Erstmals wurden nun die Anwohner zu den Bebauungsplänen des Bauvereins angehört.

Im Helmholtz-Gymnasium fand die Bürgeranhörung statt.
Im Helmholtz-Gymnasium fand die Bürgeranhörung statt.

Im Helmholtz-Gymnasium fand die Bürgeranhörung statt.

Dirk Thomé

Im Helmholtz-Gymnasium fand die Bürgeranhörung statt.

Hilden. Unerwartet harmonisch ist die Bürgeranhörung zu den Planungen des Gemeinnützigen Bauvereins Hilden für das Areal zwischen Ohligser Weg, An den Linden und Kirschenweg verlaufen. Dort wurden drei Varianten für eine Bebauung der großen Grünflächen im Innenbereich des Areals vorgestellt.

Die Warteliste für Wohnraum beim Bauverein ist lang

Zu seiner eigenen, ursprünglichen Planung hat der Bauverein eine abgespeckte Variante entwickelt, die weniger Neubauten vorsieht. Damit kommt der Bauverein den Kritikern aus den eigenen Reihen sowie aus den Ratsfraktionen von Bürgeraktion und Freien Liberale entgegen.

Gleichwohl betonte Alexander Denzer vom Hildener Büro StadtVerkehr, dass der Bauverein dringend auf neue Mieteinnahmen angewiesen sei, um auf Dauer wirtschaftlich bestehen zu können. Auch verwies er auf die mehr als 500 Interessenten umfassende Warteliste und den hohen Bedarf der Genossenschaftsmitglieder an seniorengerechtem und barrierefreiem Wohnraum. Aus eben diesen Gründen erteilte er dem Vorschlag der Bürgerinitiative LOK eine Absage, der nur 16 neue Wohneinheiten vorsieht.

Die Mietverträge des Bauvereins weisen einige Besonderheiten auf: So wird dem Mieter ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt, eine Kündigung durch die Genossenschaft ist nicht vorgesehen. Gemietet wird aber nur die Wohnung, der Garten wird lediglich „zur Nutzung überlassen“.

Als die Siedlung in den 1920er- Jahren entstand, versorgten sich die Bewohner größtenteils selbst – mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Das ist heute unüblich, ein Teil der Gartenflächen soll daher bebaut werden. Mehrere Mitglieder des Bauvereins berichteten davon, wie dringend ihre Familien eine bezahlbare Wohnung suchen.

Aus ökologischer Sicht gibt es keine Einwände gegen die Bebauung

Im Hildener Büro Stadtverkehr arbeiten Stadt-, Raum-, Umwelt- und Verkehrsplaner, Geographen, Architekten sowie Bauingenieure. Ihre Kompetenzen werden von Städten in ganz Deutschland und im europäischen Ausland in Anspruch genommen.


Der Gemeinnützige Bauverein verzeichnet einen „kontinuierlichen Überhang an nicht versorgten Mitgliedern“: Die Zahl der Mitglieder übersteigt die der Wohnungen um fast das doppelte.

Die Bürgeranhörung ist Teil eines mehrstufigen Verfahrens, an dessen Ende ein vom Stadtrat beschlossener Bebauungsplan steht. Auch wird die Planung einen Monat lang im Rathaus ausliegen.

Aspekte des Naturschutzes hat Landschaftsarchitekt Peter Smeets aus Erftstadt untersucht. Er hat die Bäume begutachtet und deren Nutzen für die Tierwelt bewertet, außerdem die Schlafplätze nachtaktiver Tiere ermittelt: „Fledermausaktivitäten werden als niedrig eingeschätzt“, heißt es dort in schönstem Behördendeutsch. Ökologische Einwände gegen das Bauvorhaben bestehen somit nicht.

Lutz Groll vom städtischen Planungsamt leitete eine größtenteils sachliche Debatte. Ein von einem einzelnen Bürger geäußerter Verdacht der Parteilichkeit wies Denzer überzeugend zurück. Eine Anwohnerin bemerkte, der Kirschenweg sei verkehrsmäßig sehr belastet. Auch ihr sagte Groll eine genaue Prüfung dieses Aspekts im Rahmen der weiteren Planung zu.

Wie er die von ihm favorisierte Variante durchsetzen könne, wollte ein Bürger wissen. Groll antwortete mit einem Appell zur politischen Teilhabe: „Überzeugen Sie die Ratsfraktionen von Ihrer Ansicht.“

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