Immer „um halb“ kommen fünf Busse gleichzeitig an. In Kombination mit der Penny-Baustelle bedeutet das Chaos.

Verkehr
Wenn fünf Buslinien am S-Bahnhof Erkrath ankommen, ist es voll an der Haltestelle.

Wenn fünf Buslinien am S-Bahnhof Erkrath ankommen, ist es voll an der Haltestelle.

Dirk Thomé

Wenn fünf Buslinien am S-Bahnhof Erkrath ankommen, ist es voll an der Haltestelle.

Erkrath. 10.29 Uhr: Die Linie 05 rauscht heran. 10.35 Uhr: Die 06 mit Fahrtziel Millrath kommt. 10.36 Uhr: Die 734 in Richtung Lierenfeld biegt ein. 10.37 Uhr: Der Bus zum Haus Brück ist da. 10.40 Uhr: Die Linie 743 zum Mettmanner Jubiläumsplatz macht das Quintett komplett – es ist ein ganz normaler Tag an der Bushaltestelle am Alt-Erkrather S-Bahnhof.

„Ich bin sogar schon auf der Straße ausgestiegen, weil mein Bus nicht mehr bis zur Haltestelle kam.“

Ein Fahrgast

 

Jeweils „um halb“ herrscht gegenüber dem Park-and-ride-Platz Hochbetrieb. Bis zu fünf Busse müssen sich den begrenzten Platz in der parallel zum Bahnsteig verlaufenden Haltebucht teilen. Wenn dann – wie zurzeit – auch noch der Baustellenverkehr durch den Penny-Markt, der in Kürze quasi nebenan eröffnet wird, hinzukommt, ist das Chaos perfekt.

„Ich bin sogar schon auf der Straße ausgestiegen, weil mein Bus nicht mehr bis zur Haltestelle kam“, sagt ein Fahrgast, der nicht namentlich genannt werden möchte. „An manchen Tagen knubbelt es sich dermaßen, dass wir gar keine andere Möglichkeit mehr haben, als die Türen vorzeitig zu öffnen“, bestätigt Rheinbahn-Fahrer Andreas Nixdorf.

Ihm selbst sei das zwar noch nicht passiert, „aber Kollegen hatten dieses Malheur schon“. Mit den Bussen sei es ja schon eng. „Aber wenn dann die Baustellen-Lkw dazukommen und teilweise gar die Busbuchten blockieren, ist das Chaos perfekt“, sagt Nixdorf. Er und seine Kollegen seien einfach nur noch genervt.

Die Rheinbahn kennt das Problem, kann aber nur wenig dagegen tun

Heiko Goebel, Pressesprecher der Rheinbahn, hört davon zwar zum ersten Mal, kann es sich aber vorstellen. „Es ist natürlich schwer, das anders zu steuern“, sagt er. „Schließlich sind die Linien und Fahrpläne aufeinander abgestimmt.“

Sämtliche Fahrtziele seien miteinander verflochten, sagt Goebel. Das gelte nicht nur für die Busse, sondern auch für die Linien der S-Bahn. Das alles zu koordinieren, sei schon eine Herausforderung – zumal das Ganze auch noch mit der Bahn abgesprochen werden müsse. Da könne es eben passieren, dass es sich manchmal balle. Vor allem in Kombination mit der Baustelle.

Währenddessen entspannt sich die Situation an der Haltestelle – es ist kurz vor 11 Uhr, und ein Bus nach dem anderen setzt seine Fahrt Richtung Lierenfeld, Mettmann oder Millrath fort. Bis zum nächsten Mal „um halb“, wenn es sich knubbelt.

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