Jörg Lück hat einen Dünger für mediterrane Pflanzen entwickelt, dessen Geruch die Tiere vertreibt.

Entdeckung
Jörg Lück zeigt seine Entdeckung: ein Dünger, der Maulwürfe vertreibt.

Jörg Lück zeigt seine Entdeckung: ein Dünger, der Maulwürfe vertreibt.

Dirk Thomé

Jörg Lück zeigt seine Entdeckung: ein Dünger, der Maulwürfe vertreibt.

Hilden. Ein Maulwurf ist ein possierliches und nützliches Tier. Er frisst Insektenlarven und im Boden lebende Schädlinge. Dennoch treibt er Hobbygärtnern und Liebhabern des gepflegten englischen Rasens die Zornesröte ins Gesicht. Denn sein Höhlensystem ist oberirdisch wegen der vielen Abraumhalden, die Maulwurfshügel, nicht zu übersehen.

Maulwürfe stehen unter Naturschutz

Der Insektenfresser steht unter Naturschutz. Mancher Gartenbesitzer greift deshalb schon mal zu ungewöhnlichen Mitteln, damit das ungeliebte Säugetier das Weite sucht. „Einige verlegen sogar Lautsprecher, um sie mit Lärm zu vertreiben“, sagt Jörg Lück (50).

Über diese Methode kann der Inhaber der Hildener Firma Mediterrano nur milde lächeln. Denn durch Zufall haben der Geschäftsmann und sein Mitarbeiter Norbert Amendt (50) eine Entdeckung gemacht, die Gartenfreunde freuen dürfte: Ein von ihnen entwickelter Dünger fördert nicht nur den Pflanzenwuchs, er lässt auch die Wühler abwandern.

„Eigentlich wollten wir einen biologischen Dünger speziell für mediterrane Pflanzen entwickeln. So etwas gibt es noch nicht“, sagt Lück. Die Einfuhr derartiger Pflanzen war bisher das Hauptbetätigungsfeld der vor 20 Jahren gegründeten Firma. Mittlerweile ist der Vertrieb von Spezialdünger der wichtigere Geschäftsteil.

Ein spontaner Versuch, wie der Dünger auf Rasen wirkt, hat dann den unerwarteten Erfolg gezeigt. Der Rasen gedeiht – und binnen zwei Tagen hatten sich die Maulwürfe aus dem Staub gemacht.

Die Maulwürfe (Talpidae) sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Insektenfresser (Eulipotyphla). Sie umfassen rund 35 in Europa, Asien und Nordamerika verbreitete Arten.

Ein junger, vitaler Maulwurf kann täglich um die 20 Erdhügel produzieren. Das Höhlensystem eines Maulwurfs kann bis zu 2000 Quadratmeter groß sein.

Erklären kann sich Lück diese Wirkung nur damit, dass Maulwürfe ein Problem mit Hühnern haben dürften. Denn der rein organische, von der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt freigegebene Dünger, enthält keine chemischen Zusätze. Er basiert auf Hühnermist.

Womöglich mögen Maulwürfe den Geruch des Federviehs nicht.

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer