Um den Sinn, die Möglichkeiten und Ziele von Stiftungen ging es beim ersten kreisweiten Stiftertag. Oft sind private Schicksale der Anlass zur Gründung.

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Robert Wirtz (l.) und Ulrike Krautz von der Stiftung Neanderthal Museum informierten Besucher Leo Girten (r.) über ihre Arbeit.

Robert Wirtz (l.) und Ulrike Krautz von der Stiftung Neanderthal Museum informierten Besucher Leo Girten (r.) über ihre Arbeit.

Stefan Fries

Robert Wirtz (l.) und Ulrike Krautz von der Stiftung Neanderthal Museum informierten Besucher Leo Girten (r.) über ihre Arbeit.

Kreis Mettmann. In vielen Stiftungen spiegeln sich ganze Familien und ihre Schicksale wider. Sie sind Plattform des gemeinsamen Engagements und dokumentieren nachhaltig, was dem Stifter am Herzen liegt. Für den Hildener Wilfried Breer ist es die Unterstützung von Wachkoma-Patienten.

"Ich bin selbst betroffener Vater. Mein Sohn liegt seit acht Jahren im Wachkoma. Daraufhin habe ich den Verein gegründet", erzählt er. "Wachkoma-Patienten sind bewegungs- und kommunikationsunfähig. Dieser Zustand ist nicht heilbar - man muss lernen, damit zu leben." Der Verein bietet darum Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt zum Beispiel Reit- oder Musiktherapien. Aus dem Verein soll bald eine Stiftung werden - "das bringt eine Nachhaltigkeit über meinen Tod hinaus", so der Vorsitzende Breer.

Neanderthal Museum und Notfallseelsorge werden unterstützt

Mittlerweile gibt es im Kreis Mettmann rund 70 Stiftungen. Acht davon haben sich auf dem ersten Stiftertag des Kreises in den Räumen der Kreissparkasse Düsseldorf in Mettmann präsentiert. Neben dem Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten war die Stiftung Notfallseelsorge vertreten. "Die Notfallseelsorge ist eine leise Form der Unterstützung, eine erste Hilfe für die Seele. Wir stehen Menschen nach tragischen Unglücken bei, hören zu, helfen bei ersten Schritten", erklärte Kirsten Dörner. "Durch die Stiftung kann die Erreichbarkeit der Seelsorger an 365 Tagen im Jahr gewährleistet werden."

Auch die Jugendstiftung Erkrath war bei der Veranstaltung vertreten: Sie fördert jegliche Jugendarbeit in Erkrath. Unter dem Leitmotiv "Jugend ist Zukunft" will die Stiftung zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen.

Die Stiftung Neanderthal Museum wurde 1991 vom Kreis Mettmann und dem Förderverein des Neanderthal Museums gegründet und ist Träger des gleichnamigen Museums. Die Stiftung erbaute es mit Fördergeldern der NRW Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege.

Acht der 70 Stiftungen aus dem Kreisgebiet stellten sich beim ersten Stiftertag vor: die Stiftung Neanderthal Museum, die Jugendstiftung Erkrath, der Verein zur Unterstützung von Wachkoma-Patienten und die Stiftung Notfallseelsorge, außerdem die MTZ-Stiftung, die Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Humanmedizin fördert. Die Josef-Janhsen-Stiftung, die die Jugenarbeit der katholischen Kirchengemeinde St.Johannes der Täufer in Erkrath unterstützt. Die Stiftung St. Johannes der Täufer, die unter anderem den Unterhalt der Pfarrkirche in Erkrath unterstützt sowie die Maria Nenninghoven Stiftung, deren Zweck die Unterstützung Bedürftiger in Mettmann ist.

"Das erste Ziel ist die Sicherheit des Kapitals", erklärte Robert Wirtz, Vorstand der Stiftung Neanderthal Museum. "Wie kann man das Geld nicht nur sicher anlegen, sondern auch so, dass es möglichst viel Ertrag bringt? Als Stifter braucht man manchmal einen langen Atem."

Neben den Infoständen informierten Vorträge die Besucher über die Gründung und Arbeit einer Stiftung. "Wer so etwas gründen will, muss ausreichendes Vermögen zur Verfügung stellen. Die Stiftung entsteht als selbstständige juristische Person erst mit Erteilung der Anerkennung durch die Stiftungsbehörde. Der Staat honoriert das freiwillige Engagement mit steuerlichen Abzugsmöglichkeiten", erklärte Dorothea Növer von der Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf. "Stifter sind jedoch mehr als nur Geldgeber: Sie arbeiten im Vorstand oder in Projekten mit. Eine Stiftung kann Hobby und Arbeit vereinen und jede Menge Spaß machen."

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