat eine Fläche von etwa 900 Quadratmetern und eine Maximalleistung von 148 Kilowatt in der Spitze.

„Zurzeit kostet mich eine Füllung aus dem Netz für 100 Kilometer 2,75 Euro“, rechnet Schüren vor. „Wenn die Sonne scheint, kostet sie mich gar nichts. Dann ist es auch für mich ein Vorteil. Wenn sie nicht scheint, gebe ich einen aus.“ Zum Beispiel seinen Auszubildenden. Für sie hat Schüren einen mit Strom betriebenen Renault Twizzy angeschafft, damit die Nachwuchsbäcker auch nachts – wenn kaum Busse und Bahnen fahren – rechtzeitig in der Backstube sind.

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