Friedhofsmeisterin Betinna Rech nennt das Verhalten der Halter „pietätlos“. Hundekot lag auf der Treppe zur Kapelle.

Empörung
Zwei Arbeiter reinigen die Friedhofsanlage. Viel mehr als über Laub ärgern sich Angehörige über Hundekot auf Grabstätten.

Zwei Arbeiter reinigen die Friedhofsanlage. Viel mehr als über Laub ärgern sich Angehörige über Hundekot auf Grabstätten.

Dirk Thomé

Zwei Arbeiter reinigen die Friedhofsanlage. Viel mehr als über Laub ärgern sich Angehörige über Hundekot auf Grabstätten.

Hilden. Respekt und Ehrfurcht den Toten gegenüber – so lautet die Umschreibung für Pietät. Als „pietätlos“ beschreibt Friedhofsmeisterin Bettina Rech (47) deshalb das Verhalten einiger Hundehalter, die ihre Haustiere auf einem der drei Hildener Friedhöfe ausführen, um sie dort ihr Geschäft verrichten zu lassen. Anschließend finden sich die Hinterlassenschaften dann nicht nur auf den Wegen. „Es kommt auch vor, dass wir auf den Gräbern ein Häufchen finden“, sagt Rech.

Die Friedhofsmeisterin ist selbst Hundehalterin und weiß, dass ein Malheur immer passieren kann. „Dafür habe ich ein Tütchen dabei“, sagt Rech. Aber eigentlich haben Hunde zwischen den Gräbern nichts zu suchen. Das verbietet die Friedhofssatzung. Schilder mit entsprechenden Hinweisen stehen an allen Eingängen. „Aber was nützen schon Schilder?“, fragt sich Rech, wenn sich einige Hundehalter nicht daran halten.

Ordnungsamt kann nicht immer und überall sein

Dann helfen nur Kontrollen durch das Ordnungsamt. Dessen Mitarbeiter können Verwarngelder aussprechen. Die hartnäckigen Fälle werden aber selten erwischt. „Die Leute kennen unsere Arbeitszeiten“, sagt Rech. Eine Kontrolle rund um die Uhr ist nicht möglich. Die Friedhöfe sind aber durchgehend geöffnet. Der Friedhofsmeisterin bleibt deshalb nur der Appell an den gesunden Menschenverstand. „Wenn jemand mit einem Hund auf dem Friedhof angetroffen wird, dann sprechen wir den Halter an und weisen ihn auf sein Fehlverhalten hin“, sagt sie. Oft ernten Rech und ihre Mitarbeiter dafür aber wüste Beschimpfungen.

Das ist nicht die Regel. Viele Hundehalter zeigen sich einsichtig. Dann belassen es die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung bei einer Ermahnung und hoffen, dass die Einsicht länger anhält. Einen ganz speziellen Hundehalter hätten die städtischen Mitarbeiter allerdings gerne erwischt und zur Rechenschaft gezogen. Der hat seinen Vierbeiner das große Geschäft auf der Treppe zur Friedhofskapelle verrichten lassen.

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