Kinder und Eltern erkunden die Natur im und am Morper Park als „Wald- und Wiesenzwerge“ in einer offenen Gruppe.

Kinder und Eltern erkunden die Natur im und am Morper Park als „Wald- und Wiesenzwerge“ in einer offenen Gruppe.
Waldpädagogin Hanna Walter zeigt den Kindern ihrer Gruppe eine Schnecke im Wald.

Waldpädagogin Hanna Walter zeigt den Kindern ihrer Gruppe eine Schnecke im Wald.

Marschall

Waldpädagogin Hanna Walter zeigt den Kindern ihrer Gruppe eine Schnecke im Wald.

Erkrath. Robuste, wetterfeste Kleidung sollten die Wald- und Wiesenzwerge tragen, stand in der Einladung, denn die Natur in Bruchhausen sei „etwas wilder als im Park Morp“. 14 Kleinkinder und ihre Mütter kamen – manche schon „expeditionserfahren“ mit Köcher, Behälter und Lupe gerüstet – zum allerersten Treffen der „Wald- und Wiesenzwerge Hochdahl“ zum Naturschutzzentrum (NSZ) Bruchhausen in Hochdahl.

Gemeinsam mit den Frühen Hilfen des Sozialdienstes SKFM, die bereits seit vier Jahren in Alt-Erkrath eine offene Waldgruppe anbieten, hat das Naturschutzzentrum als Regionalzentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kreis Mettmann nun ebenfalls eine solche Gruppe für kleine Entdecker im Vorschulalter ins Leben gerufen. Sie richtet sich an Kinder im Alter von drei bis sechs Jahre. Jüngere Geschwisterkinder können aber (in Trage oder Buggy) ebenfalls gerne teilnehmen.

„Die Idee, auch in Hochdahl eine offene Waldgruppe anzubieten, existiert so lange, wie es die Wald- und Wiesenzwerge in Alt-Erkrath gibt.“.

Karin Blomenkamp, Leiterin vom NSZ Bruchhausen

„Die Idee, auch in Hochdahl eine offene Waldgruppe anzubieten, existiert so lange wie es die Wald- und Wiesenzwerge in Alt-Erkrath gibt“, erklären Karin Blomenkamp, Leiterin vom NSZ Bruchhausen, und Andrea Bleichert, Koordinatorin der Frühen Hilfen.

Bisher scheiterte dies daran, entsprechende Ehrenamtler zu finden. Dank des Landesförderprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ wird die neu ins Leben gerufene Gruppe jetzt sogar von einer zertifizierten Waldpädagogin geleitet. Hanna Walter ist in dieser Funktion freiberuflich für das Naturschutzzentrum tätig und nimmt die Kinder gemeinsam mit deren Eltern ab sofort jeweils mittwochs mit auf Entdeckungstouren durch den Wald: „Der Spaß und das Erleben in der Natur stehen im Vordergrund“, erklärt sie: „Fakten zu vermitteln ist ein praktischer Nebeneffekt.“

So werden beispielsweise Tiere entdeckt, Steine, Blätter oder Rindenstücke gesammelt und Pausen auf dem „Waldsofa“ eingelegt. Und natürlich jede Menge Fragen beantwortet. „Auch die Eltern lernen hier viel“, weiß Andrea Bleichert von ihren Wald- und Wiesenzwerge-Gruppen in Alt-Erkrath.

Viele sehen die Natur nach den Spaziergängen als wichtigen und interessanten „Abenteuerspielplatz“ für ihre Kinder an als vorher. Die Erkenntnis, dass nicht jeder kleine Matschklecks gleich mit einem Feuchttuch weggewischt werden muss, gehört dazu. Aber auch Gefahren spricht Waldpädagogin Hanna Walter mit den Teilnehmern ihrer Gruppe an: Welche Pflanzen sind giftig, welche nicht, beispielsweise. Außerdem rät sie den Teilnehmern, sich vor dem Waldbesuch mit einem Mückenschutzmittel zu schützen und nach dem Spaziergang die Kinder auf Zecken zu untersuchen. Denn auch das ist Natur und beim richtigen Umgang damit kein Problem.

Undine Stücker hat über Facebook von der Gruppe erfahren und nicht nur ihren Sohn Ben mit zum ersten Waldspaziergang gebracht, sondern gleich mehrere seiner Kindergartenfreunde samt Mütter. „Ich habe als Kind selbst im Wald gespielt. Deshalb ist es mir wichtig, dass Ben mit der Natur aufwächst“, sagt sie. Ben selbst ist der Weg zum Waldrand etwas weit, doch nach einer kleinen Stärkung packt auch ihn der Forschergeist.

Philipp nutzt derweil die Pause, um sich mehreren Nacktschnecken zu widmen, die er an einem Holzscheit entdeckt hat: „Die große habe ich als erster gesehen“, sagt er stolz und lässt sich noch weitere kleine Waldbewohner zeigen, die über ein Holzstück krabbeln.

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