Ausstellung mit Arbeiten von Heinz Mack, Otto Piene und Günter Uecker wird am Sonntag im Kunstraum eröffnet.

Kultur
Auch der „Nagelteller“ von Günter Uecker ist in der Ausstellung zu sehen, die am Sonntag im Kunstraum eröffnet wird.

Auch der „Nagelteller“ von Günter Uecker ist in der Ausstellung zu sehen, die am Sonntag im Kunstraum eröffnet wird.

Dirk Thomé

Auch der „Nagelteller“ von Günter Uecker ist in der Ausstellung zu sehen, die am Sonntag im Kunstraum eröffnet wird.

Hilden. Es ist so etwas wie ein exterritoriales Gipfeltreffen, das ab Sonntag im Kunstraum des Gewerbeparks Süd zu sehen ist: Heinz Mack, Otto Piene und Günter Uecker, die zwischen 1958 und 1966 die deutsche Kunstszene als Gruppe ZERO revolutioniert haben, sind dort mit Multiplem, Grafiken und Prägedrucken zu sehen.

Zwei Jahre hat die gemeinsame Planung des Kulturamtes mit der Galerie Geuer & Breckner für diese bemerkenswerte Schau gedauert. Ein breites Spektrum punktueller Themen wird gezeigt. „Gerne hätten wir mehr ausgestellt. Aber dann hätten wir anbauen müssen“, sagt Till Breckner. Es ist eine absolute Rarität, die Arbeiten der drei Künstler gemeinsam zu sehen – dem Vernehmen nach sind sich die Herren untereinander nicht mehr wohl gesonnen.

Drei Künstler mit einer gemeinsamen Herkunft

Mit den Arbeiten werden drei Künstler präsentiert, die eine gemeinsame, anarchische, experimentelle und fluxuriöse Herkunft haben – und sich daraus unterschiedlich weiterentwickelt haben. Mit ZERO wandelte sich durch die Andersmalenden ein alter Zustand in einen neuen.

Nach dem Ende der Gruppe 1966 fand jeder seinen spezifischen Themenkreis. Günter Uecker bezieht politisch und theologisch Position, beschäftigt sich mit Umweltkatastrophen wie Tschernobyl. Heinz Mack, der sich selbst „zunächst als Bildhauer und dann als Maler bezeichnet“, so Breckner, entwickelte die sogenannten Farbchromatiken. Und Otto Piene, der nach ZERO als Professor ans Massachusetts Institute of Technology, USA, ging, erfand Sky-Art-Projekte.

Prägedrucke des „Nagelkünstlers“

Wie aus einem hellen Blatt Papier über Drucktechnik und Licht Kunst wird, zeigen Blätter von Uecker. Ganze Nägel oder nur deren Köpfe sind bei den Prägedrucken des „Nagelkünstlers“ zu sehen, die zu titelgebenden Anordnungen wie „Kreis Kreise“, „Baum“ oder „Strömung“ komponiert sind.

„Ich interessiere mich für Naturkräfte und dafür, wie Naturkräfte sich mit technischen und technologischen Kräften begegnen“, sagt Otto Piene über sich. Von seinen faszinierenden Fackeln, die anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in München entstanden, sind an der Hofstraße einige Exemplare zu sehen.

Zu sehen sind auch Wüstenbilder von Heinz Mack. Er stellt Stationen der Sahara als Denkräume dar. Denn alle wichtigen Religionsstifter gehen in die Wüste, um dort Ideen zu entwickeln.

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