Presbyterium spricht mit Gemeinde über die Schließung des Zentrums in Unterfeldhaus.

Pfarrerin Gisela Kuhn sprach am Samstag vor den Gemeindegliedern über die Konsequenzen, die sich aus dem Verkauf des Gemeindezentrums ergeben. Im Hintergrund steht Axel Epe, Vorsitzender des Presbyteriums.
Pfarrerin Gisela Kuhn sprach am Samstag vor den Gemeindegliedern über die Konsequenzen, die sich aus dem Verkauf des Gemeindezentrums ergeben. Im Hintergrund steht Axel Epe, Vorsitzender des Presbyteriums.

Pfarrerin Gisela Kuhn sprach am Samstag vor den Gemeindegliedern über die Konsequenzen, die sich aus dem Verkauf des Gemeindezentrums ergeben. Im Hintergrund steht Axel Epe, Vorsitzender des Presbyteriums.

Dirk Thomé

Pfarrerin Gisela Kuhn sprach am Samstag vor den Gemeindegliedern über die Konsequenzen, die sich aus dem Verkauf des Gemeindezentrums ergeben. Im Hintergrund steht Axel Epe, Vorsitzender des Presbyteriums.

Erkrath. Wie schmerzlich und schwer diese Entscheidung gefallen ist, das kann Presbyter Axel Epe gar nicht oft genug betonen. Am Samstag lud der Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Erkrath zum Gespräch ins Gemeindezentrum Unterfeldhaus ein, um den Gemeindegliedern Rede und Antwort zu stehen.

Kaum ein Stuhl blieb unbesetzt, denn die bevorstehende Schließung des Zentrums zum Jahresende, bewegte nicht nur die enttäuschten Unterfeldhauser an der Matthias-Claudius-Straße, sondern auch Mitglieder der Bezirke Alt-Erkrath und Unterbach.

Große Unsicherheit zeigt sich in den vielen Fragen

Keine Frage, die die Gemeindeglieder schon seit Wochen beschäftigt, blieb ungestellt: Was passiert mit dem Gebäude? Was passiert mit uns und warum gerade Unterfeldhaus?

Zur Erinnerung: Das Gemeindezentrum soll zusammen mit den drei Pfarrhäusern der Gemeinde aus finanziellen Gründen verkauft werden. „Was mit dem Gebäude letztlich passiert, ist noch nicht sicher. Dafür, dass es erhalten bleibt, gibt es keine Garantie“, sagt Epe. Zwischen 70 000 und 80 000 Euro kostet das Gebäude pro Jahr an Bewirtschaftungskosten. Eine Renovierung des Daches würde alleine 80 000 Euro kosten. Epe: „Das Geld ist einfach nicht da.“

Die Menschen in Unterfeldhaus hängen an ihrem „wunderschönen“ Zentrum und akzeptieren nur schwer, dass es aufgegeben wird. Um den Verkauf zu vermeiden, würden sie sogar eindringendes Regenwasser auffangen.

Die gesamte Evangelische Gemeinde Erkrath hatte im Jahr 1985 noch mehr als 11 000 Mitglieder. Heute sind es nur noch 6600 – Tendenz weiter abnehmend. Der Grund dafür liegt jedoch nicht an den Kirchenaustritten, sondern vor allem an der demografischen Entwicklung der Bevölkerung.

Die Gemeinde erwirtschaftet jährlich ein Defizit von rund 250 000 Euro. Obwohl die Einnahmen aus der Kirchensteuer im vergangenen Jahr höher als erwartet ausgefallen sind, ist das Defizit ohne die Schließung des Zentrums nicht in den Griff zu bekommen, so die Verantwortlichen.

Wie hoch die Einnahme durch den Verkauf des Gemeindezentrums sein wird, ist unklar. Sicher ist aber, dass die Veräußerung benutzt wird, um die Substanz der übrigen Gebäude der Gemeinde zu erhalten.

Dennoch wird es geschlossen: Das Zentrum ist zu teuer. „Alternativen gibt es aber nicht“, erklärt Epe. „Der Verkauf der anderen Gebäude der Gemeinde hätte zur Folge, dass auch die Kindergärten aufgegeben werden müssten.“

Ebenso die Überlegung einiger Mitglieder, Düsseldorf könne die Gemeinde Unterbach mit übernehmen, würde an der finanziellen Lage nichts ändern. „Wir haben auch weder den Wunsch, noch die Bestrebung. Wir wollen eine Gemeinde bleiben. Punkt!“, betont Epe.

Die Stimmung zwischen den Bezirken ist schlecht

Die angespannte Stimmung zwischen den einzelnen Bezirken resultiert aber vor allem aus der noch offenen Frage, wie es mit der Gemeinde Unterfeldhaus weitergehen soll. Lange Wege zu den Gottesdiensten in Unterbach etwa sind von den älteren Gemeindegliedern nur schwer zu bewerkstelligen.

Bereits den Weg zur katholischen Kirchengemeinde am Neuenhausplatz, in deren Räumen vermutlich die neue Heimat gefunden werden soll, empfinden viele schon zu weit.

„Den Gottesdienst am Samstag wird es dann nicht mehr geben können. Dafür würde uns der gesamte Sonntag zur Verfügung stehen“, sagt Pfarrerin Gisela Kuhn. „Wir müssen jetzt anfangen, kleinere Brötchen zu backen und auch auf die Unterstützung der anderen Bezirke hoffen.“

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer