Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs stellte die Hochdahler Projekte vor und erntete viel Kritik.

Auch der Neubau der L 403 beschäftigt die Bürger. Einige kritisieren, dass ein Radweg fehlt, andere die weiten Wege.
Auch der Neubau der L 403 beschäftigt die Bürger. Einige kritisieren, dass ein Radweg fehlt, andere die weiten Wege.

Auch der Neubau der L 403 beschäftigt die Bürger. Einige kritisieren, dass ein Radweg fehlt, andere die weiten Wege.

Anna Schwartz

Auch der Neubau der L 403 beschäftigt die Bürger. Einige kritisieren, dass ein Radweg fehlt, andere die weiten Wege.

Erkrath. Eine neu ausgebaute Landstraße, ein Bahnübergang, der bald wegfallen soll, ein in die Jahre gekommenes Provisorium am Bahnhof – in Hochdahl sind Baustellenabsperrungen ein gewohnter Anblick. Und die Reaktion lässt nicht auf sich warten.

„Wo ist denn der Fahrradweg?“, „Das ist einfach zu gefährlich!“ oder „Die Wege sind unheimlich weit!“ – rund 50 Gäste bereiten Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs bei der Bürgerversammlung im Johanniter-Haus einen schweren Stand. Eingeladen hatte die SPD unter der Überschrift „Wie geht es weiter in Alt-Hochdahl?“.

„Ich bin hier, um mich mal wieder unbeliebt zu machen.“ In ironischem Ton hatte Heffungs seine Zuhörer begrüßt. Und die haben zu fast allen Details der Umbauten Fragen.

Ob man auf dem Radweg von Kemperdick ins Neandertal künftig zweimal die L 403 überqueren müsse – Heffungs bestätigt das. Für Fußgänger gehe ins Neandertal nur ein Trampelpfad weiter, bemängelt ein Zuhörer. „Die L 403 endet im Nichts“, ergänzt Gisela Papkalla, 56-jährige Hochdahlerin: „Heffungs weiß nicht, wovon wir reden.“

Entgegen früherer Pläne wird der Bahnhof nicht verlegt

„Damit wir uns richtig verstehen: Die Straße wird nicht bis ins Neandertal ausgebaut“, sagt Heffungs: „Die Mittel für das Landes-Projekt sind knapp. Nach 25 Jahren Planungszeit wird die neue Straße im November fertig.“ Etwa ein weiteres Jahr werde es noch dauern, bis am Bahnhof Hochdahl eine Rampe zur Hildener Straße begonnen werde.

Die L403n – Fortsetzung der Bergischen Allee – wurde laut Heffungs vor 25 Jahren geplant, um den Bahnübergang an der Hildener Straße schließen zu können.

Laut Heffungs hat sich die Stadt bei der Bezirksregierung beworben, um Geld für einen kompletten Umbau der Bahnhofs-Unterführung zu bekommen. Die zu erwartenden Kosten von mehr als drei Millionen Euro seien für die Stadt nicht zu tragen. Die Bezirksregierung habe aber abgelehnt.

Nach der Öffnung der L403n wird die Hauptstraße vom Verkehr entlastet. Laut Tiefbauamt steht dann eine grundlegende Sanierung der durch Laster schwer beanspruchten Strecke an.

Entgegen früherer Pläne wird der Bahnhof doch nicht verlegt. Das Ostende des Bahnsteigs solle bleiben. Bis jetzt sei es nur ein Provisorium. Ein Aufzug solle von der Unterführung zum Bahnsteig führen.

„Kann man denn nicht den Bahnübergang erhalten?“, fragt ein Zuhörer. Rollstuhlfahrer bräuchten dann nicht die langen Rampen zu benutzen. „Ich werte es als Zugeständnis der Bahn, den Übergang so lange offen zu halten, bis der Umbau fertig ist“, sagt Heffungs.

„So kann man nicht mit Hochdahl umgehen“, ruft ein Besucher in den Saal: „Was Sie da sagen, ist eine Unverschämtheit!“ Gäste drehen sich zu Udo Kampschulte um. Der Pressesprecher der Bahn ist als Besucher erschienen – und schweigt.

„Die Bürger werden nicht richtig informiert“, sagt Besucher Meinhard Sacker (72). Die Planungsausschuss-Vorsitzende Edeltraud van Venrooy (SPD) meldet sich dazu: „Wir schauen, dass wir eine Veranstaltung machen und die Pläne vorstellen.“

Auch die Sanierung der Hauptstraße sorgt für eine lebhafte Diskussion

Das Thema der Sanierung der Hauptstraße führt Heffungs ganz vorsichtig ein. Die Kosten seien auf die Eigentümer umzulegen, das Gesetz lasse daran keinen Zweifel. „Sind wir ehrlich: die Straße ist hin“, sagt Heffungs. Eine Anwohnerin kontert: „Vor ein paar Jahren war das noch in Ordnung. Erst haben wir den Lärm und jetzt sollen wir auch noch zahlen.“

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