Hundehalterin wirft Jägern vor, ihr Tier erschossen zu haben. Diese weisen die Vorwürfe empört zurück.

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Im Stindertal wurde am vergangenen Wochenende erneut ein Reh gerissen. Die Jäger in dem Revier haben zwei Hunde im Verdacht.

Im Stindertal wurde am vergangenen Wochenende erneut ein Reh gerissen. Die Jäger in dem Revier haben zwei Hunde im Verdacht.

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Im Stindertal wurde am vergangenen Wochenende erneut ein Reh gerissen. Die Jäger in dem Revier haben zwei Hunde im Verdacht.

Erkrath. Schon wieder wurde im Naturschutzgebiet zwischen Alt-Erkrath, Hubbelrath und Unterbach ein gerissenes, hoch trächtiges Reh gefunden. „Diesmal am Ostersamstag im Bereich der Angelteiche“, sagt Revierjäger Winfried Edelmann. „Reiter haben uns alarmiert. Und sie haben die beiden Hunde gesehen.“

„Die haben mein Baby erschossen.“

Susanne Danz, Hundehalterin

Seit Anfang März machen zwei wildernde Hunde das bei Spaziergängern so beliebte Stindertal unsicher. „Das ist ihr Jagdrevier“, sagt Edelmann, in dessen Zuständigkeit das Gebiet fällt. Mindestens vier Rehe und Rehböcke sowie ein Kitz sollen bis Ostersamstag von den beiden Hunden gerissen worden sein.

„Ich habe sie bisher nur aus der Ferne gesehen. Es könnten Belgische Schäferhunde sein – ein großer schwarzer und ein kleinerer, beigefarbener.“

Neben dem erneuten Riss sorgen nun ein angeblicher Schuss und eine verschwundene schwarze Retriever-Labrador-Hündin für Aufregung. „Die haben mein Baby erschossen“, klagt die Hubbelratherin Susanne Danz. „Sie hieß ,Irmy’ und war gerade mal neun Monate alt.“

Am Ostersamstag gegen 10.30 Uhr sei sie mit dem Hund in der Nähe des Hubbelrather Gutshofes unterwegs gewesen, „als ,Irmy’ auf einmal eine Katze aufscheuchte und ihr hinterherjagte“. Nachdem sie etwa 20 Minuten lang vergeblich versucht habe, die Mischlingshündin wiederzufinden, „hörte ich auf einmal einen Schuss. Seitdem ist ,Irmy’ verschwunden“, sagt Danz.

„Wir haben keinen Hund geschossen.“

Winfried Edelmann, Jäger

Die 42-Jährige mutmaßt, dass das Jungtier einem übereifrigen Jäger vor die Flinte gelaufen ist. „Weil er dachte, meine ,Irmy’ ist einer der wildernden Hunde.“ Außerdem, so Danz weiter, sei der Kadaver klammheimlich beiseite geschafft worden, „um keine Beweise zu hinterlassen“.

Vorwürfe, die Winfried Edelmann und die Jägerschaft scharf von sich weisen. „Wir haben keinen Hund geschossen“, sagt der Jagdausübungsberechtigte für das Revier. „Zumal wir bei unseren Fahrten und Gängen in der Regel nicht mal bewaffnet sind. Und beiseite geschafft haben wir ebenfalls nichts.“

Susanne Danz glaubt den Ausführungen nicht und hat Strafanzeige erstattet – genauso wie die Jäger. „Denn seit Sonntag werden wir telefonisch terrorisiert, aufs Übelste beschimpft und bedroht“, sagt Edelmanns Kollege Ralf Klappert. „Daher haben auch wir Anzeige erstattet.“

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