In der Verwaltung hat die Aufarbeitung der Ursachen für das zurückliegende Schnee-Chaos begonnen.

winterdienst
Das Streusalz-Silo auf dem Bauhof ist wieder voll. Archiv

Das Streusalz-Silo auf dem Bauhof ist wieder voll. Archiv

Dirk Thomé

Das Streusalz-Silo auf dem Bauhof ist wieder voll. Archiv

Hilden. Zweistellige Plus-Temperaturen, zart sprießendes Grün an manchen Stellen und weit und breit kein Schnee in Sicht. Das Aufatmen im Rathaus und vor allem beim städtischen Bauhof ist unüberhörbar – auch wenn Bauhofchef Ulrich Hanke klar ist, dass der Winter schneller zurückkehren kann, als es ihm möglicherweise lieb ist. Aktuell lagern jedenfalls 160 Tonnen Streusalz auf dem Bauhofgelände – verteilt auf das 110 Tonnen fassende Silo und mehrere leer geräumte Fahrzeughallen. Obendrein erwartet Hanke in den nächsten Tagen weitere Lieferungen.

Der Salzvorrat reicht inzwischen wieder für etwa zehn Tage

„Schließlich wollen wir nach den Negativerfahrungen der zurückliegenden Wochen beim nächsten Schneefall gewappnet sein“, sagt 1. Beigeordneter Norbert Danscheidt: „Wir horten das Salz natürlich nicht in Unmengen. Aber wir haben inzwischen so viel, dass wir eine bis anderthalb Wochen einsatzbereit sind.“ Zudem werde zugegriffen, wenn sich weitere Lieferungen anbieten. Darüber hinaus wurde eine Halle des benachbarten Immobilienunternehmens Terrania an der Ellerstraße angemietet, wo aktuell die übrigen Streumittel wie Granulat und Split lagern.

Um an das begehrte Salz zu kommen, laufen die Bauhof-Telefone auf Hochtouren – und zwar international. So seien erst am Wochenende 46 Tonnen aus Bulgarien eingetroffen. Auf dem deutschen Markt herrscht dagegen nach wie vor Flaute. „Es ist und bleibt schwer, an Lieferanten in Deutschland zu kommen“, sagt Danscheidt. Dort werden die Bestellungen in der Regel vor dem ersten Schnee gelistet, um dann ausschließlich diese gelisteten Kunden zu beliefern.

Dieses Vorgehen hat dann zum Schnee- und Eis-Chaos in Hilden geführt: Ein Lieferant hatte im Dezember seine Arbeit eingestellt, so dass die Stadt schon nach zwei Tagen ohne Salz dastand, keinen Ersatz fand und das Schicksal auf den Straßen seinen unrühmlichen Lauf nahm.

Ein neues Konzept für den Winterdienst ist in Arbeit

Mittlerweile hat sich die Stadtverwaltung unter Federführung von Bauhofchef Hanke daran gemacht, das von allen Seiten geforderte Konzept zu erarbeiten, damit Hilden beim Winterdienst kein zweites Mal derart in die Negativschlagzeilen gerät. „Darin geht es beispielsweise um die Frage gehen, was sinnvoller ist: ein zweites Silo oder andere Möglichkeiten der Salzlagerung“, skizziert der 1. Beigeordnete die Eckpunkte des Konzeptes. Außerdem gehe es darin um die technische Ausstattung wie Streuwagen, Schneepflüge oder die Dienstpläne und die personelle Situation des Winterdienstes. Schließlich habe der zurückliegende Wintereinbruch gezeigt, „dass der Bereitschaftsdienst nicht so gut funktioniert hat, wie es notwendig gewesen wäre“, sagt Danscheidt.

Am Donnerstag, 17. Februar, treffen sich die Mitglieder des Umweltausschusses zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr. Ganz oben auf der Tagesordnung steht der Winterdienst und die Frage, wie er verbessert werden kann.

Der 16-Tage-Trend für Hilden sagt einen Mix aus Regen, Wolken und sogar sonnigen Abschnitten voraus. Allerdings ist auch Schnee dabei: Zumindest für den kommenden Samstag wird leichter Schneefall erwartet. Die Temperaturen schwanken zwischen -3 und +9 Grad Celsius.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer