300 Bürger tragen die Stiftung St. Johannes der Täufer. Mit 17 000 Euro hat sie bisher Projekte der Gemeinde unterstützt. Damit ist sie Vorbild im Bistum Köln.

Eberhard Tönjes, Dorothea und Michael Stephan (von links) sind im Kuratoium der Stiftung St. Johannes der Täufer. Das erste Projekt, das die Stiftung finanziert hat, war die Sanierung des Kirchenportals.
Eberhard Tönjes, Dorothea und Michael Stephan (von links) sind im Kuratoium der Stiftung St. Johannes der Täufer. Das erste Projekt, das die Stiftung finanziert hat, war die Sanierung des Kirchenportals.

Eberhard Tönjes, Dorothea und Michael Stephan (von links) sind im Kuratoium der Stiftung St. Johannes der Täufer. Das erste Projekt, das die Stiftung finanziert hat, war die Sanierung des Kirchenportals.

Dirk Thomé

Eberhard Tönjes, Dorothea und Michael Stephan (von links) sind im Kuratoium der Stiftung St. Johannes der Täufer. Das erste Projekt, das die Stiftung finanziert hat, war die Sanierung des Kirchenportals.

Erkrath. Die Aufgaben und Herausforderungen, denen sich Kirchengemeinden gegenüber gestellt sehen, wachsen: Je mehr sich Kirche und Kommunen mangels Geld aus der Versorgung der Bürger zurückziehen müssen, desto stärker kommt es auf die Gemeinde und die einzelnen Mitglieder an.

Für Michael Stephan aus der Gemeinde St. Johannes der Täufer war es soweit, als 2002 die katholische Kirche ihr Sparprogramm bekannt gab. „Auch Kirchengemeinden werden finanzielle Vorsorge treffen müssen“, erinnert er sich.

Das Stiftungsvermögen beträgt nach elf Jahren 345 700 Euro

Die Lösung: Eine Stiftung ist dafür ein ideales Instrument. Stiftungen haben den Vorteil, dass ihr Vermögen nicht angegriffen werden darf, und auf die Erträge, weil gemeinnützig, keine Steuern erhoben werden.

Also machte sich der Banker daran, Gemeindemitglieder für seine Idee zu gewinnen. Direkt unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Dorothea und Eberhard Tönjes, die beide auch im Kuratorium der Stiftung sitzen.

Rund 17 000 Euro hat die Stiftung seit der Gründung ausgeschüttet. Davon wurden unter anderem das Tor am Westportal (4100 Euro) und die Orgel (6000 Euro) saniert oder der Bewegungsraum der Kita bezuschusst (8000 Euro). In elf Jahren ist das Stiftungsvermögen von Null auf 345 700 Euro angewachsen, 300 Stifter tragen die Stiftung.

„Michael hat es raus, die Stifter bei der Stange zu halten“, sagt Eberhard Tönjes. Und die kommen nicht nur aus den katholischen Kreisen Erkraths, sondern es sind auch Evangelen darunter, im Münsterland oder Baden Baden wohnen Stifter. Zwischenzehn und wenigen Hundert Euro betragen die Einlagen, viele stiften immer wieder.

Immer mehr Gemeinden nehmen sich an St. Johannes ein Beispiel

Das Modell der Stiftung macht derweil Schule im Bistum Köln. Mehr und mehr Gemeinden entdecken dieses Modell, um sich auf die Zukunft vorzubereiten. „Als wir angefangen haben, konnte uns im Bistum niemand helfen“, erinnert sich Dorothea Stephan. Heute gebe es eine eigenen Abteilung dafür, die die Anfragen beantwortet – oder Hilfesuchende an die Erkrather Vorreiter weiter leitet.

Die haben auch eine ganz klare und erfolgreiche Anlagestrategie: ein Drittel Aktien, rund 12 Prozent Immobilienfonds, der Rest festverzinsliche Papiere, teilen Michael Stephan und Tönjes freimütig mit. „Eine Stiftung ist sicherlich das Mittel der Zukunft, mit dem Gemeinden ihre Aufgaben finanzieren können“, ist sich Stephan sicher.

» Über ihre Arbeit informiert die Stiftung St. Johannes der Täufer beim Tag der Stiftungen am Dienstag um 11 Uhr bei einer Kirchenführung.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer