Der neue Pastor der Katholischen Gemeinde Hochdahl, Christoph Biskupek, spricht über Gott und Leben.

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„Ich bin angekommen, aber noch nicht da“, sagt Pastor Christoph Biskupek über seinen Umzug von Köln nach Erkrath.

„Ich bin angekommen, aber noch nicht da“, sagt Pastor Christoph Biskupek über seinen Umzug von Köln nach Erkrath.

„Ich bin angekommen, aber noch nicht da“, sagt Pastor Christoph Biskupek über seinen Umzug von Köln nach Erkrath.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

„Ich bin angekommen, aber noch nicht da“, sagt Pastor Christoph Biskupek über seinen Umzug von Köln nach Erkrath.

Hochdahl. Christoph Biskupek überlegt kurz. „Die Predigt für die Christmette ist die schwierigste im ganzen Jahr“, sagt der Pastor. „Die Kirche ist dann am vollsten, und die Erwartungen sind so vielfältig wie nie“, sagt er.

Seit Ende Oktober ist der 53-Jährige in der Katholischen Kirchengemeinde Hochdahl tätig, bewohnt das Pfarrhaus in Trills und ist vor allem zu Fuß in der Gemeinde unterwegs. „Ich bin angekommen, aber noch nicht da“, sagt Biskupek. Das merke er auch, wenn er predigt.

„Sie haben mir zu verstehen gegeben, dass sie nicht Schuld an meinem Unglück sein wollen.“

„Ich habe noch nicht das richtige Gefühl für die Gemeinde, weiß noch nicht, ob ich den richtigen Nerv treffe. Aber das gehört zu einem Anfang dazu“, sagt er. Biskupek gibt sich ein Jahr, bis er ein klares Gefühl für die Menschen in seiner Gemeinde hat.

22 Jahre lang war Biskupek in der Kölner Innenstadt tätig. Dass ihm der Abschied von der Großstadt sehr schwer gefallen ist, verheimlicht er nicht. „Erkrath ist ja quasi eine Wohnstadt von Düsseldorf.“ Es sei schon eine starke Umstellung gewesen. In Köln sei er aus dem Pfarrhaus gekommen und in 400 Geschäfte und Gaststätten gestolpert.

„Aber die Menschen leben gerne hier in Hochdahl, und das kann ich nachvollziehen“, sagt er. Seine Versetzung sieht er pragmatisch. Es sei ihm nicht anders ergangen als einem Soldaten oder Beamten. Und über seine neue Gemeinde kann er bislang nur Gutes berichten. „Ich bin hier mit einer großen Herzlichkeit und großer Freundlichkeit aufgenommen worden“, schwärmt er. „Das ist fast so außergewöhnlich, dass ich Sorge habe, es könnte eines Tages aufhören.“

Vielleicht hänge es damit zusammen, dass die Gemeinde harte Zeiten durchgemacht hat und jetzt einfach einmal durchatmen will. „Das halte ich nicht nur für nachvollziehbar, sondern auch für notwendig.“ Alle hätten gewusst, dass er ungern aus der Domstadt weggegangen sei. „Sie haben mir zu verstehen gegeben, dass sie nicht Schuld an meinem Unglück sein wollen. Dass sie nicht mein Unglück sind, sondern dass es nette Menschen sind. Und das spüre ich auch.“

Bislang habe er auch nur nette Rückmeldungen auf seine Predigten erhalten. „Das ist die 100-Tage-Schonfrist“, sagt er und schmunzelt. Denn dass seine Rhetorik auch mal rumpelt, das räumt er ein. „Aber wenn man zu glatt predigt, besteht die Gefahr, dass man in der Brillanz der Rhetorik steckenbleibt.“

„Wenn man zu glatt predigt, besteht die Gefahr, dass man in der Brillanz der Rhetorik steckenbleibt.“

27 Jahre lang steht Biskupek bereits auf der Kanzel, spricht zu den Menschen, den Gläubigen, die in die Kirche kommen. Da wiederholt sich auch schon einmal die eine oder andere Idee, der ein oder andere Gedanke. Biskupek: „Das birgt die Gefahr, zu häufig dasselbe zu sagen. Aber das Glaubenbekenntnis ist auch immer dasselbe. Und an Weihnachten geht es immer um die Geburt eines Kindes, das alle Geburten übersteigt.“

Aber die Lieblingsgedanken bekommen immer wieder Impulse, eine neue Ausgangssituation, eine neue Zielvorstellung. „Es geht um die ewig junge Botschaft von Gottes Liebe, die immer wieder aktualisiert wird durch die Situation, in der sich nicht nur der Prediger gerade befindet, sondern auch seine Zuhörer.“

Aus seiner Sicht soll eine Predigt wie ein Kirchenfenster sein, durch das man die Sonne sehen kann. Der Zuhörer soll den Kern durchscheinen sehen, das Licht wahrnehmen, nicht die Schönheit des Fensters.

Sechs Gottesdienste gestaltet Biskupek während die Feiertage – und verspricht, jedes Mal eine andere Predigt zu halten. Dass er den Heiligen Abend alleine verbringt, daran hat er sich gewöhnt. Die beiden Weihnachtstage verbringt er mit Angehörigen.

Nur eine Sorge hat er noch: Weil er vor Jahren das Konzert der Chöre am Dom am Nachmittag des Heiligen Abends in der Kölner Philharmonie erfunden hat und seitdem moderiert, hat er auch in diesem Jahr noch einmal zugesagt. „Die Hochdahler haben mir dafür am Nachmittag freigegeben“, sagt Biskupek. „Das ist das einzige, was ich noch in Köln mache, und ich hoffe, die Hochdahler nehmen es mir nicht übel.“

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