Im Zentrum für Senioren am Erikaweg wohnen 125 Menschen. Bei der Betreuung spielen Ehrenamtler eine wichtige Rolle.

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Nähe als Trost: Hannelore Tilgert (r.), Ehrenamtlerin im „Haus Hilden“, mit einer Bewohnerin auf der Galerie, von der aus sie gestern den Neujahrsempfang sehen konnten.

Nähe als Trost: Hannelore Tilgert (r.), Ehrenamtlerin im „Haus Hilden“, mit einer Bewohnerin auf der Galerie, von der aus sie gestern den Neujahrsempfang sehen konnten.

Dirk Thomé

Nähe als Trost: Hannelore Tilgert (r.), Ehrenamtlerin im „Haus Hilden“, mit einer Bewohnerin auf der Galerie, von der aus sie gestern den Neujahrsempfang sehen konnten.

Hilden. Es ist ein Haus, das viele Freunde hat: Ratsmitglieder aller Fraktionen, Vertreter von Sozialverbänden und der Mitbewerber in der Seniorenarbeit haben sich gestern im Seniorenzentrum „Stadt Hilden“ eingefunden. Die stadteigene Trägergesellschaft hatte zum Neujahrsempfang ins Haus am Erikaweg eingeladen.

Neben 30 Gästen und vielen Mitarbeitern kamen rund 40 Bewohner des Zentrums zur Feier in die helle Halle am Eingang. Freundinnen halfen sich gegenseitig zu ihren Plätzen, an der Galerie hatten sich einige Frauen in ihren Rollstühlen aufgestellt.

„Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich schön kaputt.“

Hannelore Tilgert (74), ehrenamtliche Helferin

Ganz unterschiedlich seien die Bedürfnisse der 125 Bewohner am Erikaweg, sagte Heike Strinnholm, stellvertretende Leiterin des Pflegedienstes und seit 21 Jahren im Haus. Das Alter reiche bis 101 Jahre.

Ein Bewohner sei gerade erst 50 Jahre alt. Er ist nach einer Krankheit auf Pflege angewiesen. „Manche Bewohner sind fit. Einige sind einfach zu uns gekommen, um der Isolation zu entgehen.“ Wer die Wohnung nur noch schwer verlassen könne, warte manchmal den ganzen Tag auf den Besuch der Kinder – allein vor dem Fernseher.

Neue Freunde zu finden sei möglich, sagt Strinnholm. Kennenlernnachmittage und Gruppen sollen dabei helfen. In Gesprächen erfragen Mitarbeiter die Lebensgeschichten der Bewohner: „Wir erkundigen uns nach Vorlieben, nach Tischkultur und Waschgewohnheiten.“

Das Seniorenzentrum „Stadt Hilden“ am Erikaweg 9 bietet vollstationäre Pflege. Angeschlossen ist eine Einrichtung für Tagespflege und betreutes Wohnen mit Notrufversorgung.

Rund 100 Mitarbeiter sind am Erikaweg in Pflege und Verwaltung beschäftigt, an der Hummelsterstraße sind es ebenfalls rund 100. Unterstützt werden sie von rund 110 ehrenamtlichen Helfern.

Betreiber des Seniorenzentrums ist die „Gemeinnützige Seniorendienste Stadt Hilden GmbH“, eine privatrechtliche Gesellschaft im Besitz der Stadt. Die Gesellschaft ist außerdem Träger des seit fünf Jahren bestehenden Wohn- und Pflegezentrums Hummelsterstraße 1 und der Tagespflege „Stadt Hilden“.

Das Durchschnittsalter im Seniorenzentrum „Stadt Hilden“ beträgt 85 Jahre. Die älteste Person im Haus ist 101 Jahre alt, die jüngste 50.

Die Seniorendienste „Stadt Hilden“ handeln die Pflegesätze für ihre Einrichtungen mit der AOK Duisburg aus. Die Vereinbarungen gelten dann für alle Versicherungen.

Drei Viertel der Kosten werden für das Personal aufgewendet, der Tarif des Öffentlichen Dienstes mache die Pflegesätze des Hauses teurer als die anderer Einrichtungen. „Das Ehrenamt ist unsere größte Stärke“, sagt Reinhold Posthum, der im Sozialdienst des Hauses arbeitet. Rund 70 Helfer habe das Zentrum: „Das ist einmalig im Kreis Mettmann.“

Einfach in den Arm nehmen

„Mir ist die Decke auf den Kopf gefallen“ sagt Helferin Hannelore Tilgert (74). Ihre Tochter arbeite als Friseurin im Seniorenzentrum, habe ihr geraten, es einmal zu versuchen. An zwei Wochentagen hilft Tilgert bei einer Gruppe von Bewohnern mit Demenz, als Einzelbetreuerin und als Besucherin: „Manchmal fragt jemand: ,Wie lange muss ich noch leben?’ Dann nehme ich sie in den Arm.“

Angst habe sie davor nie gehabt. Sie höre einfach zu und helfe mit einem Lächeln. „Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich schön kaputt.“

Nur wer besonders belastbar sei, könne eine Ausbildung in der Pflege aufnehmen, erläutert Strinnholm: „Wir verlangen mindestens ein halbjähriges Praktikum.“ Der Umgang mit Krankheit und Tod muss erfahren werden. „Es ist aber schön, zu sehen, wie viel noch drin steckt im Leben“, sagt Strinnholm. Kleine Wunder seien möglich, etwa wenn jemand neu lerne zu gehen.

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