Verkehr: Durch Schnee und Frost sind viele Straßen aufgeplatzt. Die Stadt kann nur provisorisch flicken.

Verkehr
Vielerorts gleichen die Straßen (hier der Westring) nach dem frostigen Winter einer Buckelpiste. Bis zum Frühjahr können die gröbsten Schäden nur provisorisch geflickt werden.

Vielerorts gleichen die Straßen (hier der Westring) nach dem frostigen Winter einer Buckelpiste. Bis zum Frühjahr können die gröbsten Schäden nur provisorisch geflickt werden.

Dirk Thomé

Vielerorts gleichen die Straßen (hier der Westring) nach dem frostigen Winter einer Buckelpiste. Bis zum Frühjahr können die gröbsten Schäden nur provisorisch geflickt werden.

Hilden. Kaum ist der Schnee wieder weg, steht die Stadt vor dem nächsten Problem auf ihren Straßen: Schlaglöcher. Wo vorher noch gerutscht wurde, wähnen sich viele Hildener nun auf einer Buckelpiste. Doch auch wenn sich dieser Tage erste Bauhof-Trupps auf den Weg machen, um die gröbsten Schäden zu beseitigen, können die meisten Straßen erst im Frühjahr grundlegend saniert werden. Bis dahin ist eine Behandlung der Straßen mit heißem Asphalt aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht möglich. Die einzige Option bietet der so genannte Kaltasphalt. „Mit dem kann man aber nicht die Substanz der Straße flicken, sondern nur die Oberfläche. Alles, was wir jetzt machen, ist nur provisorisch, um die gröbsten Gefahren zu mindern“, sagt Hans-Joachim Frohn, Sachgebietsleiter Straßenbau im Hildener Tiefbauamt.

„Wer weiß, ob der Winter nicht noch einmal zurückkommt?“ Frohn hält ohnehin nichts davon, bereits jetzt viel Geld in die Hand zu nehmen, um zu sanieren: „Wer weiß, ob der Winter nicht noch einmal zurückkommt? In den vergangenen Jahren fing er doch erst Mitte Januar oder sogar noch später an.“ Dementsprechend könne er auch noch keine konkreten Kosten für die Instandsetzung benennen. „Wir sind gerade in der Sichtung der einzelnen Straßen. Aber auch danach können wir höchstens eine Zwischenbilanz ziehen“, sagt der Sachgebietsleiter. Nach dem ähnlich harten Winter zu Beginn des vergangenen Jahres musste die Stadt 50 000 Euro zusätzlich bereitstellen, um die gröbsten Winterschäden zu beseitigen. Das dürfte dieses Mal wohl nicht reichen. Experten des ADAC gehen in einer bundesweiten Schätzung davon aus, dass die Beseitigung der aktuellen Schäden etwa doppelt so teuer wird wie im vergangenen Jahr. Denn selbst wenn der Winter nicht mehr wirklich wiederkommt, sehen die Straßen bereits jetzt schlimmer aus als nach dem vergangenen Winter. In Hilden sind davon auch der Westring und die Hülsenstraße betroffen. Das sind Landesstraßen, der Stadtverwaltung sind daher die Hände gebunden. Der Landesbetrieb Straßen NRW, in dessen Zuständigkeit diese Straßen fallen, ist derzeit in 70 Kommunen gleichzeitig gefordert. Deshalb wurden auf der Hülsenstraße vorerst nur Warnschilder aufgestellt.

 Nicht nur in Hilden haben die Bürger mit Straßenschäden und Schlaglöchern zu kämpfen. Laut ADAC ist spätestens im Frühjahr jede zweite kommunale Straße im Bundesgebiet betroffen. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, rechnet laut Nachrichtenagentur dpa mit Kosten für eine bundesweite Grundsanierung von „wenigstens 25 Milliarden Euro“.
 

„Das ist die übliche Maßnahme“, sagt Manfred Groß, Sachgebietsleiter Verkehr für den Niederrhein bei Straßen NRW. Nur wenn die Schäden so akut sind, dass eine Straße kaum noch zu befahren ist, wird bereits jetzt geflickt. „Aber das hat unsere zuständige Straßenmeisterei nicht gemeldet“, sagt Groß. Er geht davon aus, dass sich die Hildener noch „bis April gedulden müssen“, bis von Seiten des Landesbetriebs saniert werden kann.

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