Schüler kommen zum Lernen, Eltern mit den Kindern zum Vorlesen. Nach dem Umbau herrscht in der Stadtbücherei immer reger Betrieb.

Bibliothek
Bücherei-Mitarbeiterin Stephanie Koopmann präsentiert eines der sogenannten Tip-Toi-Bücher.

Bücherei-Mitarbeiterin Stephanie Koopmann präsentiert eines der sogenannten Tip-Toi-Bücher.

Dirk Thomé

Bücherei-Mitarbeiterin Stephanie Koopmann präsentiert eines der sogenannten Tip-Toi-Bücher.

Hilden. Mittwochmittag in der Hildener Innenstadt: Auf dem Nové-Msto-Platz herrscht trotz schlechtem Wetter Trubel auf dem Wochenmarkt. Dagegen ist die Stadtbücherei eine Ruhe-Oase und vor allem um die Mittagszeit noch stiller als sonst.

Diese Ruhe hat sich Annika Ketel zu Nutzen gemacht. Gemütlich sitzt die 18-jährige Bonhoeffer-Schülerin auf der Couch in einer Ecke des Jugendbereiches im ersten Stock. Auf ihrem Schoß liegt nicht etwa ein spannender Roman, sondern ein Mathebuch. „Vorbereitung für die Klausur“, sagt Annika. Ab und an nutzt sie dafür die Bibliothek.

„Wenn die Kinder gerade lesen können, kommen sie gerne.“

Claudia Büchel, Bücherei-Leiterin

„Hier gibt es eigentlich alles, was man braucht für die Schule. In den Freistunden kommen wir manchmal hier her und wenn es jetzt auf die Abi-Prüfungen zugeht sicher noch häufiger.“ Laut Bücherei-Leiterin Claudia Büchel sind Annika und ihre Mitschüler da keine Exoten.

„Die Lehrer verlangen immer häufiger, dass die Schüler nicht einfach Wikipedia benutzten, sondern für Referate in Büchern recherchieren.“ Das W-Lan-Netzwerk, das es seit kurzem in der Stadtbücherei gibt, locke zusätzlich Schüler und Studenten mit eigenen Laptops an. „Dazu bieten wir immer mal wieder Recherche-Kurse und Bibliotheksführungen an“, sagt Büchel. Die Stadtbücherei hat im vergangenen Jahr stark in den Kinder- und Jugendbereich investiert.

Nachdem 2012 die komplette Brandmeldeanlage erneuert werden musste, nutze die Stadt den Anlass um die erste Etage, in der sich der Kinderbereich befindet, neu zu gestalten. In einer Ecke gibt es einen flauschigen Teppichboden, umringt von Bänken und niedrigen Bücherregalen für Kinder. Das am häufigsten ausgeliehene Bilderbuch im letzten Jahr war, wie in den Jahren zuvor: „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“

Für die ganz kleinen Besucher gibt es ein speziell abgestimmtes Programm

Am häufigsten ausgeliehen wurde im letzten Jahr die fremdsprachliche Literatur für Kinder und sogenannte Tip-Toi-Bücher, die mit Hilfe eines aufladbaren Stiftes mit dem Betrachter sprechen.

Insgesamt 99 Veranstaltungen alleine im Kinder- und Jugendbereich gab es im vergangenen Jahr in der Bücherei. Das Angebotsspektrum reicht hier von den ABC-Wichteln für Kleinkinder, über Vorlesestunden und X-Box-Turniere für Jugendliche, bis hin zum Philosophischen Café für ältere Besucher. Die Veranstaltungen sind im Internet zu finden: www.hilden.de

Ganz neu ist das Lese-Angebot für die Unter-Zweijährigen, die ABC-Wichtel. „Wir haben extra Stillkissen angeschafft, damit die Mütter oder Väter ihre Babys ganz bequem halten können“, sagt Büchel. „Dann wird vorgelesen, begleitet von Fingerspielen und Musik, ein ganz auf die kleinen abgestimmtes Programm.“

Büchels Erfahrung nach sind Kinder, junge Eltern und Senioren die zuverlässigsten Büchereibesucher. „Wenn die Kinder gerade lesen können, kommen sie gerne. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule wird es weniger, weil es vielleicht auch nicht mehr so cool ist. Erst wenn der Nachwuchs da ist, kommt man mit ihm wieder in die Bücherei.“

Neben Büchern können auch Filme oder Musik ausgeliehen werden

Ein ganz neuer Trend, wird vor allem von den Senioren nachgefragt: Das E-Book. „Gerade die jüngeren Senioren sind sehr reisefreudig und wollen dann nicht so viele schwere Bücher mitnehmen“, sagt Büchel. „Ganz häufig fragen sie bei uns nach den E-Readern. Inzwischen haben wir zehn E-Reader, die ausgeliehen werden können. Drei sind noch in der Vorbereitung.“

 

Und wer grade gar keine Lust auf Lesen hat, der kann ja immer noch Filme oder Musik ausleihen oder die neue X-Box-Spielekonsole im Jugendbereich nutzen. Die werde allerdings erst ab 14 Uhr angeschaltet. „Wir wollen ja nicht, dass deswegen die Schule geschwänzt wird“, sagt Claudia Büchel.

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