Die Firma CES sorgt mit ihren High-Tech-Produktenüberall für gut verschlossene Türen und Gebäude.

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Auf diesen Auftrag sind die CES-Geschäftsführer Eckhard Leptien (links) und Richard Rackl noch heute stolz: Sie durften das Kanzleramt und den Reichstag mit ihren Schlössern ausstatten. ( Foto/Repro: Simone Bahrmann)

Auf diesen Auftrag sind die CES-Geschäftsführer Eckhard Leptien (links) und Richard Rackl noch heute stolz: Sie durften das Kanzleramt und den Reichstag mit ihren Schlössern ausstatten. ( Foto/Repro: Simone Bahrmann)

Auf diesen Auftrag sind die CES-Geschäftsführer Eckhard Leptien (links) und Richard Rackl noch heute stolz: Sie durften das Kanzleramt und den Reichstag mit ihren Schlössern ausstatten. ( Foto/Repro: Simone Bahrmann)

Velbert. Wenn Angela Merkel morgens ihr Büro öffnet, tut sie es mit einem Schlüssel aus der CES-Fertigung. Nicht nur die Kanzlerin, auch alle anderen Mitarbeiter des Kanzleramtes verschließen ihre Türen mit Schlüsseln der ältesten deutschen Zylinderschlossfabrik aus Velbert. Und nicht nur das: Die C. Ed. Schulte GmbH hat auch die mehr als 1000 Türen des Berliner Reichstages mit den entsprechenden Schließsystemen ausgestattet.

Im Berliner Regierungsviertel sind 30000 CES-Zylinder verbaut und 40000 Schlüssel mit Firmengravur ausgegeben worden. Und auch das neuzeitliche Weltwunder Burj Khalifa, das zu Jahresbeginn eröffnete höchste Bauwerk der Welt, wurde von CES ausgestattet. Auch die Luxusyacht von Ölmilliardär Roman Abramowitsch schippert mit Schließsystemen des Velberter Unternehmens über die Weltmeere.

Und an die Übergabe des Reichstagsschlüssels an den damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse erinnert sich CES-Geschäftsführer Eckhart Leptien auch noch sehr genau: "Das war unser Jahrhundertauftrag." Die Liste der Referenzen ließe sich noch lange weiterführen.

Seit 170 Jahren ist das Unternehmen in Familienhand

Als Gerhard Wilhelm Schulte vor 170 Jahren das Unternehmen gründete, hätte er sich vermutlich eine solche Entwicklung nicht träumen lassen. Er hatte das Schlosserhandwerk von seinem Vater gelernt, der als Schlossmacher durch die Lande zog, um seine Familie zu ernähren.

Bis heute ist die C. Ed. Schulte GmbH in Familienhand, mit mittlerweile 35 Eigentümern. Geführt wird das Unternehmen mit über 450Mitarbeitern in Deutschland, den Niederlanden und Rumänien von den Geschäftsführern Eckhart Leptien und Richard Rackl. Beiden ist viel daran gelegen, die mittelständische Familientradition fortzuführen.

Die C. Ed. Schulte GmbH ist mit 170 Jahren die älteste deutsche Zylinderschlossfabrik.

Das Unternehmen zählt zu den international führenden Herstellern moderner Schließ- und Sicherheitssysteme und erwirtschaftet 40 Millionen Euro Jahresumsatz. Mehr als drei Millionen Schlösser verlassen jährlich die Produktionsabteilung.

An den drei Velberter Standorten und weiteren Niederlassungen in Rumänien und den Niederlanden arbeiten insgesamt 450 Mitarbeiter.

Dazu gehört vor allem das Verhältnis zu den Mitarbeitern, das bei CES besonders gepflegt wird. "Für uns sind die Menschen wichtig", sagt Richard Rackl, der jeden Mitarbeiter mit Namen kennt. Dass dieses Miteinander dem Betriebsklima gut tut, zeigt sich auch daran, dass viele der Mitarbeiter schon Jahrzehnte im Unternehmen arbeiten.

"Wir brauchen kreative Mitarbeiter. Wenn man unter Druck steht, steigt die Fehlerquote", sagt Eckhart Leptien. Die Wege zum Chef seien bewusst kurz gehalten. "Es muss niemand einen Antrag stellen, um ein Gespräch zu führen", so der CES-Geschäftsführer.

Das Prinzip scheint zu funktionieren, die zugesagten 48 Stunden von der Auftragsannahme bis zur Lieferung an den Kunden würden, wie die CES-Geschäftsführung versichert, zuverlässig eingehalten. Dabei dauert die Herstellung der Schließsysteme nur maximal 36 Stunden, die verbleibende Zeit wird für die Auslieferung einkalkuliert.

Bei der Sicherheitstechnik wird mit der Polizei zusammengearbeitet

"Wir mussten noch nie einen Auftrag wegen zu hoher Komplexität ablehnen", erklärt Richard Rackl. Bislang habe jedes noch so komplizierte Schließsystem technisch umgesetzt werden können.

Das Unternehmen arbeitet eng mit den zuständigen Polizeidienststellen zusammen, um die Sicherheit der Schließsysteme zu erhöhen. "Experten brauchen 50Minuten, um ein Schloss zu knacken", weiß Eckhart Leptien. Solange dürfte sich wohl kaum ein Einbrecher Zeit lassen.

In Velbert wurde auch ein System entwickelt, um Türen tausende Kilometer entfernt per iPhone öffnen zu können. Richard Rackl wagt einen Blick in die Zukunft des Unternehmens: "Der Zukunftstrend ist eine intelligente Mischung aus Mechanik und Elektronik. Die herkömmlichen Schlösser wird er dennoch nicht ersetzen."

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