Wisente haben ihre Eigenheiten. Damit zwei alternde Damen ihren Ruhestand genießen können, müssen ein neues Gehege und ein neuer Stall her.

Wisente haben ihre Eigenheiten. Damit zwei alternde Damen ihren Ruhestand genießen können, müssen ein neues Gehege und ein neuer Stall her.
Die Wisentdamen „Nutella“ und „Nutrea“ sind 22 Jahre alt und genießen ihr Dasein als Rentner.

Die Wisentdamen „Nutella“ und „Nutrea“ sind 22 Jahre alt und genießen ihr Dasein als Rentner.

Mikko Schümmelfeder

Die Wisentdamen „Nutella“ und „Nutrea“ sind 22 Jahre alt und genießen ihr Dasein als Rentner.

Mettmann/Erkrath. Wenn alles gut läuft, gibt’s im Wildgehege bald schon neue Ausblicke. „Im Mai beginnen wir mit dem Bau der zweiten Aussichtsplattform“, kündigt Georg Görtz an. Der Planungsamtsleiter des Kreises Mettmann hofft nun, dass sich der Umbau nicht allzu lange hinziehen wird und schon im Juni ein wunderbarer Weitblick über das Neandertal bis hinüber zum Kalkwerk möglich ist.

Die Wisente sind zu alt, um in eine neue Herde integriert zu werden

Bis das sogenannte „Bergstück“ nahe dem Millrather Bahnhof von Wisenten bezogen werden kann, wird es allerdings noch dauern. Die beiden Wisentdamen namens „Nutella“ und „Nutrea“ sind mit mittlerweile 22 Jahren zu alt, um in eine neue Herde integriert zu werden. Nun allerdings kündigen die ersten Zipperlein das nahende Lebensende an, und bis irgendwann eine neue Zuchtgruppe angesiedelt werden soll, bekommen sie ihr Gnadenbrot im alten Gehege.

Auf den mittlerweile grünen Wiesen des Bergstücks soll dennoch bald der neue Wisentstall gebaut werden. „Wir rechnen damit, dass es dort noch im Herbst losgehen kann“, hofft Georg Görtz auf einen baldigen Startschuss. Überstürzen wolle man jedoch nichts und so ein Wisentstall sei nun mal nichts, was auf dem Reißbrett geplant werden könne. Die kräftigen und wehrhaften Tiere könne man nicht einfach in einen Kuhstall stellen, ohne dass dort ziemlich bald alles zu Bruch gehen würde. Auch Hegemeisterin Sara Kajak kennt die Marotten ihrer Schützlinge und sie weiß, dass die Gesten der europäischen Bisons von ahnungslosen Spaziergängern auch schon mal falsch verstanden werden können. Deshalb sei man bei der Planung des neuen Domizils im engen Kontakt mit dem Wuppertaler Zoo und anderen Standorten, an denen Wisentzucht betrieben werde. Nach der Ansiedlung der Wisentherde auf den neuen Wiesen sollen Auerochsen (Heckrinder) und Tarpane (Wildpferde) quasi als Wohngemeinschaft vergesellschaftet werden. „Das ist am Wülfrather Eignerbach bereits gelungen“, weiß Georg Görtz. Der jetzige Wisentstall werde dann zum Kombistall umgebaut. Und ja, der kleine Rundweg um das neue Bergstück werde demnächst auch in Angriff genommen.

Damit wird es über eine Brücke hinweg und auf barrierefreien Wegen einen Rundlauf um das neue Wisentgehege geben. „Und dann kommt noch das Multifunktionsgebäude“, schaut Georg Görtz in eine Zukunft, in der erlebnispädagogische Angebote vor allem Kinder und Schulklassen zum Wildgehege locken sollen.

Die Bedenken der Erkrather Lokalpolitik, dass man mit den Umbauten neue Verkehrswege schaffen müsse, konnte der Planungsamtsleiter ausräumen. Das Bergstück und die Aussichtsplattform seien auf kurzen Wegen vom Bahnhof Millrath aus zu erreichen.

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