Das Unternehmen investiert 23 Millionen Euro an der Düsseldorfer Straße.

Wirtschaft
Maschinenführer Jasko Jasar an der Anlage im Hildener 3M-Werk, mit der reflektierende Folien für Autokennzeichen hergestellt werden.

Maschinenführer Jasko Jasar an der Anlage im Hildener 3M-Werk, mit der reflektierende Folien für Autokennzeichen hergestellt werden.

Dirk Thomé

Maschinenführer Jasko Jasar an der Anlage im Hildener 3M-Werk, mit der reflektierende Folien für Autokennzeichen hergestellt werden.

Hilden. Gute Nachrichten aus der Wirtschaft hört nicht nur der für dieses Ressort zuständige Minister der rot-grünen Landesregierung gern. Die Zahlen, die 3M-Direktor Stefan Schulz am Montag beim Besuch von Minister Garrelt Duin nannte, dürften auch die mehr als 900 Mitarbeiter des Hildener 3M-Werks freuen: Ihr Arbeitsplätze sind sicher. Die US-amerikanische Konzernzentrale will ihre größte europäische Produktionsstätte stärken und 23 Millionen Euro in den Standort an der Düsseldorfer Straße investieren. Das ist fast ein Drittel der insgesamt in diesem Jahr von 3M in Deutschland geplanten Investitionssumme von 75,8 Millionen Euro.

Neue Technologie zur Herstellung von Spezialklebebändern

Mit dem Geld soll eine neue Beschichtungsanlage auf dem 222 000 Quadratmeter großen Grundstück im Hildener Westen errichtet werden. „Dabei setzen wir eine neue Technologie zur Herstellung von Spezialklebebändern ein, die besonders gut auf Autolacken halten“, sagt Schulz. Diese Klebebänder sind nach Angaben des Direktors Produktion von 3M Deutschland auch im Fahrzeuginnenraum einsetzbar.

Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es laut Schulz, mit der neuen Anlage auch die Mitarbeiterzahl zu erhöhen. In drei bis fünf Jahren werde deren Zahl voraussichtlich um bis zu 30 Beschäftigte steigen. Schon jetzt gehört 3M mit Qiagen zu den größten Arbeitgebern in Hilden.

Derzeit werden an der Düsseldorfer Straße rund 6500 verschiedene Produkte hergestellt, von denen einige zum täglichen Gebrauch gehören. Junge Familien kennen vor allem die Windelverschluss-Systeme, Autofahrer die reflektierenden Folien, die auf ihren Autokennzeichen kleben. „3M-Produkte sorgen auch dafür, dass der Straßenverkehr sicherer wird“, sagt Werksleiter Hartwig Davidhaimann: Die reflektierenden Folien auf Verkehrsschildern stammen aus seinem Werk.

Mehrere Vorteile haben laut Schulz dazu geführt, dass der Standort Hilden den Zuschlag für die Millioneninvestition bekommen hat: „Neben der guten Infrastruktur ist eine Stärke, dass die Kunden und die 3M-Labore in Neuss in der Nähe sind.“ Aber auch in einem anderen Punkt haben die Hildener die Bosse in Minnesota überzeugt: beim Umweltschutz.

Regelmäßig den internen Energie-Award gewonnen

Weltweit beschäftigt der Multi-Technologie-Konzern 3M rund 84 000 Mitarbeiter. In den elf deutschen 3M-Standorten sind mehr als 6000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Hildener Standort arbeiten mehr als 900 Mitarbeiter.

Das 1960 gegründete 3M-Werk an der Düsseldorfer Straße ist die größte Fertigungsstätte des Unternehmens in Europa. Dort werden Klebebänder, Farbfolien und reflektierende Folien, Windelverschluss-Systeme sowie Kennzeichnungssysteme für die Automobilindustrie produziert.

Nach Firmenangaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr in Deutschland einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erzielt.

Das Hildener 3M-Werk hat in den vergangenen Jahren regelmäßig beim internen Energie-Award Platin gewonnen. „Das ist das Beste, das es in unserem Konzern gibt“, sagt Davidhaimann. Mit Bronze hat es 2007 begonnen, über Silber und Gold werden die Anstrengungen bei der Energieeinsparung seit 2011 Jahr für Jahr mit Platin ausgezeichnet.

„Der Umweltschutz zahlt sich für das Unternehmen aus“, sagt Davidhaimann. Denn weniger Energieverbrauch bedeutet auch weniger Kosten. Seit 2007 wurde der Energieverbrauch im Hildener Werk um 21,9 Prozent gesenkt. „Das bedeutet Einsparungen von 2,3 Millionen Euro“, sagt Schulz. Erfolge vermeldet das Unternehmen auch bei der Abfallvermeidung: Von 2006 bis 2010 wurde die Abfallmenge im Werk um 19 Prozent gesenkt. In den folgenden zwei Jahren ist die Menge dann noch einmal um weitere 19 Prozent gesunken.

Die Produktionsstätte trägt somit nach den Worten des Werksleiters auch dazu bei, „dass 3M neben Siemens und SAP in Deutschland zu den Top drei der nachhaltig ausgerichteten Unternehmen zählt“. Auch beim Thema Arbeitssicherheit liege das Werk auf einem Spitzenplatz. „In jüngster Zeit konnte es einen internen Preis für zwei Millionen Arbeitsstunden ohne meldepflichtigen Unfall entgegennehmen“, sagt Davidhaimann.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer