Da Politiker und Verwaltung der Meinung sind, dass es auf dem Hochdahler Markt kein Taubenproblem gibt, kommen auch keine Abwehrmaßnahmen.

Alles im Blick: Greifvögel wie dieser Bussard fliegen in mehreren Städten Deutschlands, um Tauben zu verjagen. Über Hochdahl werden sie wohl doch nicht aufsteigen.
Alles im Blick: Greifvögel wie dieser Bussard fliegen in mehreren Städten Deutschlands, um Tauben zu verjagen. Über Hochdahl werden sie wohl doch nicht aufsteigen.

Alles im Blick: Greifvögel wie dieser Bussard fliegen in mehreren Städten Deutschlands, um Tauben zu verjagen. Über Hochdahl werden sie wohl doch nicht aufsteigen.

Patrick Pleul

Alles im Blick: Greifvögel wie dieser Bussard fliegen in mehreren Städten Deutschlands, um Tauben zu verjagen. Über Hochdahl werden sie wohl doch nicht aufsteigen.

Hochdahl. Würden die restlichen Tauben auf dem Hochdahler Markt sich für politische Beschlüsse interessieren, sie könnten jetzt beruhigter picken und gurren. Im Ausschuss für Planung und Verkehr hat die Verwaltung Möglichkeiten zur Taubenabwehr vorgestellt – inklusive ihrer Zweifel daran, dass in Erkrath so etwas funktionieren könnte. Jetzt soll es erst einmal so weiter gehen wie bisher.

„Die Anfrage stammte von mir. Jetzt sind zwei Jahre um, und die Tauben sind weg“, sagte die Ausschuss-Vorsitzende Edeltraud van Venrooy (SPD). Noch in der Sitzung des Planungsausschusses im März des vergangenen Jahres hatte sie berichtet, dass täglich bis zu 300 Tauben den Hochdahler Markt bevölkern, die Anlieger ihre Balkone mit Netzen abspannen müssten.

„Eine Stadt ohne Straßentauben wird es nicht geben.“

Karl Wahnemühl von den Rassegeflügelzüchtern

Das scheint sich inzwischen geändert zu haben. „Eine Taubenplage ist was anderes“, sagte Matthias Tacke, Leiter des Bürger- und Ordnungsamts. Dass Anlass zur Klage früher mal bestanden hat, jetzt aber entfallen ist – da waren sich alle einig. Eine Diskussion folgte dennoch.

Man müsse die Öffentlichkeit informieren, dass Tauben nicht gefüttert werden sollen, merkte Helmut Rohden (CDU) an. Außer an Hinweisschilder sei an Öffentlichkeitsarbeit durch die Verwaltung zu denken. „Schilder werden am Stadtweiher auch nicht beachtet“, sagte Kurt Pistorius, Abgeordneter des Seniorenrats. Die Stadt solle zehn Euro von Bürgern kassieren, die Tauben füttern, forderte Wolfgang Cüppers (BmU): „Der Ordnungsdienst ist zu lasch.“

Vor einem Jahr hatte Bürgermeister Arno Werner der WZ bestätigt, dass sich immer mehr Bürger mit Beschwerden über Tauben an die Verwaltung wenden würden. Die Tauben durch gezielt eingesetzte Greifvögel zu verscheuchen, hatte er damals als bevorzugte Idee benannt. In Düsseldorf hätte man das schon gemacht.

Ein Greifvogel macht auf Tauben wenig Eindruck

Die Verwaltung befragte dazu den Rassegeflügelzuchtverein Erkrath. Die Experten für gepflegtes Federvieh machten in ihrer Stellungnahme wenig Hoffnung, dass ein gelegentlich über dem Hochdahler Markt kreisender Falke oder Bussard die Tauben dauerhaft beeindrucken könnte.

„Seit der Mensch sesshaft wurde, sind Tauben seine Begleiter“, schreibt Karl Wahnemühl, Vorsitzender der Geflügelzüchter an die Stadt. „Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit immer so bleiben. Eine Stadt ohne Straßentauben wird es nicht geben.“

Nur die Nahrung zu verknappen oder die Fortpflanzung zu steuern, verspräche Erfolg. Man könnte auch zwei Wüstenbussarde am Markt aufziehen, ließen sich die Beamten des Ordnungsamtes von einem Falkner erklären. Das koste aber einige tausend Euro.

Es könne doch erst mal alles so bleiben, wie es ist, sagte Sabine Schimke (SPD): „Es hat sich vielleicht herumgesprochen, dass Füttern bei Tauben keine gute Sache ist.“

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