Ein Vertrag verpflichtet die Stadt, eine bestimmte Menge Salz pro Saison abzunehmen.

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In diesem Jahr ein eher seltenes Bild: Eines der vier Streufahrzeuge der Stadt wird mit Salz aus dem Lager am Klinkerweg beladen.

In diesem Jahr ein eher seltenes Bild: Eines der vier Streufahrzeuge der Stadt wird mit Salz aus dem Lager am Klinkerweg beladen.

Archiv Dirk Thomé

In diesem Jahr ein eher seltenes Bild: Eines der vier Streufahrzeuge der Stadt wird mit Salz aus dem Lager am Klinkerweg beladen.

Erkrath. Bezahlt wird auf jeden Fall – egal, ob Straßen mit Salz gepökelt oder, wie in diesem Jahr, mit einzelnen Körnern eher sanft belegt werden. Frost, Schnee oder gar nichts von beidem – der Lieferant des Taumittels kassiert nämlich von der Stadt immer: „Wenn wir nicht eine bestimmte Menge Salz abnehmen, müssen wir eine Konditionalstrafe bezahlen“, sagt Heinz-Peter Heffungs, der als Leiter des Tiefbauamts auch für rutschfreie Straßen zuständig ist.

„Unser Salzlager am Klinkerweg fasst rund 450 Tonnen. Das ist voll.“

Heinz-Peter Heffungs, Leiter des Tiefbauamts

Klingt nach strategischem Fehler, ist es aber nicht, versichert Heffungs: „Wir haben uns, wie andere Städte auch, an eine Ausschreibung von Straßen-NRW drangehängt.“ So, wie sich Nachbarn in einer Straße beim Heizölkauf zusammentun, um bessere Preise zu erhalten, ist auch Erkrath durch die Sammelbestellung beim Salz in den Status eines Großabnehmers aufgestiegen.

In dem Vertrag verpflichtet sich der Lieferant, bis zu 900 Tonnen pro Saison zu einem Festpreis von knapp 70 Euro pro Tonne liefern zu müssen. Im Gegenzug hat die Stadt zugesichert, mindestens 360 Tonnen abzunehmen. „Wenn wir diese Menge nicht abnehmen, müssen wir die Konditionalstrafe zahlen“, sagt Heffungs.

Diese Sonderzahlung fürs Nicht-Erfüllen des Vertrages wird in diesem Jahr fällig. Die Streufahrzeuge sind zwar zuletzt am Freitag ausgerückt, um Straßen die Glätte auszutreiben – Salzmengen im dreistelligen Tonnenbereich sind dabei aber nicht verarbeitet worden. Heffungs: „Unser Salzlager am Klinkerweg fasst rund 450 Tonnen. Das ist voll.“ In Jahren mit „normalem“ Winter verbraucht die Stadt zwischen 400 und 600 Tonnen. Im Vorjahr waren es mehr als 1000 Tonnen, in diesem Jahr bisher weniger als 60 Tonnen.

Trotz der drohenden Strafzahlung rechne sich der Großkunden-Status, meint Heffungs: „Wir zahlen ja nicht für die Tonnen Salz, die wir nicht abnehmen, sondern lediglich eine festgelegte Summe, die so gering ist, dass sie nicht groß ins Gewicht fällt.“ Wie hoch genau die ist, wisse er nicht.

Zahlungen für Einsatz und Material

Der Bauhof der Stadt verfügt über vier große Streufahrzeuge für die Straßen und vier Traktoren für die Geh- und Radwege.

Die Mulden der großen Streufahrzeuge fassen 4,5 Tonnen Salz. Das reicht aus, um den Großteil der Stadt abzufahren.

Die Überstunden der Mitarbeiter des Bauhofs, wie sie im Vorjahr angefallen sind, werden nicht ausgezahlt, sondern durch Freizeit ausgeglichen.

Das Prinzip, auch für nicht gelieferte Ware zahlen zu müssen, gilt ebenfalls für die Pflege von Geh- und Radwegen. „Da zahlen wir auch nicht nur für die Einsätze, sondern auch für den Unterhalt des Materials, dass der Dienstleister vorhält“, sagt Heffungs.

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