Unbekannte werfen zwei geöffnete Kanister mit Öl in einen See im Stindertal. Der Angelsportverein Erkrath, der das Gelände nutzt, bangt um Fischlaich und Wasservögel.

Einsatz
Mit einer schwimmenden Ölsperre dämmte die Feuerwehr den Ölteppich ein.

Mit einer schwimmenden Ölsperre dämmte die Feuerwehr den Ölteppich ein.

Schätzungsweise fünf Liter Öl sind aus den Kanistern ins Wasser gelaufen, bevor sie entdeckt und geborgen wurden.

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Mit einer schwimmenden Ölsperre dämmte die Feuerwehr den Ölteppich ein.

Erkrath. Peter Ruhnau ist fassungslos: „Wie krank muss jemand sein?“, fragt sich der Schriftführer des Angelsportvereins Erkrath (ASV). Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag zwei große Kanister voller Altöl in einen Fischteich des Vereins im Stindertal zwischen Alt-Erkrath, Mettmann und Düsseldorf-Hubbelrath geworfen.

Ein Angler entdeckt in den frühen Morgenstunden die beiden in einem Ölteppich treibenden, geöffneten Kanister. Um 6.44 Uhr beginnt für die Feuerwehr ein langer Tag im Stindertal.

„Das ist für uns ein ganz schöner Schock“, sagt Ruhnau, der mit seinen rund 100 Angelkameraden aus dem ganzen Kreis Mettmann und dem Umland viel Zeit und Geld in die Teiche am Stinderbach gesteckt hat. „Das Öl schwimmt genau in einem Laichgebiet. Deswegen hoffen wir, dass wir es so schnell wie möglich von dort weg bekommen.“ Besonders um die Wasservögel, die rund um die Teiche des Vereins brüten, macht er sich Sorgen.

Die Feuerwehr rückt mit 17 Mann an und fährt schweres Gerät auf. Mit einem Boot wird eine schwimmende Ölsperre in Position gebracht, damit sich der anfangs rund 500 Quadratmeter große Ölteppich nicht auf alle drei Teiche des Vereins ausbreitet. Später werden die Wehrleute das ölverseuchte Wasser mühsam abschöpfen und mit Bindemittel auffangen. Bis zum Nachmittag sind sie beschäftigt.

„Da gehört doch ein großes Maß an krimineller Energie dazu.“

Peter Ruhnau vom Angelsportverien Erkrath

Für Peter Ruhnau und seine Angelkameraden ist die Tat der Umweltverschmutzer nicht nur ärgerlich, sondern wird auch richtig ins Geld gehen. Denn nach Angaben des ASV könnte der Verein auf den Kosten für die Entsorgung des verunreinigten Wassers sitzen bleiben. Und sollte das Öl auch ins Erdreich eingedrungen sein, stehen auch noch umfangreiche Erdarbeiten an. „Ich kann noch nicht abschätzen, was es kosten wird. Billig wird es nicht“, sagt er.

Für den Straftatbestand der Gewässerverunreinigung sieht das Gesetz bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor. Geschieht es fahrlässig, verringert sich die Strafe auf maximal drei Jahre. Freiheitsstrafen sind allerdings selten.

Wer in der Nacht zu Dienstag rund um die Fischteiche nahe der A 3 bei Erkrath verdächtige Dinge beobachtet hat, kann sich unter Telefon 021 04/9480 6450 ab die Polizei wenden.

Für die Angler ist es bereits der dritte Besuch der Feuerwehr innerhalb weniger Tage. Bereits am Wochenende war durch einen Ölunfall am nahe gelegenen Autobahnparkplatz über den Stinderbach Öl in die Fischteiche gelangt. Tags drauf war schwammen erneut Ölflecken im Stinderbach. Und jetzt auch noch die beiden Kanister. Im Verein wird schon über mögliche Täter spekuliert. „Da gehört doch ein großes Maß an krimineller Energie dazu“, sagt Peter Ruhnau. „Wenn ich Altöl entsorgen will, stelle ich es doch irgendwo ab. Das wirft man doch nicht in ein Gewässer.“

Das sieht auch die Polizei so, die von den Anglern als erstes zur Hilfe gerufen wurde. „Das ist ganz klar ein Umweltdelikt. Wir ermitteln gegen unbekannt“, sagt eine Sprecherin der WZ. Die Chance, den oder die Täter zu finden, sei allerdings ziemlich gering.

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