Die Firma Eurotops mit Sitz in Langenfeld ist ein Versandhandel mit Produkten für die Generation 50plus.

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Glaubt zu wissen, was Männer jenseits der 50 wollen: Ingo Saleck (53), Geschäftsführer der in Langenfeld ansässigen Firma Eurotops.

Glaubt zu wissen, was Männer jenseits der 50 wollen: Ingo Saleck (53), Geschäftsführer der in Langenfeld ansässigen Firma Eurotops.

Anna Schwartz

Glaubt zu wissen, was Männer jenseits der 50 wollen: Ingo Saleck (53), Geschäftsführer der in Langenfeld ansässigen Firma Eurotops.

Langenfeld. Schneeketten für Schuhe, federleichte Gartenschläuche, Handschuhe mit Heizeinsatz oder ein Füller aus Porzellan mit chinesischen Schriftzeichen – es sind zwar keine Waren, die lebensnotwendig sind, die das Unternehmen Eurotops Versand GmbH an den Mann bringt – wohl aber Artikel, „mit denen das Leben aber schöner ist“, wie Geschäftsführer Ingo Saleck sagt. 

Das Versandhandels-Unternehmen mit Sitz in Langenfeld versendet an mehrere Hunderttausend Kunden im Jahr Waren, die besonders den Mann jenseits der 50 glücklicher machen sollen. „Denn sie gehören zu unserer Kern-Zielgruppe. Nur ein Viertel unserer Kunden ist weiblich.“

Dabei hat sich Eurotops, das 1985 gegründet wurde, noch nicht auf die Männerwelt gestürzt. Das ist erst der Fall, seit Ingo Saleck das Unternehmen vor fünfeinhalb Jahren gekauft hat, nachdem es Insolvenz angemeldet hatte. „Es hat sich dann im Laufe der Zeit herauskristallisiert, dass Männer unsere Produkte lieben“, sagt er.

Das Unternehmen verschickt jährlich 13 Millionen Kataloge

Doch ausruhen will sich das Unternehmen mit der TopAgers AG als Holding nicht auf dem bereits jetzt großen Kundenstamm in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und den Niederlanden. Jährlich werden 13 Millionen Kataloge gedruckt und an Haushalte verschickt.

Die Kataloge werden ebenfalls in Langenfeld hergestellt. Dafür beschäftigt Saleck Grafiker und Texter unter seinen 85 Mitarbeitern. Und die gestalten die Versandkataloge mit der schönen, neuen Warenwelt für den Mann im besten Alter anders als die bekannten Printprodukte großer Versandhäuser. „Sie werden keine Abkürzungen bei uns finden, sondern detaillierte Beschreibungen, mit denen jeder etwas anfangen kann“, sagt Saleck. Und noch etwas sei anders: „Die Waren werden nicht nach Kategorien aufgelistet.“

Neben Ingo Saleck gehört Lars Kilander zum Geschäftsführungs-Team.



 

Rund 42 Millionen Euro pro Jahr.

85 Angestellte

800 000

Die Eurotops Versand Gmbh bietet Ausbildungsplätze unter anderem zum Industriekaufmann und zum Groß- und Außenhandelskaufmann an.
www.eurotops.de

Dies entspreche dem Credo des Unternehmens: Bedarfsweckung statt Bedarfsdeckung. „Wir wollen Bedürfnisse wecken, die vielleicht noch gar nicht da sind“, sagt der Geschäftsführer.

97 Prozent aller Artikel sind vorrätig

Hat ein Kunde ein Produkt im Katalog gefunden, wird es ihm direkt aus dem Lager in Langenfeld geliefert. „97 Prozent aller Artikel aus dem Katalog sind innerhalb von zwei bis drei Werktagen bei unseren Kunden. Die restlichen drei Prozent müssen wir bei den Produzenten bestellen.“

Beim Verkauf ist für ihn der Kontakt seiner Mitarbeiter zu den Kunden von zentraler Bedeutung, der über die Mitarbeiter im hauseigenen Call-Center zustande kommt. „Mir ist wichtig, dass sich das Call-Center nicht außer Haus befindet, sondern direkt an das Unternehmen angebunden ist. Outsourcing kommt für mich nicht infrage“, sagt Saleck. Denn nur eigene Mitarbeiter identifizieren sich auch mit dem Unternehmen, „was sich dann auch im Kundenkontakt bemerkbar macht.“

Mit der Eurotops Versand GmbH will es Saleck aber nicht belassen. Der Unternehmer ist auf Expansionskurs und hat schon das nächste insolvente Unternehmen, Neckermann Österreich, im Visier, das er sanieren will. Die Tinte unter den Kaufverträgen ist gerade erst getrocknet.

„Jetzt bin ich ziemlich oft in Graz und arbeite daran, welche Einsparungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven es geben kann.“

Neckermann soll weiblicher werden

Fest stehe, dass das Sortiment bei Neckermann Österreich künftig kleiner ausfallen wird. „Wir werden dort nicht mehr alles vom Spitzen-BH bis zur Schrankwand anbieten. Und die Zielgruppe soll weiblicher sein als bei Eurotops“, sagt Saleck, der damit die Möglichkeit für sein Unternehmen sieht, sich „breiter aufzustellen“.

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