Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie Anklage gegen den Ehemann erheben wird.

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In diesem Reihenendhaus am Buchenweg 13 starb im August die 50-jährige Bewohnerin. Archiv

In diesem Reihenendhaus am Buchenweg 13 starb im August die 50-jährige Bewohnerin. Archiv

Dirk Thomé

In diesem Reihenendhaus am Buchenweg 13 starb im August die 50-jährige Bewohnerin. Archiv

Hochdahl. Ein halbes Jahr ist es her, dass am Buchenweg eine 50 Jahre alte Frau gewaltsam zu Tode kam. Unter Tatverdacht steht ihr Mann, der am 24. August 55 Jahre alt war. An diesem Tag soll er seine Gattin mit einem Hammer erschlagen haben.

Festgenommen worden war er kurz nach der Tat – er hatte sich der Polizei gestellt. Seitdem sitzt er in der Wuppertaler Justizvollzugsanstalt Simonshöfchen in Untersuchungshaft. Sein anfängliches Schweigen – direkt nach der Tat äußerte er sich dazu gar nicht – hat er laut der zuständigen Wuppertaler Staatsanwältin Friedel Heuermann gebrochen. „Er hat sich inzwischen geäußert“, bestätigte sie auf WZ-Nachfrage. „Er hat Angaben gemacht, die ich jetzt überprüfen lasse.“ Ende des Monats, so hofft sie, kann sie die Ermittlungen abschließen.

Die Tat ereignete sich in einer beschaulichen Wohngegend

Ereignet hat sich die brutale Tat in einer ruhigen und beschaulichen Ecke von Hochdahl, nur eine Stichstraße vom belebten Einkaufszentrum Bergstraße entfernt. Es war ein früher Dienstagmorgen, an dem Nachbarn die lauten Hilferufe einer Frau hörten und die Polizei alarmierten – zu diesem Zeitpunkt gingen die Beamten noch von einem Fall von häuslicher Gewalt aus.

Als auf ihr Klingeln an der Haustür am Buchenweg niemand reagierte, ein Nachbar jedoch versicherte, es müsse jemand zu Hause sein, beschafften sich die Einsatzkräfte eine Leiter. Mit dieser versuchten sie über die an das Haus grenzende Garage in den Garten zu gelangen. Vom Dach der Garage sahen sie einen Mann, der in blutverschmierter Kleidung durch den Garten lief. Sie riefen ihm zu – der Mann verschwand im Haus, öffnete nicht.

Der Mann ist Jäger und hatte Zugriff auf großkalibrige Gewehre

Laut Polizei hat das in dem Reihenhaus am Buchenweg lebende Ehepaar keine Kinder, hielt aber vier Weimaraner (Jagdhunde), die sich zur Tatzeit in dem Haus aufhielten, und 14 Kaninchen im Garten. Alle Tiere wurde in das Tierheim nach Hilden (Telefon 02103/5 45 74) gebracht, dort leben aber nur noch die Kaninchen, die jetzt vermittelt werden. Die Hunde sollen von einer Bekannten des unter Tatverdacht stehenden Mannes abgeholt worden sein.

Weil die Beamten herausfanden, dass der Mann Jäger ist und Zugriff auf Jagdwaffen – großkalibrige Gewehre – hat, forderten sie ein Spezialeinsatzkommando aus Düsseldorf an. Das sollte der Polizei Zugang zu dem Haus verschaffen.

Der Zugriff war dann allerdings nicht mehr erforderlich, weil der Mann sich etwa eine Stunde, nachdem die Nachbarn die Polizei gerufen hatten, stellte und widerstandslos festnehmen ließ. Bereits am Tattag stand fest, dass die 50-Jährige durch Schläge auf den Kopf getötet, aber nicht erschossen wurde.

Staatsanwältin Friedel Heuermann muss nach dem Ende der Ermittlungen entscheiden, ob sie Anklage gegen den Ehemann der Toten erheben wird oder ob sie das Verfahren einstellt. „Derzeit gehe ich davon aus, dass ich Anklage erheben werde“, sagte sie. Allerdings stehe der Tatvorwurf noch nicht fest. Und wann der Fall vor Gericht behandelt wird, konnte sie noch gar nicht sagen.