Der demografische Wandel ist Herausforderung und Chance zugleich.

Studie
Wohnen in Zentrumsnähe liegt bei älteren Menschen (hier der Neubau der Itter-Residenz am Rathaus) und bei jungen Familien im Trend. An beide Bevölkerungsgruppen muss bei der Stadtplanung gedacht werden.

Wohnen in Zentrumsnähe liegt bei älteren Menschen (hier der Neubau der Itter-Residenz am Rathaus) und bei jungen Familien im Trend. An beide Bevölkerungsgruppen muss bei der Stadtplanung gedacht werden.

Dirk Thomé

Wohnen in Zentrumsnähe liegt bei älteren Menschen (hier der Neubau der Itter-Residenz am Rathaus) und bei jungen Familien im Trend. An beide Bevölkerungsgruppen muss bei der Stadtplanung gedacht werden.

Hilden. Um 6,1 Prozent auf etwas mehr als 50 000 wird die Einwohnerzahl Hildens bis zum Jahr 2030 sinken. Das ist das Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung zur demografischen Entwicklung.

Hilden wird darin als stabile Mittelstadt und regionales Zentrum aufgeführt. Damit gehört Hilden zu den Städten, für die der demografische Wandel sowohl Herausforderung als auch Entwicklungschance ist.

Vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung ergibt sich laut Studie für Hilden ein Anstieg des Durchschnittsalters von 44,9 Jahre im Jahr 2009 auf 49,1 Jahre 2030.

Während der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren in diesem Zeitraum von 15,8 auf 14,2 Prozent sinkt, steigt der Bevölkerungsanteil der 65- bis 79-Jährigen von 17,5 auf 20,9 Prozent. Da sich zudem der Anteil der über 80-Jährigen nahezu verdoppelt (von 5,4 auf 10,2 Prozent), wird in rund 20 Jahren jeder vierte Hildener im Rentenalter sein.

Herausforderung für Hilden wird es daher sein, sich weiter als regionales Zentrum zu profilieren und die Attraktivität als Wohnort für Familien möglichst zu steigern. „Die wichtigste Voraussetzung für den Ausbau als regionales Zentrum ist die Stärkung und Profilierung der lokalen Wirtschaftskraft“, heißt es dazu in der Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Denn die Alterung der Bevölkerung schafft bei einer entsprechenden Entwicklung von Produkten und Leistungen für ältere Menschen auch Potenziale für wirtschaftliches Wachstum.

Weiche Standortfaktoren erhöhen die Wohn- und Lebensqualität

Gleichzeitig müsse eine Mittelstadt wie Hilden den Trend, dass das Wohnen in Zentren wieder attraktiver wird, durch die Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität für Familien für sich nutzen.

Ein entscheidender Punkt sei dabei die Qualität der sogenannten weichen Standortfaktoren. Diese Qualitäten werden unter anderem durch gute Einkaufsmöglichkeiten in einer attraktiven Innenstadt, gut ausgestattete Schulen sowie die Kultur-, Freizeit- und Sportangebote geprägt.

Politik und Verwaltung beschäftigen sich damit unter anderem im Rahmen des strategischen Stadtentwicklungskonzeptes, das im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Flächennutzungsplans zu Beginn des Jahres vorgestellt wurde. „Wir wollen ein attraktiver Wohnort für Ältere und junge Familien sein“, sagt dazu der Erste Beigeordnete Norbert Danscheidt.

Dabei ergebe sich für Hilden allerdings die Schwierigkeit, „dass es keine großen Flächenreserven gibt“. Das wiederum werfe die Frage auf, welche Art von Wohnprojekt beispielsweise auf dem Gelände der alten Albert-Schweitzer-Schule verwirklicht werden könne. Eine Möglichkeit wäre eine Kombination aus alters-, familiengerechten und luxuriösen Wohnungen. Solch ein Projekt wird voraussichtlich ab Anfang 2012 an der Kolpingstraße gebaut.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer