Die Stadt hat im Vorjahr 222 Begrüßungspakete an Eltern und deren Babys verteilt.

Ein Fall fürs Begrüßungspaket: Christian, der mit Mutter Christina kuschelt.
Ein Fall fürs Begrüßungspaket: Christian, der mit Mutter Christina kuschelt.

Ein Fall fürs Begrüßungspaket: Christian, der mit Mutter Christina kuschelt.

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Ein Fall fürs Begrüßungspaket: Christian, der mit Mutter Christina kuschelt.

Erkrath. Das große „Hallo“ kommt in einer kleinen Papiertüte. Darin stecken nützliche Dinge, die vor allem eines sollen: die jüngsten Bürger der Stadt willkommen heißen und ihren Eltern zeigen, dass ein Ansprechpartner da ist, der sich mit ihnen freut und mit Rat zur Seite steht.

Das Babybegrüßungspaket kommt von Bürgermeister Arno Werner und Eva Klaffke-Römer. Die Diplom-Sozialarbeiterin und vierfache Mutter packt in einer 19,5-Stunden-Woche nicht nur die Tüten und erledigt die dazugehörigen Besorgungen. Sie besucht auch die Familien, heißt die Neugeborenen persönlich willkommen und übergibt das Begrüßungspaket.

Kurzbesuche und stundenlange Unterhaltungen

Im vergangenen Jahr hat sie das 222 Mal getan – und jeder Besuch ist anders. „Das sind ja keine virtuellen Kontakte.“ Bei manchen Familien sei nach wenigen Minuten alles gesagt. „Bei anderen sitze ich zwei Stunden am Küchentisch und unterhalte mich.“

Seit Juni hat Eva Klaffke-Römer für acht Stunden in der Woche Unterstützung in Form der Kollegin Anne Kühnen, Mutter eines Kindes. „Dadurch können wir uns an noch mehr Familien wenden“, sagt Klaffke-Römer – bei rund 350 Neugeborenen, die die Stadt jährlich zählt, eine willkommene Neuerung. Pro Tag stehen ein bis zwei Besuche an. Wo es Nachwuchs gibt, erfährt die Stadt über das Standesamt. In einem Brief wird das Paket angekündigt. Ob sie es persönlich überreicht bekommen, können die Eltern entscheiden.

Enthalten sind darin neben einem Rauchmelder und einer Tageskarte für das Neanderbad – gesponsert von den Stadtwerken – Spielzeug, ein Kirschkernkissen sowie Schutzvorrichtungen für Tischkanten und Steckdosen. „Außerdem erhalten die jungen Eltern eine Menge Infomaterial in Form der Elternbriefe und des Elternordners der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, außerdem Broschüren zu Kindertagesstätten, Ansprechpartner und Freizeitmöglichkeiten“, zählt Klaffke-Römer auf.

Der Inhalt wird ganz persönlich zusammengestellt

Im Juli 2008 wurde mit den Vorbereitungen des Babybegrüßungspakets begonnen. Seit Januar 2009 besucht Diplom-Sozialarbeiterin Eva Klaffke-Römer die Familien und übergibt die etwa Din-A-3 großen Tüten – in 2010 waren es 222 Stück. Seit Juni wird sie von einer Kollegin unterstützt. Die Kosten für das Paket trägt die Stadt, unterstützt wird sie von den Stadtwerken.
 

Den Inhalt der Tasche passt sie an die Empfänger an. „So lege ich für Eltern mit Migrationshintergrund andere Broschüren dazu als für junge Mütter, die gerade ihre Ausbildung durchlaufen“, erklärt Eva Klaffke-Römer.

Die Resonanz sei durchweg positiv. Nur selten komme es vor, dass eine Familie auf den Besuch der Sozialarbeiterin verzichtet. „Eine Familie hat dankend abgelehnt. Die Mutter sagte, sie habe schon sieben Kinder und komme gut klar“, sagt Klaffke-Römer lächelnd.

In den meisten Fällen seien es jedoch Ein-Kind-Familien, die sie und ihre Kollegin besuchen. „Oft bleibt es auch dabei, oder ein zweites Kind kommt erst spät dazu“, sagt sie und spricht damit aus eigener Erfahrung.

Die Kosten für ein Babybegrüßungspaket belaufen sich auf rund 40 Euro. Bei 222 übergebenen Paketen in 2010 ergibt das für die Stadt Ausgaben von knapp 9000 Euro. Hinzu kommen die Personalkosten.

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