Bildungspartnerschaft: Gymnasiasten und Grundschüler entdecken an einem Projekttag ihre Qualitäten als Stadtplaner.

Bildungspartnerschaft: Gymnasiasten und Grundschüler entdecken an einem Projekttag  ihre Qualitäten als Stadtplaner.
Nach gründlichen Studien setzen die Schüler ihre Zukunfts-Visionen mit Schere, Kleber und Farbe um.

Nach gründlichen Studien setzen die Schüler ihre Zukunfts-Visionen mit Schere, Kleber und Farbe um.

Janicki

Nach gründlichen Studien setzen die Schüler ihre Zukunfts-Visionen mit Schere, Kleber und Farbe um.

Erkrath. Zum zehnten Mal trafen sich Grundschüler und Gymnasiasten zu einem schulübergreifenden Projekttag im Gymnasium am Neandertal. Dabei halfen Oberstufenschüler Viertklässlern, ihre „Stadt der Zukunft“ zu bauen.

Jenny hält ein rundes blaues Kunstwerk mit goldenen Sternen in die Kamera. „Das ist ein virtuelles Planetarium, in dem man andere Galaxien anschauen kann“, erklärt die Neunjährige ihr Kunstwerk. Florian – ebenfalls neun Jahre alt – biegt noch einmal die Scheinwerfer seines Hubschrauberlandeplatzes gerade, die er aus blauen Plastik-Strohhalmen gebaut hat. Den Landeplatz hat er auf ein stelzenartiges Podest platziert. Denn Platz wird es in den Städten immer weniger geben.

„Die Schüler wachsen über sich hinaus und entwickeln Ideen.“

Herbert Grießmann, Lehrer

Zwei vierte Klassen der Regenbogen- und der Gemeinschaftsgrundschule Erkrath haben sich im Gymnasium am Neandertal kreativ mit sogenannten „Megastädten“ – Städten mit mehr als 25 Millionen Einwohnern – auseinandergesetzt. Ziel des Projektes war es, sich visionär mit dem Aussehen, der Arbeit und dem Leben in den Städten der Zukunft zu beschäftigen. Bevor sie selbst als Stadtplaner und Architekten ihre Stadt aus Pappe, Plastikbechern und -folie, Stoffen und anderen Materialien erschaffen durften, lauschten die Grundschüler am Montag erst einmal der Leiterin der Stadtbücherei Michele Gincel-Reinhardt, die entsprechende Literatur mitgebracht hatte und ihnen historische Hintergründe zur Entwicklung von Städten und der Landflucht erklärte.

Kinder und Jugendliche studieren Bilder von Mega-Städten

Im Kunstraum wurde das Thema später vertieft: Wie werden wir Menschen in Zukunft leben? Welche Energien werden wir nutzen? Und wie können Architekten auch im Trend der Megastädte ökologische Bauweisen realisieren? „Denkbar sind hier Szenarien aus Science-Fiction-Filmen, wo sich Ghettos bilden und Menschen in Wohnblocks leben, in denen sie 24 Stunden am Tag keine Sonne sehen“, entwirft Herbert Grießmann ein düsteres Bild. Der am Gymnasium am Neandertal tätige Kunstlehrer kennt aber auch freundliche, lebenswerte – und sogar bereits real existierende – Alternativen und zeigte den Schülern gemeinsam mit seinem Kollegen Carsten Nummert zahlreiche Fotos von Mega- städten wie Tokio oder Shanghai. Besonders faszinierte die Grundschüler dabei ein Haus, in dem eine Wasserrutschbahn zwei Stockwerke hinab in ein Schwimmbad führt. „Die Schüler fanden das faszinierend“, erzählt Grießmann und schwärmt selbst von der Projektarbeit mit den Grundschülern, die jedes Jahr wieder aufs Neue Spaß mache: „Die Schüler wachsen über sich hinaus und fangen schnell an, eigene Ideen zu entwickeln.“

Das Projekt schlägt Brücken zwischen den Schülern

Bereits im zehnten Jahr führt das Gymnasium gemeinsam mit der Stadtbücherei Erkrath im Rahmen einer Bildungspartnerschaft den Projekttag mit Erkrather Grundschulen durch. Die Initialzündung gab damals eine Aktion der Bertelsmann-Stiftung. Inzwischen wird die Bildungspartnerschaft in Erkrath ohne die Stiftung weitergeführt. Bei der Realisierung ihrer Mini-Megastädte halfen Kunst-Leistungskursschüler der Stufe 11 den jungen Besuchern aus den Grundschulen. Madeleine (16) unterstützte die Viertklässler bei Arbeiten mit dem Cutter-Messer oder der Heißklebepistole: „Das ist ja doch noch ein bisschen gefährlich für sie“, sagt sie. Geduld mit den jüngeren Schülern habe sie durch einen Job mit Kindern. Dennoch sei der Projekttag auch anstrengend gewesen, pflichtet ihr ihre Schulkameradin Sarina (16) bei und lacht: „Manchmal kam ein ganzer Schwung, der gleichzeitig Hilfe brauchte.“ So schlägt das Projekt auch Brücken zu möglichen späteren Mitschülern: Beim Wechsel auf die weiterführende Schule hat der eine oder andere künftige Fünftklässler vielleicht schon einen „großen“ Ansprechpartner auf dem Schulhof.

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