Wenn Katzen oder Hunde verschwinden, möchten die Halter wissen, was ihren Lieblingen zugestoßen ist. Doch auch der implantierte Chip hilft nicht viel weiter.

30 bis 40 Euro kostet der Chip, mit dem Tiere identifiziert werden können. Außer Tierärzten hat aber niemand die passenden Lesegeräte.
30 bis 40 Euro kostet der Chip, mit dem Tiere identifiziert werden können. Außer Tierärzten hat aber niemand die passenden Lesegeräte.

30 bis 40 Euro kostet der Chip, mit dem Tiere identifiziert werden können. Außer Tierärzten hat aber niemand die passenden Lesegeräte.

dpa

30 bis 40 Euro kostet der Chip, mit dem Tiere identifiziert werden können. Außer Tierärzten hat aber niemand die passenden Lesegeräte.

Kreis Mettmann. "Entlaufen!" Ein in Folie verschweißtes Suchplakat am Laternenmast, ein Zettel bei der Post oder an der Pinnwand im Supermarkt - immer wieder suchen Katzen- und Hundehalter mit solchen Aushängen nach Hinweisen auf den Verbleib ihrer geliebten Vierbeiner.

Doch häufig kommen Bello, Mietzi und Co. nie wieder nach Hause, bleiben verschwunden. Die Halter erfahren dann auch in der Regel nie, ob ihre alte Katze sich ein ruhiges Plätzchen zum Sterben gesucht hat oder ihr Hund im Verkehr unter die Räder gekommen ist.

Ratinger Bürger-Union fordert Chiplesegerät für den Betriebshof

Das will die Bürger-Union Ratingen ändern. Sie will den städtischen Baubetriebshof mit einem Chiplesegerät ausstatten lassen, mit dessen Hilfe die Chips an den Tierkadavern ausgelesen werden können. Die Daten sollen dann regelmäßig dem Verein Tierhilfe Ratingen oder einem beauftragten Tierarzt übermittelt werden. Die könnten dann die Besitzer vom Tod ihrer Tiere informieren und "somit für eine, wenn leider auch traurige, aber dafür endgültige Gewissheit beim besorgten Halter sorgen", begründet Ratsfrau Angela Diehl den Vorstoß der Bürger-Union.

Kadaver untersuchen? "Für Mitarbeiter unzumutbar"

Ist ein solches Verfahren überhaupt praktikabel? "Hin und wieder rufen schon Leute an und fragen, ob ihr vermisstes Tier gefunden wurde", sagt Hans-Jürgen Peters, Leiter des Ratinger Baubetriebshofes. Allerdings sei eine Identifizierung der Tiere kaum möglich. Und sehr oft komme es auch gar nicht vor, dass die Mitarbeiter einen Tierkadaver aufsammeln.

Meistens sind es Kaninchen, Hasen, Igel, Füchse, hin und wieder eine Katze, noch seltener Hunde. Sie werden in Tüten verpackt und auf dem Baubetriebshof in einer Tiefkühltruhe gelagert, bis sie von der Tierkörperbeseitigung abgeholt werden. Seinen Mitarbeitern will Peters keinesfalls zumuten, die Überreste nach einem möglichen Chip untersuchen zu müssen.

Nach Aussage von Tierärzten werden Hunde, vor allem größere, inzwischen nahezu flächendeckend mit einem Chip versehen. Bei Katzen wird dagegen nur jedes zweite Tier gechipt. Die Kosten für Chip und Implantation betragen zwischen 30 und 40 Euro.

Einfache Geräte kosten 100 bis 150 Euro, hochwertige bis zu 500 Euro. Während bei einfachen der Chip zum Auslesen recht genau lokalisiert werden muss, funktionieren die teureren, leistungsstärkeren Geräte auch noch aus einer Distanz von 30 Zentimetern.

In welchem Zustand das Tier ist, sei nicht entscheidend, sagt der Ratinger Tierarzt Oliver Schmid. Wichtig sei nur, dass die linke Halspartie, in die der Chip implantiert wird, noch vorhanden sei.

Den Zustand der eingesammelten Tierkadaver hält auch Reinhard Lüdeke, Sprecher der Velberter Feuerwehr, für problematisch. Die Wehr ist im Auftrag des Ordnungsamtes für Tiertransporte in Velbert zuständig - auch für tote Tiere. "Hunde sind eigentlich selten dabei." Weiteres Problem: Nicht alle Vierbeiner trügen einen Chip, und außerdem seien die Chips oft nicht zentral registriert.

In Hilden und Monheim informiert die "Tierrettung NRW" die Besitzer

In Hilden und Monheim haben die Baubetriebshöfe das Einsammeln verendeter Tiere der "Tierrettung NRW" übergeben. Kai Schlimme hat sich mit diesem Service selbstständig gemacht und ist für Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr im Einsatz. In der Regel werden seine Dienste aber bei lebenden Tieren gefragt.

Sowohl bei Fundtieren als auch bei Kadavern schaut Schlimme nach vorhandenen Chips und liest die Daten aus. "Die Reaktionen der Halter sind recht unterschiedlich - mal positiv, mal negativ", sagt Schlimme. Die Zahl der Fälle sei überschaubar: rund 40 im Jahr.

So viele gibt es beim Kreisbaubetriebshof in Mettmann nicht. Die Gefriertruhe werde im Sommer einmal, im Winter einmal geleert, so Sprecherin Daniela Hitzemann. Hunde seien bei den Kadavern eher selten, meistens handele es sich um Hasen, Füchse und Katzen.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer