Trotzdem rechnet die Stadt damit, dass die Versorgungsplätze für die Kinder unter drei Jahren nicht ausreichen werden.

Betreuung
Die Betreuung von Kindern unter und über drei Jahren bleibt ein spannendes Thema. Archiv

Die Betreuung von Kindern unter und über drei Jahren bleibt ein spannendes Thema. Archiv

Anna Schwartz

Die Betreuung von Kindern unter und über drei Jahren bleibt ein spannendes Thema. Archiv

Hilden. Jugenddezernent Reinhard Gatzke könnte eigentlich gelassen auf das neue Jahr blicken. Zumindest was die Kindergartenplätze für Unter-Dreijährige angeht, ist Hilden Vorreiter im Kreis Mettmann.

Auf die beiden Kernjahrgänge, erstes und zweites Lebensjahr, bezogen, entspricht die Quote der Betreuungsplätze in Hilden 56 Prozent. Bis zum Sommer sollen bundesweit mindestens 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren in allen Kommunen einen Betreuungsplatz haben. Sonst dürfen die Eltern klagen.

„Ich gehe davon aus, dass wir immer noch weniger Plätze haben, als wirklich gebraucht werden.“
Reinhard Gatzke, Jugenddezernent

Hilden hat die Quote der Bundesregierung bereits lange hinter sich gelassen. Trotzdem ist der reale Bedarf nicht gedeckt, schätzt Gatzke die Situation ein. „Der tatsächliche Bedarf ist ja unabhängig von der Quote, die uns die Bundesregierung auferlegt hat, in jeder Stadt anders“, sagt Gatzke. „Wir haben eine sehr gute Versorgung. Ob die tatsächlich ausreicht, wird sich zeigen. Ich gehe aber davon aus, dass wir immer noch weniger Plätze haben, als wirklich gebraucht werden.“

Eine wichtige Rolle beim Ausbau der Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige spielen die Tagesmütter. Etwa 30 Prozent der Betreuung übernehmen nicht die Einrichtungen, sondern Frauen und Männer, die Kinder in die sogenannte Tagespflege nehmen. In Hilden gibt es 39 Tagesmütter und einen Tagesvater, die zurzeit 130 Kinder betreuen.

Für das ein oder andere Kleinkind mag ein Platz bei einer Tagesmutter – in einer kleineren Gruppe – sogar sinnvoller sein, als in einem großen Kindergarten mit vielen Kindern, mutmaßt Gatzke. Trotzdem suchen die meisten Eltern einen Platz in einer der 25Kindertagesstätten. Gatzke: „Die Tagespflege ist eine gleichwertige Alternative.“

Noch im Dezember gab es eine kleine Finanzspritze von der Landesregierung. Etwas mehr als 600 000 Euro bekam die Stadt Hilden für den Ausbau der U 3-Plätze. Nachdem einige Kommunen über mangelnde Unterstützung der Regierung geklagt hatten, mussten die Landesregierungen im Zuge des Belastungsausgleichgesetzes ihre Kommunen unterstützen.

Der Jugenddezernent ist froh, dass sich alle Einrichtungen in Hilden am Ausbau der Kita-Plätze beteiligen. Die Kindergärten hätten gemerkt, dass es nichts bringt, nur Über-Dreijährige Kinder aufzunehmen. „Die meisten Unter-Dreijährigen bleiben ja optimaler Weise bis zur Grundschule im selben Kindergarten. Irgendwann kämen also gar keine Kinder mehr nach.“

Ü 3-Kinder dürfen bei der Diskussion nicht vergessen werden

Dennoch dürfen die über dreijährigen Kinder, bei der ganzen Diskussion um die Ü 3-Kinder, nicht außer Acht gelassen werden, so Gatzke. „Dadurch, dass der Einschulungsstichtag auf den 30. September verlängert wurde, bleiben auch die Kinder länger im Kindergarten. Das muss aufgefangen werden.“ 2013/14 werden deshalb voraussichtlich 90 Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei Jahren und sechs Jahren fehlen.

Die Stadt baut deshalb für 360 000 Euro eine Hausmeisterwohnung am Holterhöfchen in eine Kita für Über-Dreijährige um. Die Engpässe bei Erziehern, wie sie in anderen Städten schon entstanden sind oder für die nächsten Jahre befürchtet werden, sieht Gatzke für Hilden noch nicht. „Bisher ist es uns gut gelungen, genügend Erzieher zu finden.“

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