Bildhauer Wolfgang Sendermann und Fotografin Eva Pannée stellen im Kunsthaus aus.

Bildhauer Wolfgang Sendermann und Fotografin Eva Pannée stellen im Kunsthaus aus.
Eva Pannée fängt die Natur in Fotografien ein.

Eva Pannée fängt die Natur in Fotografien ein.

Materialien wie Holz und Erde verarbeitet Wolfgang Sendermann zu einzigartigen Kunstwerken. Fotos (2): Dietrich Janicki

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Eva Pannée fängt die Natur in Fotografien ein.

Erkrath. Genau so eine Ausstellung braucht der Mensch im Winter: Eine die wärmt und erdet, mit ganz schlichten Mitteln. Mit Erde zum Beispiel, die Wolfgang Sendermann in Erkrath gesammelt, mit Tapetenkleister und Weißleim vermischt und dann in Schichten zu Papier gebracht hat. Sieht aus wie ein altes, kostbares, von Wind und Wetter gegerbtes Pergament und kann jetzt in der Ausstellung „Natur Struktur“ im Kunsthaus an der Dorfstraße in Hochdahl-Millrath einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Ein vier Meter langes Stück Treibgut wurde zum Kunstobjekt

War die Erkrather Erde noch ein vergleichbar leichtes Gut, gestaltete sich die Sache mit dem vier Meter langen hölzernen Treibgut aus der Elbe doch wesentlich schwieriger, erzählt Sendermann. Als er es fand, habe er auch noch gar nicht gewusst, was einmal daraus werden sollte, aber mitnehmen wollte er es unbedingt. Am Ende sind dann recht filigrane Skulpturen entstanden, unter anderem ein sehr hübsches Paar, das die Holzaugen nur noch füreinander hat.

Holzliebe, also Liebe zum Holz, ist auch für die Fotografin Eva Panneé ein großes Thema. Sie muss gar nicht viel mitnehmen, hält die Hände frei für ihre treue Begleiterin, die Kamera, mit der sie die faszinierende Struktur von Holzscheiben und Baumrinden erforscht. Linien, Farben, Formen, da gibt es so viel zu sehen, wenn man sich auf die kleinen Natur-Meditationen einlässt, sagt Pannée.

Mit der Kamera macht die Künstlerin Formen sichtbar

Auf Sylt, wo alle Welt das Vergnügen sucht, hat sie sich stattdessen in die geologischen Strukturen des Morsumer Kliffs versenkt und sie fotografisch festgehalten. Auch Meerwasser, das mit Sand spielt und ihn verformt und dabei von der Sonne bespiegelt wird, hat sie gebannt und für die Ausstellungsbesucher zugänglich gemacht. Für Pflanzenfreunde gibt es Farne, die ältesten Pflanzen der Welt, und junge Rosenblüten.

Wer die kleine, heimelige Schau in der ehemaligen Schule an der Dorfstraße 8 sehen will, muss sich allerdings beeilen, denn die Ausstellungen dort wechseln monatlich. Dafür sorgt der rührige Förderkreis Kunst und Kulturraum Erkrath, dessen Gründungsmitglieder Pannée und Sendermann sind. Vor drei Jahren haben sie eine Wohnung und einen Klassenraum in dem Schulgebäude von der Stadt gemietet und seitdem nahezu kernsaniert: neuer Anstrich, neue Böden, neue Heizungen. Es war eine große Investition und viel Arbeit, zu stemmen nur durch geballte handwerkliche Begabung.

Entstanden ist ein modern beleuchteter Ausstellungsraum, für den sich auch viele Künstler außerhalb Erkraths interessieren, berichten Pannée und Sendermann. Es mangele nicht an Kandidaten, die dort ausstellen wollen. Geöffnet ist nur am Wochenende, aber auch unter der Woche ist reichlich Leben im Gebäude: In sechs Ateliers wird gewerkelt, nebenan probt der Madrigalchor, und eine Privatwohnung ist außerdem noch in dem Haus untergebracht.

Geöffnet bis einschließlich 11. Dezember samstags von 15 bis Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am 15. Dezember gibt es um 19 Uhr eine Lesung mit Musik.

www.kunsthaus-erkrath.de

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