An der Walder Straße wehren sich Schüler, Eltern und Lehrer gegen die Schließungspläne.

Bildung
Die Schüler der Walder Straße wünschen sich, dass ihre Schule „bleiben soll“.

Die Schüler der Walder Straße wünschen sich, dass ihre Schule „bleiben soll“.

Dirk Thomé

Die Schüler der Walder Straße wünschen sich, dass ihre Schule „bleiben soll“.

Hilden. „Wir kämpfen für unsere Schule“, steht auf einem Plakat. „Unsere Schule soll bleiben“, heißt es auf einem anderen. Die Eltern der Grundschulkinder von der Walder Straße sind außer sich, entsetzt und besorgt. Und sie formieren sich zum Widerstand.

Und zwar gegen den kürzlich von der Stadtverwaltung präsentierten Schulentwicklungsplan (SEP). Der hat es in sich, sieht er doch unter anderem die Auflösung des Standortes im Hildener Osten ab dem Schuljahr 2012/2013 vor. Bisher bildet die Walder Straße einen Verbund mit der Grundschule am Kalstert (177 Schüler), die im Gegensatz zur kleineren „Schwester“ bestehen bleiben soll.

Konstante Schülerzahlen werden vorausgesagt

„Aktuell besuchen gerade mal 79 Kinder die Grundschule an der Walder Straße“, hatte Jugendamtsleiterin Noosha Aubel bei der Vorstellung des Plans Anfang Dezember gesagt. Und ein Ende der Talfahrt sei nicht in Sicht – zumal für Hilden rückläufige Schülerzahlen prognostiziert werden.

Das sehen die betroffenen Eltern anders. „Fakt ist, dass die Schülerzahlen im Stadtgebiet zwar sinken, aber für den Standort Walder Straße selbst im ESP konstante Zahlen vorausgesagt werden“, sagte gestern Schulpflegschaftsvorsitzender Markus Baum bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz.

„Fakt ist zudem, dass für das anstehende Schuljahr 20 Anmeldungen vorliegen und problemlos eine Eingangsklasse gebildet werden kann.“ Überhaupt sei diese Zahl seit Jahren stabil. „Wir sind nie in den kritischen Bereich geraten.“

Zur Erinnerung: Die kritische Marke liegt bei 18 Anmeldungen. Gibt es in einer Schule weniger i-Dötzchen, droht das Aus.

Die Schließungspläne verunsichern Eltern

„Wir sind zwar nur eine kleine Schule“, so Baum weiter. „Aber das bringt auch große Vorteile mit sich.“ So sei im Rahmen der Pisa-Studie immer wieder von Förderunterricht die Rede. „Unsere Schüler brauchen keinen Förderunterricht – der ist bei uns inklusive, weil sich intensiv um jedes Kind gekümmert werden kann.“ So würden die Kinder hervorragend auf die weiterführenden Schulen vorbereitet.

„Stellen Sie sich die Verunsicherung der Eltern vor, die ihr Kind gerade angemeldet haben und nun von den jeder Grundlage entbehrenden Schließungsplänen erfahren“, schüttelt Baum den Kopf. Das Aus der Schule sei zwar noch längst nicht gemachte Sache, weil diese Entscheidung Schulausschuss und Stadtrat treffen.

„Aber sie bergen gewaltigen Zündstoff und mächtiges Verunsicherungspotenzial.“ Daher der dringende Appell der Eltern an die Politik, den Schulbetrieb so lange aufrechtzuerhalten, so lange es genug Schüler gibt.

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