Die Hospizarbeit ist ohne Ehrenamtler undenkbar. Ermutigungs- und Befähigungsseminare sollen Helfer schulen.

Die Hospizarbeit ist ohne Ehrenamtler undenkbar. Ermutigungs- und Befähigungsseminare sollen Helfer schulen.
Die Gründe dafür, an einem Befähigungskursus zur Sterbebegleitung teilzunehmen, sind unterschiedlich.

Die Gründe dafür, an einem Befähigungskursus zur Sterbebegleitung teilzunehmen, sind unterschiedlich.

Hospiz

Die Gründe dafür, an einem Befähigungskursus zur Sterbebegleitung teilzunehmen, sind unterschiedlich.

Erkrath. Die Hospizarbeit ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. In Seminaren werden Interessierte auf die Sterbebegleitung vorbereitet. Dabei steht das spätere Ehrenamt gar nicht im Vordergrund: Eingeladen sind alle, die sich für die Hospizarbeit interessieren. Neugierde? Faszination? Angst vor dem Tod? Oder einfach „nur“ helfen und etwas Sinnvolles tun wollen? Oftmals sind sich die Teilnehmer gar nicht bewusst, aus welchen Motiven heraus, sie sich für einen Befähigungskurs zur Sterbebegleitung angemeldet haben, weiß Kursleiterin Verena Penschinski: „Diese Motive an die Oberfläche zu holen, kann wie eine kleine ‘Geburt’ sein.

Viele kommen, um Sterbende nicht alleine zu lassen

Am Ende eines Seminarabends sagte eine Teilnehmerin: ,Ich habe gedacht, ich habe keine Angst vor dem Tod. Jetzt weiß ich, dass ich genau deswegen hier bin: um meiner Angst zu begegnen.’“ Andere wiederum kommen ganz bewusst, weil sie sterbende Menschen „nicht alleine lassen“ oder den Tabuthemen „Sterben und Tod“ etwas entgegensetzen wollen. Wieder andere haben prägende biographische Erfahrungen – positive wie negative – mit der Sterbebegleitung gemacht, und wollen diese weitergeben oder korrigieren.

Hinter dem Interesse für die Hospizarbeit stecke auch der Wunsch, sich weiterzuentwickeln und zu lernen, mit Menschen in existenziellen Krisenzeiten (besser) umzugehen, so Penschinski: „Es gibt oft zunächst tabuisierte Beweggründe wie Neugierde und Faszination: Wie geht Sterben überhaupt? Mancher sagt: ‘Ich habe bei dem Tod meines Angehörigen gar nicht richtig getrauert. Im Hospiz möchte ich lernen, wie das geht.’“ Die Seminare sollen helfen, all diese Facetten zu ergründen.

„Teilweise suchen Menschen einen Gegenpol zur Berufsarbeit“, schildert Penschinskis Kollegin Claudia Schmitz ihre Erfahrungen. Sie stellt fest: „Ein Banker, der täglich mit Zahlen zu tun hat, sucht einen Bereich, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Oder die Altenpflegerin, die fünf Jahre vor der Rente steht und etwas Gewinnbringendes für ihre aktuelle Tätigkeit lernen möchte.“

So wichtig ehrenamtliche Mitarbeit für die Hospizarbeit auch sein mag – bei den Kursen bleibt die Frage nach einer späteren ehrenamtlichen Tätigkeit außen vor. „Die Kurse sind für jeden Interessierten offen, so dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen zunächst in das eigene Umfeld einbringen können.“ Wer sich dann für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Hospiz oder im ambulanten Dienst entscheidet, wird nicht alleine gelassen: Er erhält auch nach dem Kursus Unterstützung durch Gruppentreffen, Supervision und Einzelgespräche mit den Koordinatorinnen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer