Die Polizei schätzt den Schaden nach dem Großfeuer in einer Ratinger Papierfabrik auf mehr als zehn Millionen Euro.

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Am Tag danach: Die ehemalige Druckerei ist nur noch eine Ruine. Fotos (3): Stefan Fries

Am Tag danach: Die ehemalige Druckerei ist nur noch eine Ruine. Fotos (3): Stefan Fries

Wie zu einer dicken Schneedecke türmte sich der Löschschaum auf, den die Feuerwehren versprühten, um das Feuer zu löschen.

Durch Lösungsmittel angefacht, schlugen die Flammen hoch aus dem Dach der Druckerei. Immer wieder kam es zu Explosionen.

Fries, Stefan (fr), Bild 1 von 3

Am Tag danach: Die ehemalige Druckerei ist nur noch eine Ruine. Fotos (3): Stefan Fries

Ratingen. Ein Großbrand hat am Mittwochabend in einer Druckerei der Papierfabrik Bagel in Ratingen gewütet. Dabei wurde die 2500 Quadratmeter große Druckhalle komplett zerstört. Um 4 Uhr morgens hatte die Feuerwehr, die mit 120 Einsatzkräften vor Ort war, Donnerstag das Feuer unter Kontrolle gebracht, teilte Einsatzleiter Jürgen Knur mit. Gegen 9 Uhr waren die Feuerwehrmänner noch damit beschäftigt, einzelne Glutnester zu löschen.

Benachbarte Feuerwehren unterstützen Löscharbeiten

Unter den Brandbekämpfern waren nicht nur Ratinger Feuerwehrleute, sondern auch Retter aus Velbert, Mettmann, Essen und Dortmund, um das Großfeuer unter Kontrolle zu bekommen. Auch das Deutsche Rote Kreuz war vor Ort, um die Wehrleute während ihres Einsatzes mit Essen und Getränken zu versorgen.

Der Alarm war am Mittwoch gegen 18.30 Uhr bei der Ratinger Feuerwache eingegangen. Arbeiter der Fabrik hatten den Brand gemeldet. Insgesamt befanden sich sechs Angestellte in der Halle. Sie konnten nach Angaben der Feuerwehr alle rechtzeitig aus der Druckerei flüchten und blieben unverletzt.

Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen meterhoch aus dem Dach, immer wieder waren Explosionen zu hören. Es entwickelte sich starker Rauch.

Bis zu 4500 Liter pro Minute schießen aus den Rohren

„Weil in der Druckerei auch Lösungsmittel verbrannt sind, haben wir Luftmessungen veranlasst. Die Grenzwerte für giftige Stoffe wurden aber nicht überschritten. Es gab nie eine Gefahr für die Bevölkerung“, sagte Einsatzleiter Knur Donnerstag Morgen. Dennoch sei wegen der starken Rauchentwicklung noch am Mittwochabend die Bevölkerung gebeten worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Die Papierfabrik in Ratingen gehört zur NovaGroup der Bagel Gruppe. Sie besteht aus einem Verbund von eigenständigen Unternehmen, die in verschiedenen Segmenten der Druckindustrie, des Verlagswesens und des Dienstleistungssektors tätig sind. Hauptsitz der Verwaltung ist Düsseldorf. Am Ratinger Standort werden ausschließlich Etiketten für die Getränkeindustrie produziert.

Um den Brand löschen zu können, bauten die Wehren drei Drehleitern sowie zwei Gelenkmasten auf. Bis zu 4500 Liter Wasser pro Minute zogen die Einsatzkräfte aus Hydranten und offenen Gewässern wie dem Angerbach.

Polizei geht nicht von Brandstiftung aus

Das Gebäude der Papierfabrik war Donnerstag Morgen noch von der Kriminalpolizei zur Brandermittlung beschlagnahmt. Von Brandstiftung wird derzeit nicht ausgegangen. Vermutlich hat eine Verpuffung in einer der Druckmaschinen das Feuer entfacht.

„Durch die Lösungsmittel konnte das Feuer sehr schnell eine beträchtliche Größe erreichen“, sagte am Abend des Brandes der Sprecher der Feuerwehr Ratingen, Erik Heumann.

Die ganze Nacht über und auch Donnerstag Morgen war der Geschäftsführer der Papierfabrik, Friedrich Scholta, vor Ort. Er inspizierte die komplett zerstörte Halle. „Aktuell wird die Höhe des Schadens erhoben. Gutachter sind vor Ort“ sagte er. Sie kamen später zu dem Ergebnis, dass der Schaden mehr als zehn Millionen Euro beträgt.

Vor dem Abwaschen von Ruß Gummihandschuhe anziehen

Einen Überblick über die Lage und etwaige Gefahren, die von dem Brand für die Bevölkerung hätten ausgehen können, verschaffte sich das Kreisgesundheitsamt. Eine Ärztin war am Abend des Brandes vor Ort. „Sie konnte keine Hinweise sehen, dass es eine konkrete Gefahr durch Giftstoffe gibt“, teilte Donnerstag Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, mit. Anwohner, die ihre Gebäude, Autos oder Gartenmöbel von Ruß befreien wollen, sollten aber Handschuhe anziehen.

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