Die Geschichte des Fotos der Eheleute Hengst führt über die Autobahn 3 quer durch Deutschland.

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Wahrscheinlich kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 1936 ist dieses Foto von der Autobahn Düsseldorf – Köln (heute A 3) entstanden. Die rechte Fahrbahn führt nach Süden.

Wahrscheinlich kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 1936 ist dieses Foto von der Autobahn Düsseldorf – Köln (heute A 3) entstanden. Die rechte Fahrbahn führt nach Süden.

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Wahrscheinlich kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 1936 ist dieses Foto von der Autobahn Düsseldorf – Köln (heute A 3) entstanden. Die rechte Fahrbahn führt nach Süden.

Hilden. Fluch oder Segen? Auf diese Frage läuft die Geschichte des Fotos hinaus, das Sonja und Uwe Hengst der WZ-Redaktion zur Verfügung gestellt haben. Das Bild der Postkarte zeigt die alte Autobahn zwischen Düsseldorf und Köln, die heutige A 3, und dürfte Ende der 1930er-Jahre entstanden sein. Wo genau das Foto entstanden ist, steht nicht fest. Wahrscheinlich wurde es in Höhe der alten Autobahn-Tankstelle am Jägersteig (Bibelskirch) aufgenommen und zeigt den Blick in Richtung Süden.

Laut Straßen NRW wurde mit der Planung der heutigen A 3 bereits in den frühen 1930er-Jahren begonnen. Baubeginn war dann im Jahr 1934. Das 25 Kilometer lange Teilstück von Köln-Mülheim nach Hilden wurde am 21. Mai 1936 für den Verkehr freigegeben, am 12. Dezember des gleichen Jahres folgte die Freigabe des Teilstücks nach Oberhausen. Unterlagen im Stadtarchiv belegen, dass am Bau vor allem Unternehmen aus Köln, aber auch die Hildener Firma August Redlich beteiligt waren.

Als Standortfaktor ein Segen, durch Lärmbelästigung ein Fluch

Ein Segen ist die Autobahn vor allem als Standortfaktor, denn sie ist Hildens Verbindung zur Welt. Sie ist Teil des europäischen Fernstraßennetzes (Europastraße 35), über die Europas größter Seehafen (Rotterdam), Europas größter Binnenhafen (Duisburg) und Deutschlands größter Flughafen (Frankfurt) erreichbar sind. Das ist aber auch der Fluch für die vom Straßenlärm geplagten Anwohner, die an einem der wichtigsten europäischen Verkehrswege wohnen.

Bis zur Eröffnung der Autobahn 45 („Sauerlandlinie“) in den 1960er-Jahren war die „Hollandlinie“ die einzige Autobahnverbindung von Rhein und Ruhr in die Rhein-Main-Region – und weiter nach Süden. Aber auch nachdem die A3 dadurch entlastet wurde, bleibt sie die wichtigste Verbindung in den Süden.

Laut dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Lärmaktionsplan passieren heute täglich rund 138 000 Fahrzeuge den Hildener Autobahnabschnitt. Damit hat sich deren Zahl seit Anfang der 1980er-Jahre mehr als verdoppelt. Seinerzeit wurden täglich bis zu 65 000 Fahrzeuge gezählt. Damit waren damals die Grenzen der Belastbarkeit erreicht, so dass der sechsspurige Ausbau der A 3 beschlossen und umgesetzt wurde. Auf dem Kölner Autobahnring gibt es mittlerweile sogar acht Fahrstreifen.

Sie haben alte Fotos oder Postkarten aus Ihrer Stadt? Dann stellen Sie die Bilder der WZ zur Verfügung. Die Redaktion recherchiert dann die Geschichten, die hinter den alten Aufnahmen stecken – und schickt Ihnen die historischen Dokumente natürlich wieder zurück.

Ihre historischen Bilder können Sie per Post an die Westdeutsche Zeitung, Redaktion Hilden, Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring 185, 42115 Wuppertal oder per E-Mail schicken.
redaktion.hilden@westdeutsche-zeitung.de

Die A 3 (diese Bezeichnung trägt sie seit 1974) ist mit einer Länge von 778 Kilometern nach der A 7 die zweitlängste Autobahn in Deutschland. Sie verläuft von der niederländischen Grenze bei Elten parallel zum Rhein insgesamt 181 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen. Sie verläuft zudem durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, wo sie bei Passau an der österreichischen Grenze endet.

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