Aus einem Hobby ist ein Job geworden. Mittlerweile gibt es sogar eine Chronik über die Jazz-Konzerte von Axel Fischbacher.

Kultur
Axel Fischbacher, wichtiger Teil der Jazz-Szene.

Axel Fischbacher, wichtiger Teil der Jazz-Szene.

Thome, Dirk

Axel Fischbacher, wichtiger Teil der Jazz-Szene.

Hilden. „Über viele Jahre hat sich Hilden als Jazz-Stadt etabliert. Einen Teil dieser Jazz-Geschichte hat Axel Fischbacher geschrieben. Er ist ein glänzender Mosaik-Stein der Hildener Jazz-Familie.“

Das sagt Kulturdezernent Reinhard Gatzke über den Gitarristen, der mit seiner Konzertreihe „Blue Monday“ die namhaftesten Musiker dieses Genres zu Auftritten ins „Blue Note“ (Hotel am Stadtpark) holt.

„Meine Arbeit am Jazz in Hilden hat klein und nebenbei begonnen. Mittlerweile ist sie mein wichtigstes Standbein“, sagt Fischbacher. „Meine Arbeit am Jazz in Hilden 2006 bis 2011“ ist auch der Titel einer ersten Zwischenbilanz, die Astrid Krüger für ihn (und die Fachpresse) geschrieben hat.

Neben „ein wenig Statistik“ gibt es darin einen Überblick über die „Blue Monday“-Reihe sowie die Summerjazz-Projekte im Institut für öffentliche Verwaltung.

Großteil der Musiker kommt aus Nordrhein-Westfalen

Der Blick in die Statistik spricht für sich: 97 Musiker sind bisher bei den 123 „Blue Monday“-Konzerten aufgetreten, davon fünf aus Hilden. Der Großteil der Musiker kommt aus Nordrhein-Westfalen (51) und 21 aus verschiedenen Ländern der Welt. „Der Kontakt zur New-Yorker-Jazzszene ist über Hilden entstanden“, sagt Fischbacher ergänzend zur Statistik.

Axel Fischbacher wurde 1956 in Lübeck geboren. Bereits als Schüler entschied er sich für eine Laufbahn als Berufsmusiker. Nach seinem Zivildienst als Rettungsdienstfahrer studierte er an verschiedenen Instituten und Hochschulen – unter anderem das Robert Schumann Konservatorium in Düsseldorf, die Musikhochschule in Köln und das Banff Center of Arts in Kanada.

Als Axel Fischbacher 1984 mit dem „Preis der deutschen Phono Akademie“ ausgezeichnet wurde, war er eigentlich schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Doch seitdem gilt er als einer der Größen unter den deutschen Jazzgitarristen. Inzwischen wirkte er bei mehr als 30 CD-Aufnahmen mit, veröffentlichte sechs Alben als Bandleader und spielte zahlreiche Tourneen in Europa, Kanada und den USA. Er trat auf den meisten namhaften Jazzfestivals auf und war neben seiner Arbeit als Jazzsolist als Komponist und Produzent von Film-, TV- und Schauspielmusik tätig. Von 1993 bis 1999 lehrte er als Gitarrendozent der Berufsklasse an der Swiss-Jazz-School in Bern. Weitere Infos gibt es im Internet: www.axelfischbacher.com

Die Idee zur „Blue Monday“-Reihe entstand im Frühjahr 2006 gemeinsam mit Peter Baumgärtner. Der Schlagzeuger ist musikalischer Leiter der Hildener Jazztage, der für die elften Hildener Jazztage auch das „Blue Note“ als Spielstätte ausgesucht hatte.

Das Motto der Jazztage lautete damals „The Spirit of Blue Note“. Gedacht war damals allerdings in erster Linie an das legendäre New Yorker Jazz-Label und dessen unvergessene Ära Mitte der 1950er- bis 1960er-Jahre.

Fischbacher spielte während der Jazztage zweimal im „Blue Note“. Mit Hotel-Inhaberin Silvana Römer, dem städtischen Kulturamt und dem Stadtmarketing wurden Förderer gefunden, so dass bereits im Mai 2006 die Konzertreihe beginnen konnte.

Im Januar geht der „Blue Monday“ nun in die nächste Runde. Am 9. Januar wird die Hildener Jazz-Familie um ein weiteres Mitglied wachsen: Der Bassist Juan Camilo Villa spielt dann mit Molly Duncan, dem Hildener Schlagzeuger Ulf Stricker und natürlich Fischbacher.

Anschließend geht es im gewohnten 14-tägigen Rhythmus weiter – inklusive einem Blue Rosenmonday mit Inga Lühning (Gesang), Florian Bungardt (Schlagzeug), Nico Brandenburg (Bass) und Sebastian Gahler (Keyboard).

Es ist nie garantiert, dass am Ende auch alles funktioniert

Ein besonderer Höhepunkt verspricht auch das Konzert am 16. April zu werden, wenn mit Jürgen Dahmen und Claus Fischer zwei Musiker erstmals zusammen auf der Bühne stehen, die jahrelang als musikalische Leiter von Stefan Raab (Fischer) und Harald Schmidt (Dahmen) von sich reden gemacht haben.

Ob das funktioniert, weiß Fischbacher nicht. „Es kann auch mal etwas schiefgehen, wenn die Musiker nicht zusammenpassen“, sagt er. Aber das sei bisher erst einmal passiert – und bei Profis wie Fischer und Dahmen sei das nicht zu befürchten.

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