Für die Stadt völlig überraschend schließt Schönmackers die Annahmestelle an der Hochdahler Straße.

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Annahme verweigert: Ab Mittwoch ist der Wertstoffhof an der Hochdahler Straße geschlossen.

Annahme verweigert: Ab Mittwoch ist der Wertstoffhof an der Hochdahler Straße geschlossen.

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Annahme verweigert: Ab Mittwoch ist der Wertstoffhof an der Hochdahler Straße geschlossen.

Erkrath. Völlig überraschend hat die Stadt Erkrath am Dienstagnachmittag mitgeteilt, dass die Firma Schönmackers am Mittwoch den Betrieb ihres Wertstoffhofs an der Hochdahler Straße 153 einstellt. „Überraschend und schockierend“ sei die Nachricht für die Verwaltung gewesen. Die Stadt sei vom Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Kempen vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Unternehmen hat genehmigungsrechtliche Bedenken

„Wir haben genehmigungsrechtliche Bedenken“, sagte am Dienstag Gebietsleiter Knut Matthias Ernst. Deshalb habe sein Unternehmen mit der Stadt die Schließung vereinbart. Warum die Entscheidung so kurzfristig getroffen wurde, konnte er nicht begründen. „Wenn man die abgegebenen Mengen kontrolliert, sich dann die Genehmigung anschaut, dann kommt man darauf“, sagte er: „Für die Bürger ist das bedauerlich, sie müssen jetzt ein paar Kilometer mehr fahren.“

Das Entsorgungsunternehmen hat in Düsseldorf-Reisholz einen Wertstoffhof eingerichtet. Dort dürfen ab Mittwoch die Erkrather kostenlos Garten- und Grünabfall, Elektrogeräte, Sperrmülll, Papier und Glas sowie gegen Gebühr Bauschutt und Baumischabfälle abgeben. Auch der Mitarbeiter des Erkrather Hofs wird nach Düsseldorf versetzt.

Die Stadt versichert in ihrer Pressemitteilung, sie habe aktuell keine Veranlassung, die Schließung des Betriebs zu fordern. Deshalb prüfe sie nun alle Möglichkeiten, „schnell auf Erkrather Stadtgebiet wieder wie gewohnt eine Annahmestelle für Wertstoffhofe und Sperrgut zu schaffen“, heißt es aus dem Rathaus.

Seit 15 Jahren gibt es keinen rechtsverbindlichen Bebauungsplan

Seit mehr als 15 Jahren betreibt das Entsorgungsunternehmen den Wertstoffhof an der Hochdahler Straße – und ist doch nur geduldet. Denn bis heute gibt es für das Gelände, das Schönmackers gehört, keinen rechtsverbindlichen Bebauungsplan.

Der Wertstoffhof an der Oerschbachstraße 10 in Düsseldorf ist über die Autobahn 46, Ausfahrt Holthausen, zu erreichen. Öffnungszeiten: Montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr sowie samstags von 8 bis 13 Uhr.

Bereits 2006 sollte die Belastbarkeit des Geländes unter ökologischen Aspekten untersucht werden. Ein Bebauungsplan für das Gelände zwischen Neanderbad und Tankstelle war – auch aus Umweltschutzgründen – immer umstritten. Verlässliches Baurecht hätte das Unternehmen beispielsweise in die Lage versetzt, das Gelände herrichten oder den Platz befestigen zu können.

Ob der Wertstoffhof früher oder später wieder öffnen wird, konnte Ernst nicht sagen. Ob es bei Schönmackers Überlegungen gibt, das Gelände zu verkaufen, entziehe sich seiner Kenntnis.

Im Stadtrat gab es am Dienstagabend eine entsprechende Mitteilung der Verwaltung. Kämmerer Heribert Schiefer sagte, die neue Geschäftsführung der Firma Schönemackers sei persönlich für die Schließung verantwortlich. Im Rathaus stößt das auf Unverständnis, da es in der Vergangenheit keine Probleme mit ungeklärtem Baurecht gegeben habe. Die Politik reagierte empört.

» Ein ausführlicher Bericht folgt

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